David Hüttl nach US-Therapie wieder daheim

von Redaktion

Kurz vor Weihnachten durfte er aus dem Krankenhaus und wieder zu seiner Familie

Erharting – Kurz vor Weihnachten gibt es für David Hüttl und seine Familie eine Nachricht, die Hoffnung und Erleichterung bringt: Die Behandlung des 25-jährigen Feuerwehrmanns aus Erharting in den USA hat angeschlagen – und David kann die Feiertage wider Erwarten zu Hause verbringen. Am 19. Dezember wurde er aus der Berliner Charité entlassen und kehrte noch am gleichen Abend in seine Heimat zurück. „Ich bin sehr dankbar für die Behandlung in den USA und die wahnsinnige Hilfsbereitschaft der Menschen dort“, sagt David selbst. „Dennoch ist es für mich das größte Geschenk an Weihnachten zu Hause zu sein.“

US-Therapie half,
den Tumor zu verkleinern

Seit Oktober 2022 kämpft David gegen eine extrem seltene Form von Knochenkrebs. Nachdem in Deutschland keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten gesehen wurden, fiel die schwere Entscheidung für eine Therapie in den USA. Drei Monate lang wurde er in der Mayo Clinic in Arizona bestrahlt – in einer Intensität, die hierzulande so nicht angeboten wird. „Die Ärzte dort haben gesagt, aufhalten kann man es, und im besten Fall schrumpft der Tumor“, erklärt seine Schwester Sophia Hüttl am Telefon.

Eine Aussicht, die David und seiner Familie Mut und neue Hoffnung gab, und die Bestrahlung zeigte am Ende auch Wirkung: Der Tumor ist geschrumpft, wenn auch nicht vollständig vernichtet worden. Wie erfolgreich die Therapie insgesamt war, soll ein MRT Mitte Januar zeigen. Danach will seine Berliner Ärztin, die Spezialistin für diese seltene Krebsform ist, prüfen, wie es weitergeht. Im Raum steht eine weitere Chemotherapie, die möglicherweise auch in Heimatnähe durchgeführt werden könnte. Die Empfehlung kam von der Mayo Clinic, und auch die Ärztin in Berlin stimmte dem zu.

Doch die vergangenen drei Monate haben David stark gefordert. Die Bestrahlung habe ihn mehr geschwächt, als man es sich anfangs vorstellen konnte, sagt seine Schwester. David sei sehr müde, habe deutlich abgenommen und kämpfe noch immer mit den körperlichen Folgen der Therapie, weshalb er auch kein aktuelles Foto von sich senden möchte. „Wir haben uns das am Anfang nicht so vorstellen können, aber die Bestrahlung schwächt einfach enorm“, erklärt seine Schwester für ihn. Umso wichtiger sei nun die Zeit zu Hause – in vertrauter Umgebung und fernab von Klinikfluren und medizinischen Geräten.

Während der gesamten Zeit in den USA war Davids Mutter an seiner Seite, auch sein Vater reiste dreimal nach Arizona. Die Familie blickt dankbar auf die Unterstützung zurück, die sie erfahren durfte – sowohl medizinisch als auch menschlich. Besonders berührend ist für die Familie die große Anteilnahme aus der Heimat. Freunde halten Kontakt, viele Menschen sprechen sie an, erkundigen sich nach Davids Zustand oder schicken aufmunternde Nachrichten. Diese Solidarität gebe Kraft, gerade in Momenten, in denen die Sorgen überwiegen. Weihnachten bekommt dadurch eine ganz besondere Bedeutung.

Große Dankbarkeit für die
Spenden und Anteilnahme

Eine zentrale Rolle auf diesem Weg spielte die enorme Spendenbereitschaft. Das gesammelte Geld ist nach Angaben der Familie noch nicht vollständig aufgebraucht. Wie hoch der verbleibende Betrag genau ist, lässt sich derzeit noch nicht sagen, da die Endabrechnung der Behandlung noch ausstehe. „Die Summe wird sich aber auf maximal 50.000 Euro belaufen“, meint Sophia Hüttl. Dieses Geld soll für die weitere Sichtung und Bewertung der aktuellen MRT-Aufnahmen durch die Mayo Clinic verwendet werden. Sollte darüber hinaus noch ein Restbetrag bleiben, will die Familie das Geld an einen anderen schwer erkrankten Menschen weitergeben, der dringend Unterstützung benötigt.

Insgesamt waren im Laufe der vergangenen Monate rund 455.000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. Eine Summe, die das große Mitgefühl in der Region widerspiegelt. David und seiner Familie bedeutet dies viel: „Weihnachten ist die Zeit, um Danke zu sagen“, sagt der 25-Jährige. „Ich möchte mich bei allen, die für mich gespendet oder mich mit aufmunternden Worten unterstützt haben, sowohl aus der Region als auch weit über die Grenzen von Bayern hinaus, noch mal ganz herzlich bedanken. Der größte Dank geht aber an meine Eltern sowie meine Schwester und ihren Partner für die wahnsinnige Unterstützung in den letzten Monaten.“ Dass er nun mit seiner Familie vereint sein kann, ist nun sicherlich das schönste Geschenk für ihn.

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