Waldkraiburg – Egal, ob von Nord nach Süd oder von West nach Ost: Der Verkehr rund um Waldkraiburgs meistbefahrene Pürtener Kreuzung fließt seit Kurzem wieder in alle Richtungen. Was kurz vor der Winterpause für viele Autofahrer schnell wieder zur Selbstverständlichkeit wird, markiert das vorläufige Ende eines Jahres voller Sperrungen, Umleitungen, Frust – und nicht zuletzt Geduld.
Zentrale Rolle der Pürtener Kreuzung schnell klar
Der Umbau der Pürtener Kreuzung hat 2025 den Verkehr in Waldkraiburg wie kaum ein anderes Projekt bestimmt. Monatelange Voll- und Teilsperrungen, wechselnde Verkehrsführungen und großräumige Umleitungen verlangten allen Verkehrsteilnehmern viel ab. Bis zu Beginn des Jahres wurde in erster Linie abseits der bestehenden Straßen gebaut, mit der Bauphase IV kamen die ersten größeren Umleitungen. Dabei wurde schnell deutlich, welche zentrale Rolle der Knotenpunkt spielt.
Bahnübergang bald in
beide Richtungen gesperrt
Mit den ersten Sperrungen kamen aber auch ganz schnell die ersten Probleme: Autofahrer ignorierten die ausgeschilderten Regelungen, fuhren stur in falscher Fahrtrichtung in die Einbahnstraße über den Bahnübergang. Wegen Rückstaus und „brenzliger Situationen“ auf dem einspurigen Abschnitt musste das Staatliche Bauamt reagieren und sperrte nach kurzer Zeit den Bahnübergang in beide Richtungen.
Kaum war die nächste Bauphase erreicht, stellten unverbesserliche Autofahrer das Staatliche Bauamt erneut auf die Probe. Dieses Mal ignorierten Autofahrer das Linksabbiegeverbot von der Bahnhofstraße auf die Staatsstraße – etwas, was seit Jahren schon nicht mehr zulässig war.
Innerhalb weniger Tage häuften sich die Verstöße gegen die Verkehrsregeln, was zu gefährlichen Situationen führte. Das Staatliche Bauamt besserte mit weiteren Warnbaken und einer ausführlicheren Beschilderung nach. Eine Maßnahme mit Wirkung: Autofahrer hielten sich an die Straßenführungen, die Bahnhofstraße musste kein zweites Mal in einer Sackgasse enden.
Doch die Sperrung war auch abseits von Baustelle und Umleitungsstrecken zu spüren. Besonders betroffen waren die Anwohner in einem Wohngebiet in Waldkraiburg-Süd. Weil es in St. Erasmus öfter zu Wartezeiten an der Ampel kam oder weil die Wege einfach nur zu weit waren, wichen Autofahrer auf den Steinbrunner Berg und in das dahinterliegende Siedlungsgebiet aus – Ortskundige wie auch Ortsfremde. Denn Navigations-Apps wie Google Maps schlugen die Peter-Parler-Straße als schnellste Route vor.
Verkehrschaos
an einer Engstelle
Damit wurde die Peter-Parler-Straße plötzlich von der ruhigen Siedlungs- zur Durchgangsstraße, die Engstelle führte oft zu einem Verkehrschaos. Obwohl dort eine Tonnagebeschränkung von 3,5 Tonnen gilt, fuhren Lastwagen oft einfach weiter. Für die Anwohner war das Großprojekt damit nicht nur eines der größten Bauprojekte in der Stadt, sondern eine spürbare Belastung.
In vielerlei Hinsicht ist der Umbau der Pürtener Kreuzung ein anspruchsvolles Projekt. Das Baufeld ist sehr beengt, es müssen aber zugleich viele Erdmassen bewegt werden. Teile der bereits asphaltierten neuen Straße sind deshalb wieder mit Erdhaufen bedeckt – ein notwendiger Kompromiss, um genügend Lagerflächen zu schaffen. Um die Eingriffe möglichst gering zu halten, wurde bei den Planungen der Bestand als mögliche Umleitung berücksichtigt.
Ein großer Schritt des Projekts wurde im November erreicht, als die neue Eisenbahnbrücke eingeschoben worden ist. Über Monate hinweg wurde sie parallel zur Bahnlinie gebaut, Hydraulikpumpen drückten die neue Bahnbrücke Zentimeter für Zentimeter an ihren Platz. Nach einigen Stunden war das Spektakel vorbei. In der Folge konnten die Arbeiten im Straßenbereich weiter fortgeführt werden, sodass während der Winterpause der Verkehr in alle Richtungen fließen kann. Dass die Kreuzung seit 18. Dezember und damit einen Tag früher zwischenzeitlich für den Verkehr freigegeben werden konnte, lag zuletzt am Wetter. Die ungewöhnlich milden und trockenen Tage im Dezember ermöglichten es, die Asphaltierarbeiten abzuschließen – eine große Erleichterung für alle Verkehrsteilnehmer nach einem Jahr vieler Umleitungen.
2026 gibt es weitere
Sperrungen und Arbeiten
Ganz abgeschlossen ist die Maßnahme aber noch nicht. 2026 stehen noch weitere Arbeiten an, auch Sperrungen werden teilweise noch nötig sein, bevor bis Ende April das Großprojekt endgültig abgeschlossen ist.
Rund 17,5 Millionen Euro investiert das Staatliche Bauamt Rosenheim in den neuen, leistungsfähigen und verkehrssicheren Knotenpunkt.