Raketen vom Turm, Jubel auf dem Platz

von Redaktion

Erstmals zündete die Stadt zum Jahreswechsel ein zentrales Feuerwerk vom Nagelschmiedturm. Trotz kritischer Stimmen im Vorfeld strömten viele Hundert Menschen auf den Stadtplatz – und feierten friedlich ins neue Jahr.

Mühldorf – Ein zentrales Feuerwerk auf dem Stadtplatz, dafür weniger private Feuerwerke. Das war der Plan der Stadt, die erstmals zum Jahreswechsel ein zentrales Feuerwerk vom Nagelschmiedturm abbrennen ließ. Das wurde zwar in den vergangenen Wochen kontrovers diskutiert. Doch die vielen hundert Menschen, die vor Mitternacht auf den Stadtplatz strömten, bewiesen: Die Stadt hatte damit den richtigen Riecher.

Tatsächlich hielten sich die Mühldorfer an das Verbot, das die Stadt rund um den Stadtplatz und auch für die Altstadtgassen ausgesprochen hatte. Vor Mitternacht waren es lediglich einige wenige, die ihre Böller zündeten. Und auch nach Mitternacht hielt sich die private Feuerwerkerei am Stadtplatz in Grenzen.

„Ich bin sehr zufrieden darüber, wie es gelaufen ist. Unser Plan ist voll aufgegangen. Es hat zwar Einzelne gegeben, die geschossen haben, aber diese Knallerei hat der Sicherheitsdienst sofort unterbunden und die Feuerwerkskörper einkassiert“, berichtet Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl. Es habe keine Ausschreitungen gegeben, jeder habe friedlich gefeiert.

Feuershow zu „Music“
von John Miles

Thomas Föckersberger hatte die Silvestersause rund um das Areal der Mühldorfer Altstadtweihnacht moderiert und schließlich auch den Countdown zum Jahreswechsel eingeläutet. Punkt 0 Uhr flogen dann die ersten Raketen in den Mühldorfer Nachthimmel zur Melodie von „Also sprach Zarathustra“. Später dann bestaunten die vielen Hundert Zuschauer – Hetzl spricht sogar von Tausenden – die gelungene Choreografie des Feuerwerkers Christian Czech aus Salzburg, der mit seiner Firma Pyrovision die Show zu „Music“ von John Miles zusammengestellt hatte. Czech ist ein guter Bekannter und zeichnet auch seit Jahren für das Feuerwerk am Mühldorfer Volksfest verantwortlich.

Alles Walzer zum
Jahreswechsel

Der Aufwand, erstmals vom Nagelschmidturm ein Feuerwerk abbrennen zu lassen, war enorm. Nachmittags hob ein Schwerlastkran die Pyrotechnik auf den Turm. Abends dann waren die Wetterbedingungen ideal.

Der Jubel nach der Feuershow war groß. Viele lagen sich in den Armen, wünschten sich ein gutes neues Jahr und wiegten sich im Dreivierteltakt beim obligatorischen Neujahrswalzer zur Musik „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss. Bis um 1.15 Uhr wurde dann noch weitergefeiert, bevor der Trubel am Stadtplatz sein Ende fand.

Danach wurde zwar vor allem außerhalb des Stadtplatzes weitergeböllert, doch ohne nennenswerte Vorkommnisse, wie die Polizei Mühldorf berichtet. Lediglich einen Vorfall meldet die Dienststelle in Mühldorf. Gegen 1.10 Uhr war es demnach in der Kaiser-Ludwig-Straße zum Brand einer Papiermülltonne gekommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der Brand durch eine entsorgte Feuerwerksbatterie verursacht wurde.

Ob der Feuerwerkskörper vorsätzlich oder fahrlässig in der Mülltonne entsorgt wurde, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Die Feuerwehr Mühldorf am Inn löschte den Brand. Personen wurden nicht verletzt.

Keine besonderen Vorkommnisse meldet auch Bürgermeister Erwin Baumgartner aus Neumarkt-St. Veit. Nach den Erfahrungen im Vorjahr, als nach der Silvesterfeier der komplette Stadtplatz gesäubert werden musste, hatte die Rottstadt in diesem Jahr eine Allgemeinverfügung durchgesetzt, die ein Böllern am Stadtplatz verboten hatte. An dieses Verbot hätten sich auch alle gehalten, berichtet Baumgartner zufrieden und überrascht zugleich, dass sich die Leute tatsächlich daran gehalten haben.

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