Auf den letzten Drücker werfen drei Kandidaten ihren Hut in den Ring

von Redaktion

Bürgermeisterwahl in Tüßling: CSU macht Comeback von Gräfin von Pfuel offiziell – Ein Kandidat braucht noch Unterschriften

Tüßling – Stephanie Gräfin Brughes von Pfuel tritt wieder als Bürgermeisterkandidatin an. Die 44 stimmberechtigten Mitglieder des CSU-Ortsverbandes haben sie einstimmig auf der offenen Liste der CSU nominiert. Während andernorts die Bürgermeisterkandidaten schon seit Wochen, zum Teil sogar seit Monaten, feststehen, lassen die Tüßlinger sich bis zum letzten Moment Zeit.

Die Bürgerliste/Freie Wähler nominierten ihren Kandidaten sogar erst am Donnerstag um 16.30 Uhr. Um 18 Uhr war die Meldefrist beim Wahlleiter.

Nach dem überraschenden Rücktritt des amtierenden Bürgermeisters Markus Bauer war die Tüßlinger Kommunalpolitik reichlich in Unordnung geraten: Bauer hatte ohne Erklärung hingeworfen. Dann wollte zunächst niemand Nachfolger werden. So wollte man sogar mithilfe von Stellenanzeigen das Problem lösen. Ohne Erfolg.

Kurz vor dem Jahreswechsel kam dann Bewegung in das Geschehen: Überraschend erklärte die ehemalige Bürgermeisterin ihre Bereitschaft für ein Comeback.

Und plötzlich drehte sich in Tüßling das Personalkarussell. Bis zum Stichtag Donnerstag, 8. Januar, 18 Uhr, gingen im Rathaus gleich drei Wahlvorschläge für das Bürgermeisteramt ein: CSU-Frau Gräfin Stefanie Brughes von Pfuehl, Alexandra Ludwig für die Bürgerliste/Freie Wähler Tüßling und dann noch Frank Tepin von der Tüßlinger Liste.

Die Bewerbung von Tepin ging so spät ein, dass er noch nicht alle 80 Unterschriften hatte, die seine Bewerbung unterstützen. Die können bis zum 19. Januar geleistet werden, erklärte Wahlleiter Fabian Kastenbauer auf Anfrage. Die Bewerbung von Ludwig kam auf den „letzten Drücker“.

Für Tüßling sei es jetzt wichtig, dass jemand mit Erfahrung und Kompetenz das Ruder übernehme, jemand, der wisse, was auf die Marktgemeinde und die Bevölkerung zukomme, erklärte Auer bei der CSU.

Dafür sei von Pfuel die Richtige, sie könne dafür sorgen, dass wieder Ruhe einkehre. Von Pfuel verwies auf ihre Amtszeit von 2014 bis 2020 sowie ihr kommunalpolitisches Engagement seit 1996. Speziell in ihrer Zeit als Bürgermeisterin habe man gemeinsam viel für Tüßling erreicht: angefangen beim Neubau des Feuerwehrhauses, über den Abbau der Schulden bis hin zur Sanierung von Straßen und Brücken.

Während ihrer Amtszeit ist ihr Sohn Charly verstorben. Ein schwerer Schicksalsschlag. Dennoch habe sie sich damals bis zum Ende ihrer Amtszeit der Verantwortung gestellt und sich danach bewusst eine Auszeit genommen, führte von Pfuel aus.

Seither habe sie die Geschehnisse bis hin zur Wahl von Markus Bauer und sein engagiertes Wirken aufmerksam verfolgt, sagte von Pfuel. Der überraschende Rücktritt Bauers, die anschließende, teils ungewöhnliche Entwicklung und das Vorgehen im Hinblick auf die Nominierungslisten zur Kommunalwahl hätten sie stark beschäftigt und dazu bewogen, sich erneut zur Wahl zu stellen. Robert Wagner

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