Praxisneubau sorgt für Diskussion

von Redaktion

Eine Hausarztpraxis will in einen Neubau umziehen, doch dafür muss der Bebauungsplan geändert werden. Neben Fragen zur Verkehrssicherheit ging es im Kraiburger Gemeinderat auch um die geplante Höhe des Gebäudes.

Kraiburg – Ein Meter zu viel – und das reichte, um die Entscheidung zu vertagen. Der Kraiburger Gemeinderat hat die Änderung des Bebauungsplans für einen geplanten Praxisneubau vorerst zurückgestellt.

Die Räume einer Hausarztpraxis sind zu klein und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine zeitgemäße medizinische Versorgung – bei gleichzeitig steigenden Patientenzahlen. Deshalb plant die Praxis einen Umzug. Wohin ist auch schon klar: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite soll im Erdgeschoss eine neue Praxis entstehen, darüber Wohnungen.

Busdurchfahrt und
Wartehäuschen anpassen

Die Gemeinde steht dem grundsätzlich offen gegenüber. Schließlich will man die ärztliche Nahversorgung im Ort nachhaltig sichern. Um den Neubau aber zu realisieren, braucht es eine Änderung des Bebauungsplans „Unterbräu-Wiese“. Denn bislang ist die Fläche als Parkplatz ausgewiesen. „Das passt nicht zu einer Praxis und Wohnungen“, erklärte Geschäftsstellenleiter Andreas Mittermaier, der dem Gremium die Pläne vorstellte.

Mit einer Bebauung des Parkplatzes wären zudem weitere Anpassungen verbunden. So müssten unter anderem die Busdurchfahrt sowie das Buswartehäuschen verlegt werden. Auch auf eine entsprechende Begrünung des verbleibenden Parkplatzes solle geachtet werden.

Die Sicherung der ärztlichen Versorgung ist für Gerhard Preintner (UWG) ein wichtiger Aspekt. Gleichzeitig äußerte er aber Bedenken mit Blick auf die Sicherheit der Patienten. Während Praxis und Apotheke bislang direkt nebeneinander liegen, liege die Praxis künftig auf der anderen Straßenseite. Patienten müssten dann künftig die Staatsstraße queren. „Das ist eine gefährliche Sache“, meinte Preintner. Deshalb schlug er vor, diesen Punkt frühzeitig beim Staatlichen Bauamt anzusprechen.

Für Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) ist die Tempo-Regelung im Ort ohnehin nur „suboptimal“ gelöst. Sie verwies auf laufende Anträge auf Verkehrsberuhigung, frühere seien bislang abgelehnt worden. „Wir beißen beim Staatlichen Bauamt auf Granit.“ Der Sicherheitsaspekt sei aber nicht neu, da auch Schulkinder dort jeden Tag die Straße queren müssten. „Wir müssen abwarten, was aus den Anträgen wird. Aber das wird ein langer Weg“, sagte Jackl. Dennoch wolle die Gemeinde im Zuge der Bauleitplanung erneut beim Staatlichen Bauamt anfragen. „Ansonsten läuft es über die Anträge der Bürger – mit Unterstützung der Gemeinde.“

Doch deshalb sollte die Änderung des Bebauungsplans nicht zurückgestellt werden. Ausschlaggebend war die Wandhöhe des geplanten Neubaus. Gerhard Preintner (UWG) verwies darauf, dass die vorgesehene Wandhöhe in den aktuellen Planungen rund einen Meter höher ausfalle als noch in der ursprünglichen Bauvoranfrage. Mit Blick auf das Umfeld sind laut Andreas Mittermaier zwar maximal drei Vollgeschosse möglich, dennoch sorgte die Wandhöhe von 8,50 Metern für Kritik im Gremium.

Wandhöhe ein Meter
höher als ursprünglich

Klare Worte fand Ernst Kirmeier (UWG): „Wir wollen dort keinen Riesenkomplex.“ Offen blieb die Frage, welche Dimension für den Gemeinderat vertretbar sei. „Wir stellen das Thema zurück und suchen noch einmal das Gespräch mit dem Bauherrn. Welche Höhe gehen wir mit?“, brachte Bürgermeisterin Jackl die weitere Vorgehensweise auf den Punkt.

Während Adrian Hilge (SPD) eine Wandhöhe von 8,50 Meter unter der Voraussetzung einer flacheren Dachneigung für akzeptabel hält, wollte Franz Kifinger (UWG) eine Begrenzung auf 7,50 Meter bei einer Dachneigung von 35 Grad fixieren. Damit will Petra Jackl das Gespräch mit dem Bauherrn suchen, bevor in einer der nächsten Sitzungen darüber erneut diskutiert werden soll.

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