„1322 – Ritter, Schlacht und Königswürde“

von Redaktion

Jetzt sind Buch und Katalog zu der Schlacht bei Mühldorf erschienen – Im Museum und im Stadtarchiv erhältlich

Mühldorf – „1322 – Ritter, Schlacht und Königswürde. Die Schlacht bei Mühldorf.“ So heißt ein Buch, das jetzt im Regensburger Pustet Verlag erschienen ist und sowohl im Museum als auch im Stadtarchiv erhältlich ist.

Wie der Titel besagt, hat das Buch viele Bezüge zum Landkreis Mühldorf. So haben auch Stadtarchivar Edwin Hamberger, Landkreis-Geschichtskoordinator Daniel Baumgartner und Museumsleiter Korbinian Engelmann Beiträge verfasst. Letzterer zeichnet für den dem Buch angegliederten Katalog der Ausstellung verantwortlich. Mit dieser Sisyphus-Arbeit ist es ihm gelungen, die Ausstellung „in Buchform“ zu erhalten, nachdem sie im Museum ja nicht mehr präsent ist.

Der heutige Landkreis
zur Zeit der Schlacht

Es hatte im damaligen Deutschen Reich seit 1314 einen Streit um die Nachfolge des verstorbenen Königs Heinrich VII. gegeben. Um diese Frage zu klären, standen sich Ludwig der Bayer aus dem Hause Wittelsbach und der Habsburger Friedrich der Schöne im Jahr 1322 im Landkreis Mühldorf mit zwei schwer bewaffneten Heeren gegenüber. Es ging um den Thron des Heiligen Römischen Reichs. Ludwig war schließlich siegreich und wurde deutscher König.

Unter dem Titel „Der heutige Landkreis Mühldorf am Inn zur Zeit der Schlacht“ haben Daniel Baumgartner und Edwin Hamberger in dem Buch beispielsweise geschrieben, dass Mühldorf, 935 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, damals die einzige Stadt im Landkreis und schon damals eng mit Salzburg verbunden war. Die Entwicklung der heutigen Kreisstadt beginnt in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. 1190 räumte König Heinrich IV. dem Salzburger Erzbischof Adalbert II. in einer Urkunde ein, in Mühldorf eine Niederlassung für Reichenhaller Salz zu errichten. Dieses Privileg bestimmte, dass das durch Mühldorf transportierte Salz nur dort verkauft werden durfte. Um 1250 gibt es Belege für die Entstehung der Nikolauskirche. Das älteste Siegel der Stadt stammt vom 15. Juli 1298 und zeigt das Mühlrad mit 16 Schaufeln. Im 14. Jahrhundert wurde der 480 Meter lange Stadtplatz angelegt, die Katharinenkirche wird am 8. Februar 1400 zum 1. Mal urkundlich erwähnt, ihre Ursprünge dürften aber wohl in der Zeit um 1300 liegen. Der damalige Landkreis Mühldorf war im 14. Jahrhundert – wie ein Großteil des Herzogtums Bayern – landwirtschaftlich geprägt. Beispielsweise sei hier Erharting angeführt, auf dessen heutigem Gemeindegebiet die Schlacht von 1322 geschlagen wurde. Um die dortige Burg Dornberg gab es mehrere Auseinandersetzungen zwischen dem Salzburger Erzbischof und dem Herzog von Bayern. Dort soll Friedrich der Schöne nach seiner Verhaftung infolge seiner Niederlage eine Nacht lang eingesperrt gewesen sein.

Es gab im Mittelalter fünf Märkte im Landkreis: Buchbach, Gars, Haag, Kraiburg und Neumarkt. Ebenso existierten drei Klöster – Au, Gars und St. Veit.

Ampfing ist der Ort, der am stärksten von der Erinnerung an die Schlacht geprägt wurde. Die Schlacht von 1322, oft als „Schlacht bei Mühldorf“ bezeichnet, wird in einigen Aufzeichnungen auch „Schlacht bei Ampfing“ genannt. Hierzu hat übrigens Landrat Max Heimerl ein salomonisches Urteil gefällt und nennt die kriegerische Auseinandersetzung im Jahre 1322 „Die Schlacht im Landkreis Mühldorf“. Im Jahre 2022 wurde in Ampfing erneut ein Schauspiel „1322“ auf die Bühne gebracht und der Verein „Zwoarazwanzger“ gegründet.

In Mühldorf war es der Kulturschupp’n, das bewährte Theaterensemble in der Kreisstadt, der das Thema auf die Bühne brachte. Das Stück hieß „Der bairische Aff oder wie einer Kaiser wird“, aus der Feder von Silvia Menzel und Christopher Luber.

In Buchbach gab es bereits 1856 ein Freilichttheater

In Erharting wurde 2023 – coronabedingt ein Jahr später als geplant – ein großes Ritterfest veranstaltet. Buchbach hatte bereits 1856 das Freilichttheater „Ludwig der Bayer oder: Die Schlacht bei Ampfing“ dargeboten.

In der zweiten Hälfte des lesenswerten Buches zeichnet Museumsleiter Korbinian Engelmann für den ausführlichen Katalog verantwortlich. Darin werden die beiden Protagonisten, also Ludwig und Friedrich, vorgestellt. Da die Schlacht die letzte kriegerische Auseinandersetzung ohne den Einsatz von Feuerwaffen war, werden ihr Verlauf und ihr Ausgang im Katalog ausführlich erläutert.

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