Sieben Bäume ohne Vorwarnung gefällt

von Redaktion

In Aschau sorgen sieben gefällte Obstbäume für Ärger bei den Anwohnern. Die Gemeinde fällte die Bäume ohne Vorwarnung. Laut Bürgermeister Christian Weyrich waren sie für den Standort ungeeignet, da im Boden Leitungen verlaufen. Anwohner kritisieren den Verlust und die mangelnde Kommunikation.

Aschau – Schon wieder mussten in Aschau Bäume weichen. In der Siedlung am Korn- und Wiesenfeld fehlen seit wenigen Tagen sieben Obstbäume. Von ihnen sind nur noch die Stümpfe zu sehen. Ganz zum Ärger der Anwohner der Siedlung, wie in der jüngsten Sitzung des Aschauer Gemeinderates deutlich wurde.

Alte Obstbäume gefällt
– Bürger sind sauer

Vor Beginn der Sitzung nutzte eine Anwohnerin beim Punkt „Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum“ die Chance, ihr Unverständnis über die Fällungen kundzutun. „Warum wurden die Bäume neben dem Gehweg gefällt? Sie waren viele Jahre alt“, sagte sie. Bürgermeister Christian Weyrich antwortete, dass die Obstbäume zu groß für diesen Standort geworden seien. Dort im Boden würden Leitungen liegen. „Deswegen haben wir uns entschieden, sie zu fällen“, erklärte er. Die Bäume seien damals falsch ausgewählt worden und für diesen Standort ungeeignet gewesen.

Bewohner wussten
nichts von der Aktion

„Dafür kommt nun eine standortgerechte Bepflanzung“, versprach der Bürgermeister. „Jetzt müssen wir den Fehler von vor zig Jahren wiedergutmachen“, sagte er.

„Deswegen hat man sie gleich ‚gekilled‘?“, fragte die Anwohnerin. „Ich bin zwar keine Expertin, aber Obstbäume kann man doch auch zuschneiden“, sagte sie. Anwohner hätten von dem Obst profitiert und es auch gesammelt. „Das war ja für die Allgemeinheit“, fuhr die Frau fort.

Beim Grundstückskauf hätten die Anwohner für die Bepflanzung gezahlt. Dass die Bäume nun ohne das Wissen der Nachbarn gefällt wurden, ist für die Aschauerin „sehr schade“. Zudem befürchtete sie, dass die Anwohner jetzt auch für die neuen Pflanzen zahlen müssten.

Hierbei konnte Bürgermeister Weyrich jedoch Entwarnung geben: „Die Gemeinde übernimmt die Kosten.“ Zusätzlich müssten die Anwohner nichts zahlen, sagte er. Die Rednerin merkte jedoch an, dass, auch wenn die Gemeinde die Kosten stemme, indirekt die Bürger dafür zahlen würden. Letztlich war es ihr wichtig, zu den Fällungen ein Feedback zu geben, betonte sie.

Alte Esche in
Aschau gefällt

Die Fällung der Obstbäume in der Siedlung in Aschau ist nicht der einzige Fall. Erst kürzlich wurden eine alte Esche und ein Apfelbaum entlang der Hochwaschen umgeschnitten. „Ein echter Verlust für Mensch und Natur“, kritisierte die Kreisgruppe Mühldorf vom Bund Naturschutz. Wie Bürgermeister Weyrich dazu auf Nachfrage der Redaktion mitgeteilt hatte, hätten die Wurzeln der Esche die dortige Brücke angegriffen.

Eine Alternative zur Fällung habe es nicht gegeben, so der Bürgermeister.

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