Werdende Eltern sind verunsichert

von Redaktion

Das InnKlinikum im Fokus – Probleme bei Hebammen, Notfallzentren und Parksituation

Mühldorf/Altötting – Thomas Ewald, Vorstandsvorsitzender des InnKlinikums berichtet in einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen, wie die Geburtshilfe Altötting mit einem nicht hausgemachten Problem umgehen muss, welche Neuerungen es in den beiden Notfallzentren gibt und warum Parken an der Klinik anders organisiert werden muss.

Wie die OVB-Heimatzeitungen berichtet haben, überlegen einige Beleg-Hebammen der Klinik Altötting wegen des neuen Hebammenhilfevertrags zu kündigen: Bekommt die Klinik Rückmeldungen von werdenden Eltern, die sich Sorgen um die Geburtsbegleitung machen?

Ja, diese Sorgen erreichen die Klinik. Die öffentliche Diskussion verunsichert viele werdende Eltern. Die klare Botschaft lautet jedoch: Wir als Klinikleitung tun alles, um die Geburtshilfe in Altötting ohne Einschränkungen weiterführen zu können. Die Hebammen sind ein wichtiger Bestandteil der Geburtshilfe. Wir haben allen 22 Beleghebammen Festanstellungen beim InnKlinikum angeboten.

Den Wunsch der Hebammen, keine Gehaltseinbußen in Kauf nehmen zu wollen, können wir nachvollziehen und suchen gemeinsam nach einer Lösung. Es muss aber auch klar gesagt werden, dass weder das InnKlinikum, noch andere Kliniken bundesweit für diese Situation verantwortlich sind. Die Entscheidung über die Gestaltung des neuen Hebammenhilfevertrags wurde von einer Schiedsstelle getroffen, die aus Mitgliedern des GKV-Spitzenverbands und den Hebammen-Berufsverbänden besteht.

Die Notfallzentren in Altötting und Mühldorf sind für viele Menschen erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Wie viele Patienten wurden 2025 dort behandelt?

Ein Anstieg der Patientenkontakte in den Notfallzentren war für uns vorhersehbar, da immer mehr Hausärzte keine Nachfolge finden und Praxen daher geschlossen werden. Wir haben auf diese Veränderung frühzeitig reagiert und arbeiten in den Notfallzentren seit Jahren daran, die Strukturen durch angepasste Prozesse noch effizienter zu gestalten oder beispielsweise einen höheren Facharzt-Standard als vorgesehen vorzuhalten.

Die aktuell vollständig ausgewerteten Zahlen liegen für das Jahr 2024 vor: Im Notfallzentrum Altötting wurden 42.535 Patientinnen und Patienten behandelt, in Mühldorf waren es 25.347. Zusammen wurden damit 67.882 Notfallpatienten versorgt. Das sind in Altötting 48 Prozent und in Mühldorf 39 Prozent mehr als noch 2020. Für 2025 bewegen sich die Fallzahlen nach aktueller Hochrechnung auf vergleichbarem Niveau, mit weiter steigender Tendenz, insbesondere bei schweren und komplexen Notfällen.

Das Notfallzentrum in Altötting soll anders strukturiert werden. Was ist geplant?

Einen ersten Schritt der Umstrukturierung haben wir durch ein Vorziehen der Triage bereits gemacht und dieser wirkt sich sehr positiv aus. In Altötting wird ein Patient innerhalb von einer bis maximal zwei Minuten nach Eintreffen im Notfallzentrum von einer erfahrenen Fachkraft triagiert, sprich: nach Behandlungsdringlichkeit eingeordnet. In Mühldorf erfolgt dies innerhalb von zwei bis drei Minuten.

Für die Zukunft ist in Altötting eine komplette Umgestaltung des Notfallzentrums geplant, hin zu einem offenen Raumkonzept, in dem die Patienten jederzeit die Behandler sehen können und umgekehrt. Durch klarere Abläufe können Wartezeiten weiter reduziert und die Versorgung effizienter gestaltet werden. Geplant ist darüber hinaus die Integration einer MVZ-Hausarztpraxis im InnKlinikum Altötting, um das Notfallzentrum zu entlasten, denn für bis zu 40 Prozent der Patienten in unseren Notfallzentren wäre der Hausarzt die richtige Anlaufstelle.

Diese Umgestaltung des Notfallzentrums in Altötting ist Teil unserer mittelfristigen baulichen Entwicklungsplanung. Die Umsetzung, für die ein vorübergehender Umzug in andere Klinikbereiche nötig ist, wird aktuell mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt und soll in den kommenden Jahren erfolgen.

Wie steht es um gebührenpflichtiges Parken am Klinikum Altötting und die mögliche Belastung der Mitarbeiter mit Parkgebühren?

Das Thema Parkgebühren wird immer emotional diskutiert, was nachvollziehbar ist. Unser Ziel ist, den Patienten sowie Angehörigen Kurzzeitparkplätze in der Nähe der Eingänge anbieten zu können. Wer die Situation am InnKlinikum Altötting kennt, weiß, wie schwer es seit Jahren ist, einen solchen freien Parkplatz, beispielsweise um die Mittagszeit, zu finden. Das soll sich durch die Parkraumbewirtschaftung ändern. Gleichzeitig möchten wir unseren Mitarbeitern natürlich weiterhin kostenfreies Parken in entsprechend ausgewiesenen Arealen ermöglichen. Das Konzept steht und wird im Frühjahr umgesetzt.

Was wünschen Sie sich für das InnKlinikum für das Jahr 2026?

Ich wünsche mir vor allem, dass sich unsere Mitarbeiter ihren Fleiß, ihr Herzblut, ihren Mut zur Veränderung und natürlich ihre Freude bei der Arbeit bewahren. Sie sind das Fundament für die regionale Gesundheitsversorgung und ohne sie wäre die positive Entwicklung der letzten Jahre nicht möglich gewesen. Für dieses großes Engagement möchte ich herzlich Danke sagen.

Ein weiterer großer Wunsch wäre, dass die Bürger das große Engagement der Klinikbeschäftigten honorieren und die kommunale Gesundheitsversorgung stärken, indem sie sich in allen gesundheitlichen Fragen auch vertrauensvoll an ihr InnKlinikum wenden.

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