Maria Maier darf doch antreten

von Redaktion

Neue Wählerliste „Zukunft Jettenbach“ wählt amtierende Bürgermeisterin zu ihrer Kandidatin

Jettenbach – „Es war unglaublich. Das hätte keiner gedacht.“ Jettenbachs Bürgermeisterin Anna Maier ist auch Tage später am Telefon noch hörbar fassungslos. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte die neue Wählerliste „Zukunft Jettenbach“ zu einer Versammlung geladen – und die Besucher kamen und kamen und kamen.

„Sie sind bis zur Tür gestanden“, erzählt Maier. Auto um Auto fuhr auf den Parkplatz. Stuhl um Stuhl musste in die Mehrzweckhalle getragen werden, um dem Ansturm gerecht zu werden. Und Maier? „Ich habe noch Wahlzettel kopiert.“ Schließlich hatte „Zukunft Jettenbach“ geladen, um Bürgermeisterin Maria Maier doch noch als Kandidatin für die Kommunalwahl am 8. März 2026 aufzustellen.

Bürgermeisterin von den
eigenen Leuten abgesägt

Kurz vor Weihnachten war Maier von den eigenen Leuten, der „Jettenbacher Wählergemeinschaft“, unerwartet abgesägt worden. Anstelle von Maier hatten die Anwesenden Christian Gerstner zum Bürgermeisterkandidaten gemacht, mit 36 zu 33 Stimmen.

„Davon waren alle überrascht“, sagt Maier zu dem damaligen Ergebnis. „Es ist halt so passiert.“ Wahrscheinlich seien sich zu viele sicher gewesen, dass sie nominiert werde, und daher nicht zu der Veranstaltung gekommen, vermutet sie. Anders jetzt, als „Zukunft Jettenbach“ Maier auf den Schild heben wollte. 164 Besucher kamen, davon waren 148 Jettenbacher. Bei der ersten Nominierung waren es nur 69 Anwesende.

Erst mit 20 Minuten Verspätung konnte Hubert Forster die Veranstaltung eröffnen und durch den Abend führen. Einzige Kandidatin: Maria Maier. Sie war von dem Zuspruch überwältigt: „Es war sagenhaft. Mir hat am Anfang sogar die Stimme versagt.“

Nach dem gescheiterten Anlauf bei der Jettenbacher Wählergemeinschaft habe sie „sehr viel Zuspruch erfahren“, sagt Maier gegenüber den OVB-Heimatzeitungen: „Bürger und Gemeinderäte haben mir gesagt: Bitte lassen Sie uns nicht hängen.“ Daher wolle sie sich noch einmal um das Amt bewerben.

Vor den Gästen bei „Zukunft Jettenbach“ habe sie in einer Rede die wichtigsten Eckpunkte in ihrer bisher achtjährigen Amtszeit skizziert, berichtet Ulrike Zöller – eine Jettenbacherin, die bei der Versammlung anwesend war – den OVB-Heimatzeitungen. Maier habe dabei nachdrücklich von „Wir“ gesprochen: „Es sei nicht allein ihre Leistung, sondern die des gesamten Gemeinderats, die dahinterstehe.“

„Es gibt noch größere Baustellen, die ich gerne selber abschließen möchte“, begründet Maier ihre Motivation für eine weitere Amtszeit. Dazu gehören zum Beispiel die Entscheidung über die Bahnbrücke nach Schrottwinkl, die Schaffung eines Bauhofes, die Durchfahrtstraße durch Grafengars sowie neues Bauland, vor allem für die jungen Leute, „damit Jettenbach wachsen kann“. Maier überzeugte die Anwesenden. Von den 141 abgegebenen Stimmen entfielen 136 auf Maier, fünf waren ungültig. Und am Tag nach der Versammlung hätten innerhalb einer Stunde 70 Jettenbacher auch die erforderliche Unterstützerliste für die neue Wählergruppe „Zukunft Jettenbach“ unterschrieben, berichtet Zöller: „Damit war das notwendige Quorum von 40 Stimmen schnell und deutlich erreicht.“

„Das hat mich sehr bewegt.“ Maier ist die Freude über diese Entwicklung auch Tage später noch anzuhören. „Es war einfach sagenhaft. Es ist für mich eine Bestätigung, dass wir im Gemeinderat die Arbeit gut gemacht haben. Wir sind im Team auf dem richtigen Weg.“

Gegenkandidat Gerstner sagt zur Kandidatur von Maier gegenüber den OVB-Heimatzeitungen nur: „Nicht alles, was rechtlich legal ist, ist legitim, politisch klug und anständig.“ Seine Nominierung zeige, dass er mit seiner Kritik an der Amtsinhaberin anscheinend nicht alleine sei. Weiter wolle er seine Kritik öffentlich nicht ausführen. Daher: „Ich werde keinen Wahlkampf großartig in die Öffentlichkeit tragen.“

Zwei Kandidaten
für Jettenbach

Damit stehen am 8. März in Jettenbach zwei Bürgermeisterkandidaten auf dem Wahlzettel: Amtsinhaberin Maria Maier und Herausforderer Christian Gerstner.

„Wir sehen, was kommt. Der Wähler hat das letzte Wort“, sagt Bürgermeisterin Maier. Darin ist sie sich mit Gegenkandidat Gerstner einig. Der sagt: „Wir warten das Ergebnis am 8. März ab. Da hat der Wähler die Möglichkeit, sein Kreuz dem zu geben, den er für geeignet hält.“

Die Jettenbacherin Zöller jedenfalls freut sich: „Beides, die Versammlung wie die Wahlmöglichkeit, sind beeindruckende Beispiele für die aktive Zivilgesellschaft und die lebendige Demokratie in der kleinen Gemeinde am Inn.“

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