Nach Unfall im Tunnel: Zwei Autofahrer wenden im Stau auf der A94

von Redaktion

Ampfing – Am Samstag kam es gegen 15.30 Uhr auf der A94, Fahrtrichtung München, im Bereich der Tunneleinhausung Wimpasing zu einem Unfall. Ein 36-Jähriger aus dem Landkreis Mühldorf fuhr mit seinem BMW von hinten auf den vor ihm fahrenden Audi einer 25-Jährigen, ebenfalls aus dem Landkreis Mühldorf, auf. Als Unfallursache vermutet die Polizei zu geringen Sicherheitsabstand.

Der Audi kam ins Schleudern, stieß in Fahrtrichtung links gegen die Tunnelwand und kam auf dem linken Fahrstreifen entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen. Zu den Einzelheiten der Unfallursache dauern die Ermittlungen noch an.

Bei dem Verkehrsunfall erlitt die 25-Jährige leichte Schmerzen, der 36-jährige Unfallverursacher blieb unverletzt. An beiden Fahrzeugen entstand jeweils erheblicher Sachschaden. Die beiden Autos mussten, da sie nicht mehr fahrbereit waren, von zwei verschiedenen Abschleppdiensten aus der Region geborgen werden.

Vor dem Tunnel kam es in Richtung München schnell zu einem Stau, der bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte der Autobahnpolizeistation Mühldorf durch Kräfte einer ortsnahen freiwilligen Feuerwehr und der Isentalautobahn Services an der Anschlussstelle Ampfing von der Autobahn ausgeleitet wurde.

Die A94 musste in Fahrtrichtung München im Bereich zwischen der Anschlussstelle Ampfing und Heldenstein für die Dauer der Verkehrsunfallaufnahme, der Bergung der Fahrzeuge und der anschließenden Fahrbahnreinigung für insgesamt rund drei Stunden gesperrt werden.

Augenzeugen des Verkehrsunfalles werden gebeten, sich mit der Autobahnpolizeistation Mühldorf unter Telefon 08631/3673-310 oder auch mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Zwei Geisterfahrer
wegen Verkehrsstau

Wegen dieses Unfalls im Tunnel Wimpasing fielen der Autobahnpolizei gegen 16.10 Uhr, also rund 40 Minuten nach dem Crash, zwei Autofahrer besonders negativ auf. Ein 58-Jähriger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck mit seinem Dacia und ein 43-Jähriger aus München mit seinem BMW wurden beobachtet, wie sie im Stau auf der Autobahn wendeten und die Rettungsgasse entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befuhren. Dies taten sie „offensichtlich, um dem Stau zu entgehen“, hieß es dazu im Polizeibericht. Zu einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer war es hierdurch glücklicherweise nicht gekommen.

Nach entsprechender Verkehrskontrolle durch die vor Ort anwesenden Kräfte der Autobahnpolizei Mühldorf erwartet diese Falschfahrer nun ein Bußgeldverfahren. Beide Geisterfahrer müssen für diese Ordnungswidrigkeit jeweils 300 Euro bezahlen.

„Hätten sie andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, dann wäre die Falschfahrt zur Straftat geworden“, erläutert Stefan Bohlig von der Autobahnpolizeistation Mühldorf auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Das könne in einer Rettungsgasse schnell so weit sein, wenn etwa ein Rettungswagen flott zur Unfallstelle gelangen muss und ihm ein Fahrzeug in falscher Richtung entgegenkommt. „Dieses Verhalten stellt eine Gefährdung des Straßenverkehrs dar, ist äußerst gefährlich und man sollte es tunlichst unterlassen.“

Mit im Stau wendenden Autofahrern habe es die Autobahnpolizei nicht sehr oft, aber doch hin und wieder zu tun. In der Regel werden sie auch erwischt und zur Verantwortung gezogen, so Bohlig. Entweder, weil die Rettungskräfte vor Ort einschreiten, andere Autofahrer die Kennzeichen notieren oder die Autobahnträgergesellschaft sie der Polizei meldet.christa Latta

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