Prinzenpaar tanzt bei der Feuerwehr

von Redaktion

Mühldorfer Kinderhoheiten trainieren bei den Mößlinger Floriansjüngern

Mühldorf – Wenn im Feuerwehrhaus Mößling Walzermelodien erklingen, mag das zunächst verwundern. Doch es ist alles in bester Ordnung. Die Musik im Feuerwehrhaus wird für das Mühldorfer Kinderprinzenpaar aufgelegt. Die Hoheiten Prinzessin Marie I. vom Schloss der akrobatischen Flammenreiter und Prinz Paul I., Herrscher über Ball und Pixel, proben bei den Floriansjüngern in Mößling für ihre Auftritte in der bevorstehenden närrischen Zeit.

Der Grund für diesen doch überraschenden Probenort: Die Eltern von Marie Jäkel sind bei der Feuerwehr aktiv. Vater Michael ist dort sogar Kommandant, daher darf das kleine royale Paar in diesem ganz besonderen Umfeld mit Trainerin Sophia Stadler seine Tanzschritte einüben.

Ein sportliches Paar
erobert die Tanzfläche

Weil die Eltern von Marie mit Mitgliedern der Inntalia befreundet sind, kam bereits im Spätsommer der Gedanke auf, die Tochter könnte in dieser Saison die Rolle der Faschingsprinzessin übernehmen. „Ich sehe das als Ehre an“, betont Mama Daniela, die sich scherzhaft „Queen Mum“ nennt. Der neunjährigen Marie gefiel die Prinzessinnen-Idee auf Anhieb. Aber jetzt musste natürlich noch ein Prinz her. Die Grundschülerin nahm relativ rasch den elfjährigen Paul Wimmer ins Visier, schließlich kennen sich die Eltern der Kinder recht gut.

Das Ansinnen, als Faschingsprinz aufzutreten, musste Paul erst einmal verdauen. „Zwei, drei Tage Bedenkzeit brauchte ich schon, bevor ich meine Zustimmung gab“, erzählte der Fünftklässler, und seine Mama Viktoria ergänzte: „Mein Mann und ich bedrängten unseren Sohn nicht, es war seine freie Entscheidung.“ Obwohl das aktuelle Kinderprinzenpaar sportlich daherkommt, war der Tanzsport bis dato nicht deren Disziplin. Marie ist eine erfolgreiche Geräteturnerin, und Computer-Fan Paul steht oft und gerne für den FC Mühldorf auf dem Fußballplatz. Tanzen hingegen bedeutete Neuland für die Hoheiten.

Geheime Proben und
große Vorfreude

Seit Ende September schweben Marie und Paul nun über das Tanzparkett. Weil die Namen der neuen Prinzenpaare bis zum offiziellen Faschingsauftakt am 11. November um 11.11 Uhr unbedingt geheim bleiben müssen, kommen dann und wann unweigerlich Notlügen ins Spiel. „Die Proben finden immer am Freitagnachmittag statt, da musste sich Paul die eine oder andere Ausrede gegenüber seinen Freunden einfallen lassen, warum er sich mit ihnen nicht treffen kann“, erzählt die Prinzen-Mama. „Einmal schob ich einen Arzttermin vor und sagte, ich bekomme eine Spritze“, gibt der Elfjährige preis und lacht dabei recht verschmitzt.

Mit den Tanzeinheiten kommt das Prinzenpaar mittlerweile ziemlich gut voran. „Den Walzer beherrschen wir schon“, verkündet Marie mit ein bisschen Stolz in der Stimme und plaudert in Sachen Geheimhaltung noch aus dem Nähkästchen: „Meine Mama hätte sich einmal fast verplappert, als sie zu Freunden sagen wollte, sie müsse mich nun zum Training fahren. Ich gab ihr einen Stupser und konnte so Schlimmeres verhindern.“ Die Feuertaufe in Sachen Prinzenpaar absolvierten die kleinen Royals am 11. November bereits mit Bravour. Die Klassenkameraden von Marie und Paul finden es super, mit königlichen Hoheiten die Schulbank zu drücken. Und Marie berichtet sogar, die Lehrer hätten sich erkundigt, in welcher Klasse die Prinzessin sitzt.

Max, der neunjährige Bruder von Paul, dachte anfangs, die Prinzenrolle sei ein reiner Witz. „Und mittlerweile ist es ihm egal“, stellte Paul fest.

Egal wird es aber weder Max noch den Eltern und Großeltern der Prinzenpaare sein, wenn am Sonntag, 11. Januar, um 14 Uhr im Stadtsaal der große Inthronisationsball auf dem Programm steht. Da ist Herzklopfen angesagt. Unter welchem Motto die diesjährige Faschingssaison läuft und wie die Kostüme des Prinzenpaares ausschauen, darf an dieser Stelle nicht verraten werden.

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