Die Heiligen trotzen der Kälte

von Redaktion

Über 80 Rösser und Reiter sorgen beim Erhartinger Stephani-Umritt für die Glanzpunkte

Auf jeden Fall ein Hingucker: Ein Eselsgespann war auch mit dabei.

Zahlreiche Zuschauer säumten bei sonnigem, aber kaltem Wetter die Ortsstraße.

Herzoglich anmutig: Nicht nur die Reiter haben sich zum Festtag in Schale geworfen.

Erharting – Er war wieder ein echter Hingucker: Der Stephani-Umritt am zweiten Weihnachtstag zog alle Blicke auf sich und brachte die Zuschauer ins Schwärmen. Perfekte Arbeit und eine schöne Veranstaltung mit allem „Drum und Dran“ mit einem sehr guten Organisationshändchen hatte der Verein für Brauchtumspflege Erharting zusammen mit den Ortsvereinen auf die Hauptstraße durch den Ort gezaubert.

Der besondere Erhartinger Festtag mit seiner nunmehr 435-jährigen Tradition ist längst – auch, wenn nur alle zwei Jahre – etwas ganz Besonderes. Trotz der bitteren Kälte von knapp drei Grad Celsius und einem strahlend blauen Himmel mit Sonnenschein gab es wieder einen großen Besucherandrang aus nah und fern und machte das spektakuläre Ereignis als eines der traditionsreichsten bayerischen Brauchtumsfeste zu einem echten Höhepunkt dieser Weihnachtstage im Landkreis.

Knapp 20 Motivwägen
zogen durch den Ort

Bei dieser berittenen Prozession zu Ehren des Rossheiligen und zugleich Namensgebers St. Stephanus nahmen nicht nur eine ganze „Mannschaft“ von Heiligen auf ihren Motivwagen teil, sondern auch zahlreiche Reitergruppen aus ganz Südostbayern, Niederbayern und Österreich.

Es gab wieder viel zu sehen, denn neben schönen Rössern und festlich gekleideten Reitern zogen knapp 20 Motivwägen durch den Ort. Dabei waren auch heuer wieder die bedeutendsten regionalen Heiligen verkörpert durch 70 Frauen, Männer und Kinder.

Angeführt wurden die Motivwagen vom heiligen Stephanus: Bereits zum dritten Mal spielte diesen Reinhard Metzner. Der Erhartinger witzelte noch vor dem Umritt: „Wenn man sich benimmt, darf man es nochmal machen“.

Die Chance ein „Heiliger“ zu werden sei relativ klar definiert: „Wer ein Erhartinger ist und beim Brauchtumsverein ist, hat gute Chancen, so etwas zu werden“, weiß Metzner.

Die heilige Cäcilie wird seit nunmehr zehn Jahren von Manuela Ecker aus Erharting verkörpert. „Meine Mutter hat den Verein mitgegründet, deshalb ist es ganz selbstverständlich, dass ich hier dabei bin“.

Die Apostelfürsten Petrus und Paulus, Johannes der Täufer, die heilige Katharina, Leonhard und Korbinian sowie der Feuerwehrpatron St. Florian, Pestpatron St. Sebastian und natürlich die heilige Cäcilia und Elisabeth waren ebenfalls vertreten.

Die Erhartinger Kinder präsentierten heuer einen schönen Festwagen mit der Geburt Christi und brachten damit die weihnachtliche Atmosphäre auf die Hauptstraße entlang der vielen Zuschauer – und natürlich stolzen Eltern, wo auch die Heiligen Drei Könige hoch zu Ross gesichtet wurden.

Neben großen und kleinen Ponys sowie stolzen Pferden war das oberösterreichische Sechser-Eselgespann der Familie Sparber und die Lastentiere von Brigitte Schwarzbauer aus Niederbayern mit von der Partie. Seine ganz besondere Note erteilte Pfarrer Piotr Wandachowicz allen Beteiligten: Er spendete den begehrten Segen für die Rösser und Reiter, ummantelt mit einem freundlichen „frohe Weihnachten“.

Präsentiert wurde das Ereignis heuer von Gerlinde Schmidt als Moderatorin. Für die Absperrung rund um die Veranstaltung und damit auch ein hohes Maß für den reibungslosen Ablauf sorgte die örtliche Feuerwehr:

Knapp 70 Floriansjünger waren engagiert im Einsatz. Am Ende gab es an allen Ecken und Enden der Ortschaft nur zufriedene Gesichter.