Waldkraiburg – Nein, ein „Urgestein“ sei er sicher nicht, davon ist Richard Fischer überzeugt, auch wenn dieser Begriff mehrfach gefallen ist: Richard Fischer wurde für seine Verdienste um die Sozialdemokratische Partei Deutschlands mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Dies ist die höchste Auszeichnung, die von der SPD vergeben wird.
Gewürdigt wurden damit nicht nur seine Tätigkeiten als Stadtrat, Kreisrat, stellvertretender Landrat, Fraktionsvorsitzender und andere Aufgaben, die er für die SPD erfüllte, sondern auch seine grundsätzliche Haltung in der Arbeit für die Bürger.
Es war eine besondere Feierstunde im Haus der Kultur. Denn gekommen waren nicht nur die Mitglieder der SPD aus dem Landkreis, sondern auch die Landesvorsitzende Ronja Endres und Vertreter des „politischen Mitbewerbers“: Einer der Laudatoren war Landrat Max Heimerl, ein anderer der Bürgermeister von Waldkraiburg, Robert Pötzsch. Begrüßt wurden die Gäste im Haus der Kultur von Patrick Hüller, Unterbezirksvorsitzender der SPD und Landratskandidat. „Wir ehren heute einen ganz besonderen Menschen“, machte er deutlich. Es sei eine Ehre für den Kreisverband der SPD, einen Träger der Willy-Brandt-Medaille in seinen Reihen zu wissen, aber diese Auszeichnung sei vor allem eine Würdigung der langjährigen Arbeit von Richard Fischer für die SPD und für eine gute Kommunalpolitik in den verschiedensten Funktionen.
Ronja Endres, Vorsitzende der Bayern-SPD, hob die Bedeutung der Kommunalpolitik hervor, für die Richard Fischer ein besonderes „Aushängeschild“ sei. „Kommunalpolitik muss immer die beste Politik sein, denn hinter dieser Politik stehen Menschen mit ihrem Gesicht und mit ihrem Namen“, so die Landesvorsitzende. In der Kommunalpolitik würden die Entscheidungen getroffen, mit denen Bürger im Alltag konfrontiert werden. „Richard Fischer hat sich nie gescheut, mit seinem Namen und mit seinem Gesicht hinter seiner Meinung und seinen Entscheidungen zu stehen, im Gegenteil: Er habe den Kontakt mit den Menschen gesucht und auch in persönlichen Gesprächen immer versucht zu erklären, warum Entscheidungen ein bestimmtes Ergebnis hatten.“
Auch in seiner Arbeit für die Gewerkschaft hat Fischer immer großes Rückgrat bewiesen: „Richard steht für die Arbeitnehmerrechte, für das Arbeitsschutzgesetz, das nicht zuletzt Bundeskanzler Merz heute wieder aufweichen und in Teilen sogar abschaffen wolle. Für Richard Fischer war und ist immer klar, dass die Rechte der Arbeitnehmer verteidigt werden müssen.“
Dabei sei er sich nicht zu schade gewesen, Basisarbeit zu übernehmen: „Ich glaube, du weißt selbst nicht mehr, wie viele Plakate du geklebt hast, an wie vielen Infoständen du Menschen informiert hast“, so die SPD-Landesvorsitzende. Die Willy-Brandt-Medaille sei Anerkennung für eine Lebensleistung, die, so Endres, hoffentlich noch viele Jahre andauern werde.
Die feierliche Übergabe der Medaille nahm Ronja Endres gemeinsam mit Patrick Hüller vor, sichtlich gerührt nahm Richard Fischer die Auszeichnung entgegen.
Eine ebenso herzliche wie persönliche Würdigung war aus der Rede von Landrat Max Heimerl herauszuhören. Die Ehrung sei gerechtfertigt, denn die Leistung von Richard Fischer ist tatsächlich sehr groß, unterstrich der Landrat, der dann hinzufügte: „Er ist ein ehrlicher, verlässlicher Mensch, ich kann mich auf ihn als Stellvertreter immer verlassen.“ Fischer sage, was er denke, und mache dann, was er gesagt hat, dies immer gut vorbereitet und sehr kompetent. „Richard Fischer ist ein guter Vertreter des Landkreises.“
Ein Lob gab es auch für die Ehefrau des Geehrten, Ursula Fischer: „Gerade in der Kommunalpolitik ist es wichtig, dass der Partner den Rücken freihält, sonst wäre das nicht zu machen.“ Heimerl bedankte sich ausdrücklich bei Richard Fischer, dass er zur Feier einer Ehrung nicht auf das Parteibuch geachtet habe, sondern auf die Jahre guter Zusammenarbeit. Dies sei heute besonders wichtig: „Die demokratischen Parteien können nicht immer einer Meinung sein, aber sie müssen zusammenhalten gegen die Feinde der Demokratie.“ Dafür gab es Applaus von allen Seiten.
Lob gab es auch von Bürgermeister Robert Pötzsch: Richard Fischer sei ein Politiker, der zu seinen Zielen stehe, der sicher auch für die Grundhaltung der SPD stehe, der aber auch in der Lage sei, vernünftige Kompromisse zu schließen, weil ihm die Interessen der Stadt Waldkraiburg und der Bürger am Herzen liegen.
Pötzsch lobte die gute Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg und wünschte Richard Fischer neben Gesundheit und Zufriedenheit noch viele Jahre in der Kommunalpolitik. „Richard Fischer ist kein Kurzstreckenläufer in der Politik, sondern einer, der diese Arbeit als Langstreckenlauf versteht – und er ist ein guter Teamarbeiter, mit dem man gerne zusammenarbeiten mag.“
Richard Fischer selbst gab sich bescheiden. Er habe, so unterstrich er, nicht mit dieser Auszeichnung gerechnet, aber tatsächlich freue er sich, denn Willy Brandt sei auch für ihn ein Vorbild an Vernunft, an Fleiß und an politischer Leidenschaft. „Aber alleine hätte ich das, was ich erreichen durfte, nie geschafft. Ich habe und hatte tolle Wegbegleiter“, sagte er. Der Kommunalpolitik riet er, wieder mehr zuzuhören, wo den Menschen der Schuh drücke. Es gehöre zur Demokratie und ihrem Erhalt, dass man sich zusammen ausspreche: „Die Menschen müssen wissen, dass die demokratischen Politiker die richtigen Ansprechpartner für sie sind.“
Am Ende dankte er seiner Frau: „Sie hat manches mitgemacht mit meiner politischen Arbeit und mir. Sie hat aber immer zu mir gehalten und ich bin ihr unendlich dankbar.“