Landkreis – Der Kreisverband der Krieger- Soldaten- Reservisten-Kameradschaften organisiert unter der Leitung von Irmgard Wagner heuer auch eine Frühjahrsfahrt: Ziel ist der Gardasee. Gefahren wird von Montag 27. April bis Donnerstag 30. April. Besucht wird der Soldatenfriedhof in Costermano.
Auf der Kriegsgräberstätte Costermano ruhen rund 22.000 deutsche Kriegstote, die im Zweiten Weltkrieg auf italienischem Boden zu Tode kamen. Dabei handelt es sich zum überwiegenden Teil um deutsche Soldaten. Rund 180 Tote hatten eine andere Nationalität, darunter viele Österreicher, aber zum Beispiel auch Franzosen, Italiener und Russen. Auch rund 60 Frauen befinden sich unter den Toten, die als Krankenschwestern, Luftwaffen- oder Stabshelferinnnen eingesetzt waren. Sogar ein 14- jähriger Hitlerjunge ruht auf der Friedhofsanlage.
Bauarbeiten begannen
bereits im Jahr 1955
Die Bauarbeiten für die Kriegsgräberstätte begannen bereits im Jahr 1955. Am 6. Mai 1967 wurde die Anlage unter großer Anteilnahme der Angehörigen und der örtlichen Bevölkerung feierlich eingeweiht.
Unter den in Costermano bestatteten Kriegstoten befinden sich mindestens 16 Personen, die nachweislich Kriegsverbrechen und/oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben oder daran beteiligt waren. Zu ihnen gehören auch die SS-Angehörigen Christian Wirth, Gottfried Schwarz und Franz Reichleitner, die aus dem Generalgouvernement (Polen) nach Italien versetzt worden waren, um unter dem Decknamen „Aktion R“ im adriatischen Küstenland italienische Partisanen zu bekämpfen und die dort lebende jüdische Bevölkerung zu vernichten. Zuvor waren sie maßgeblich im Generalgouvernement an der Ermordung von rund zwei Millionen Juden sowie Sinti und Roma in den Konzentrationslagern Belzec, Sobibor, Treblinka und Majdanek beteiligt. Alle drei Personen wurden bei Kämpfen mit italienischen Widerstandsgruppen getötet. Die Kriegsverbrecher haben unaussprechliches Leid über viele Menschen und ihre Familien gebracht. Ihre Verbrechen mahnen, aus der Geschichte zu lernen und die Menschenwürde zu achten. Jedes Jahr organisiert auch Josef Gebler vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge aus Schönberg das Jugendlager Europa. Hier nehmen Jugendliche aus dem Landkreis Mühldorf an der Pflege der Kriegsgräber teil. Vielleicht auch für die Angehörigen und Jugendlichen eine gute Gelegenheit zu sehen wo hier gearbeitet wird und was ihre Kinder beziehungsweise Enkelkinder für wertvolle Arbeit leisten.
Viertägiges Programm
rund um den Gardasee
Die Anreise erfolgt mit dem Bus nach Sirmione. Am ersten Tag wird der Soldatenfriedhof besucht. Weitere Programmpunkte während der viertägigen Reise sind: Besuch des Botanischen Gartens in Gardone, Schinken-, Parmesan- oder Weinverkostung in Zibello. Besuch der mittelalterlichen Stadt Mantua, Stadtführung mit örtlichen Reiseleitern und anschließend Zeit zur freien Verfügung. Besucht wird auch das ehemalige Festungsdorf Borghetto. Bei der Heimfahrt wird an der Wallfahrtskirche Madonna della Corona und an der Gefallenenglocke Maria Dolens in Rovereto Halt gemacht.
Eine Anmeldung und weitere Informationen ab sofort per E-Mail unter irmi.wagner@t-online.de oder schriftlich an Irmgard Wagner, Zelger Berg 13, 84539 Zangberg oder telefonisch unter 08636/698422 oder 0176/45009996. stn