Waldkraiburg – Glück im Unglück hatte am Samstagmittag, 3. Januar, eine 85-jährige Mieterin in der Haidaer Straße in Waldkraiburg. Durch den beherzten und goldrichtigen Einsatz ihrer Nachbarn hat sich ihr Küchenbrand nicht weiter ausgebreitet und alle blieben unverletzt.
Die 85-Jährige wollte wohl das Mittagessen kochen und setzte eine Pfanne auf den Herd. Doch dann sind wohl das Fett oder Öl zu heiß geworden und fingen Feuer, erzählt Mario Englmeier, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Waldkraiburg.
Es hat sich wohl dann auch starker Rauch gebildet, den Nachbarn in dem Mehrparteienhaus sowie im Nachbarhaus bemerkten, berichtet Englmeier. Diese hätten dann „goldrichtig“ reagiert, lobt der Feuerwehrmann. Sie griffen zum Feuerlöscher aus dem Treppenhaus und löschten mit dem Pulverlöscher beherzt das Feuer. „Es ist super gehandelt worden. Die Nachbarn haben 1a reagiert und geholfen“, freut sich der Feuerwehrmann.
Als die Waldkraiburger Feuerwehr kurz vor eins in der Haidaer Straße ankam, war alles schon gelöscht. „Alle Bewohner waren schon aus dem Gebäude heraus und wir mussten lediglich die Wohnung noch lüften“, sagt Englmeier.
Auch die Kreisbrandinspektion Mühldorf, das BRK und die Polizei waren vor Ort. Die Bewohner der Mietwohnung wurden noch an Ort und Stelle untersucht. „Es ist niemand verletzt worden“, teilt auf Anfrage die Waldkraiburger Polizei mit. „Es ist ein reiner Sach- und Brandschaden.“ Den schätzt die Polizei auf rund 30.000 Euro.
Die Wohnung ist derzeit unbewohnbar, „weil sich recht viel Löschpulver verteilt hat. So ein Pulver verteilt sich enorm, ist in jeder Ritze, in jeder Fuge“, erklärt Englmeier. Nicht nur in der Küche, sondern auch im Wohnraum. „Da kann man keinen drinnen wohnen lassen, bis es gereinigt ist.“ Wo die beiden Bewohner derzeit untergekommen sind, ist nicht bekannt.
Küchenbrände sind für die Waldkraiburger Feuerwehr eher selten, erklärt Englmeier. In diesen Fällen heißt es: „Deckel drauf, dann ist es vorbei.“ Das wüssten die Menschen und können oft selbst löschen. „Da wird von allen eine gute Aufklärungsarbeit geleistet.“ Das hat auch das Verhalten der Nachbarn gezeigt.
Ein Küchenbrand entsteht oft, wenn Fett oder Öl in der Pfanne zu stark erhitzt wird und sich selbst entzündet. Dann heißt es, Ruhe bewahren, die Hitzequelle ausschalten und – wenn möglich – einen passenden Deckel oder eine Löschdecke vorsichtig über Pfanne oder Topf legen, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen. Auf keinen Fall darf man Wasser auf brennendes Fett gießen. Auch sollte man die brennende Pfanne niemals hochheben oder herumtragen, da sich das Feuer sonst unkontrolliert ausbreiten kann.
In Deutschland entsteht fast jeder zweite Wohnungsbrand in der Küche – oft durch unbeaufsichtigtes Kochen oder überhitztes Fett oder Öl.esc