Mühldorf – Vor knapp 40 Jahren kam das wertvolle Gemälde des heiligen Sebastian nach Mühldorf zurück. Gemalt hat es der „Meister von Mühldorf“, der vor rund 500 Jahren in Mühldorf gestorben ist.
Der heilige Sebastian, sein Namenstag wird am 20. Januar gefeiert, wurde in Gallien (Frankreich) erschlagen. Er wurde zu Füßen der heiligen Apostel Peter und Paul in Rom begraben. Er wurde besonders gegen die Pest angerufen. Lange gab es noch die „Sebastiani-Bruderschaften.“
Vor knapp 40 Jahren kehrte das wertvolle Gemälde nach Mühldorf zurück. Das Werk wurde vom Meister von Mühldorf 1510 gemalt.
Im Jahr 1987 erfuhren die Verantwortlichen der Stadt Mühldorf, dass dieses Gemälde versteigert werden sollte. Der Stadtrat beauftragte den damaligen Vorsitzenden des Fördervereins des Kreismuseums, Dr. Rudolf Spagl, das Werk zu ersteigern. Die damaligen Stadträtinnen und Stadträte statteten Dr. Spagl mit wenig finanziellen Mitteln aus, dass er bei dieser Versteigerung schnell die Segel streichen musste. Das Bild ging an einen unbekannten Münchner Kunstsammler. Sehr enttäuscht kehrte Dr. Rudolf Spagl nach Mühldorf zurück.
In dem damaligen Bürgermeister Josef Federer und seinen Stadträten erwachte jetzt der Kampfgeist, und der Kampf um das Bild des heiligen Sebastian ging weiter. Durch Geduld und Hartnäckigkeit gelang es Dr. Spagl, den Käufer des Bildes ausfindig zu machen.
Nach den Nachforschungen von Dr. Spagl hatte das Bild der Münchner Konzernchef Josef Schörghuber erworben. Schörghuber war in Mühldorf kein Unbekannter. Er hatte seine Schulzeit sowie seine Lehre als Zimmerer in Mühldorf absolviert. In Mühldorf wuchs die Hoffnung, dass man sich mit Josef Schörghuber einigen konnte.
Der gebürtige Mühldorfer wurde von Bürgermeister Josef Federer, Stadtrat Michael Binder und Stadtrat Dr. Rudolf Spagl auf dieses Bild angesprochen. Josef Schörghuber erklärte sich nach diesen Anfragen spontan bereit, das Bild der Stadt Mühldorf zu schenken.
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde zwischen Weihnachten und Silvester 1987 im Kreismuseum übergab Josef Schörghuber das Sebastianibild an Bürgermeister Josef Federer, der sich ganz herzlich im Namen der Stadt bedankte und dem Spender als Gegengeschenk eine vergrößerte Kopie der Geburtsurkunde Schörghuber überreichte.
Der heimgekehrte Sebastian war eine wichtige Ergänzung zu den bereits in Mühldorf befindlichen Bildern dieses Malers. Das Bild befindet sich im Geschichtszentrum-Museum Mühldorf (Lodronhaus) im Skulpturenraum. Josef Bauer