Mühldorf – Ein Hauch von Rosamunde Pilcher schwebt durch die Luft, wenn es um die Liebesgeschichte des aktuellen Mühldorfer Prinzenpaares geht. Angelika Reichgruber, von allen Geli genannt, und Markus Simmet trafen sich vor rund 15 Jahren zufällig in einem Autohaus. Der heute 47-Jährige war dort Filialleiter. „Mein Fahrzeug musste zur Reparatur, da lernte ich meinen späteren Prinzen kennen“, erzählt Geli, deren Augen fast so leuchten, wie die Augen eines Kindes, das zum ersten Mal einen Christbaum sieht.
Das Auto wurde seinerzeit instand gesetzt, und das war es dann für lange Zeit. Geli bedauerte dies, denn sie hegte vom ersten Moment an große Sympathie für den Filialleiter, was diesem nicht verborgen blieb. Trotzdem kreuzten sich die Wege von Markus und Geli lange Zeit nicht mehr. Der spätere Traumprinz begegnete Geli allenfalls hin und wieder in ihren Träumen. Heute jedoch sitzen Prinzessin Geli I., charmante Regentin vom Kaffee-Palast der heißen Bohnen, und Markus III., gorillastarker Herrscher aus dem Reich der Volkswagen-Motoren, nicht nur auf dem Mühldorfer Faschingsthron, sie sind auch privat ganz fest verbandelt.
Ein Wiedersehen
mit Folgen
Vor knapp fünf Jahren eröffnete die Faschingsprinzessin im Inn Carée ein Café, das den Namen Gelis Café trägt. Ein Glücksfall für Markus, dem Geli auch nach vielen Jahren wohl immer noch ein bisschen im Kopf herumspukte. Der Serviceberater im Autohaus Ostermaier gesteht: „Es interessierte mich einfach, was sie auf die Beine gestellt hat, daher bin ich mit meiner Mutter vor ungefähr zwei Jahren im Café erschienen.“
Das Zusammentreffen nach fast 13 Jahren blieb nicht ohne Wirkung, wohliges Kribbeln auf beiden Seiten. Geli hätte Markus so richtig angestrahlt, dies stellte Inge, die Mama von Markus, beim Kaffeetrinken sofort fest.
Nach wenigen Wochen betrat der jetzige Prinz wieder Gelis Café, dieses Mal aber ohne seine Mutter. „Markus ist später auch auf einer Ü-30-Party erschienen, die ich im Café veranstaltete“, erzählt die 33-jährige Geli und ergänzt lachend: „Freilich habe ich ihm meine private Telefonnummer aufgeschrieben.“ Aber so richtig „Zoom“ gemacht hat es erst, als sich Geli und Markus auf einer Unternehmerparty wiedertrafen. Von diesem Zeitpunkt an ging es hoch hinauf auf der Liebesleiter. „Und nun leben wir bereits in einer gemeinsamen Wohnung“, verkündet der Faschingsprinz.
Der Weg auf
den Faschingsthron
Weil das Paar Leute von der Inntalia-Faschingsgesellschaft kennt, stand im vergangenen Sommer plötzlich der Gedanke im Raum, Geli und Markus wären doch eigentlich ein perfektes Prinzenpaar. Die Café-Chefin musste nicht lange überlegen, die Idee begeisterte sie auf Anhieb.
Markus zögerte jedoch und brachte das Argument vor, er könne nicht richtig tanzen. Diese Bedenken zerstreute seine Partnerin, und sie gibt preis: „Es dauerte zwar etwas, aber bei einem Besuch auf dem Mühldorfer Volksfest trug meine Überredungskunst tatsächlich Früchte. Markus gab sein Ja-Wort zur Prinzenpaar-Geschichte.“ Und das Tanzen stellt mittlerweile dank Trainerin Christine Knoblauch auch kein Problem mehr dar.
Zwischen Café-Alltag
und Stadtball-Glamour
Ebenso reibungslos konnte „Kaffeetante“ Geli Reichgruber für die heiße Phase der bevorstehenden Faschingssaison ihr Personal im Café einteilen. „Das klappt alles wunderbar mit meinen Leuten“, betont sie und erzählt noch von kleinen Ausflügen, die das Paar öfter unternimmt.
Neben Fernreisen wie nach Ägypten oder Costa Rica brausen Geli und Markus nämlich per Motorrad oder mit dem Auto ab und zu einfach gerne ins Blaue hinein. „Ein paar Unterhosen eingepackt und schon entfliehen wir kurz dem Alltag“, lacht die 33-Jährige und schaut dabei ihrem Schatz verliebt in die Augen.
Mit Unterwäsche allein ist es bei der Inthronisation des Mühldorfer Prinzenpaares allerdings nicht getan. Der Stadtball am Samstag, 10. Januar, kommt mit Glanz und Glamour daher. „Unsere royalen Gewänder für das Großereignis sind bestellt und geliefert“, verrät Geli und gibt noch eine Besonderheit bekannt: „Die Weihnachtsfeier für mein Kaffeehaus-Personal richte ich dieses Mal auf dem Stadtball aus.“ Dass die Angestellten darüber alles andere als unglücklich sind, muss an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden.