Mühldorf – Zum 155. Mal traf sich die Feuerwehr zur Jahresversammlung. Nach dem Totengedenken blickte Josef Birnkammer auf das vergangene Jahr zurück: „Wir nahmen an allen kirchlichen und städtischen Veranstaltungen teil, besuchten die Jahresversammlungen der umliegenden Feuerwehren.“ Es folgte ein Ausblick auf das Jahr 2026: „Wir feiern unser 155. Vereinsjubiläum in kleinem Rahmen. Folgendes ist geplant: Wir starten eine Löschwassersuchwanderung für Erwachsene, am Karfreitag grillen wir, und am 16. Mai veranstalten wir mit den Kameraden aus Mössling, mit der Polizei, dem Roten Kreuz und dem THW am Volksfestplatz einen Blaulichttag.“
Am Donnerstag, 10. September, gibt es „Blech und Pipes“ – ein Freundschaftskonzert der Blaskapelle Altmühldorf mit der schottischen Dudelsackkapelle. Die Kabarettistin Sara Brandhuber tritt am 11. September auf, und am 12. September steht der Festabend auf dem Programm. Diese drei Veranstaltungen finden bei der Firma Fliegl statt. Birnkammer würdigte Robert Niederschweiberer, der aus dem Amt als stellvertretender Vorsitzender ausscheidet und Andrea Fenzl, die als Beisitzerin aufhört.
Nun trug Kassier Tobias Wapler den Kassenbericht vor. Er sprach von einem „guten und erfolgreichen 2025“. Sein Ergebnis: Die Feuerwehr Mühldorf steht finanziell auf einer sehr soliden Basis. Die Kasse wurde von Andrea Konrad und Josef Penzenstadler geprüft. So konnte die Vorstandschaft entlastet werden.
Martin Strasser fuhr mit seinem Bericht als Kommandant fort: „Wir leisteten 180 Einsätze, darunter waren 66 Brände (ein Großbrand betraf die Firma MBM in Altmühldorf), 99 technische Hilfen und sieben Sicherheitswachen. 16 Personen retteten wir über die Leiter, 14 Menschen fanden wir hilflos vor. Eine Person wurde bis zum Eintreffen des Notarztes medizinisch versorgt. Wir suchten Vermisste und befreiten Personen aus dem Aufzug am Bahnhof. 38-mal waren Wohnungen zu öffnen, Menschen oder Tiere aus dem Innkanal zu retten oder Ölsperren aufzubauen.“
Am 13. März beschäftigte die Feuerwehr ein Bombenfund am Bahnhof, Tausende Personen waren zu evakuieren. Am 29. April brannte ein Wohnhaus in der Altstadt. Strasser bezifferte den Personalstand auf 91 Aktive, die sich aus 19 Jugendlichen (12 bis 18 Jahre) und 72 Erwachsenen (18 bis 67 Jahre) zusammensetzen.
Der Kommandant freute sich auch über drei größere Neuanschaffungen: ein HLF 20, ein Hilfeleistungsfahrzeug (für technische Unterstützung), ein Ford Ranger Pickup (ein Transportmittel für die Gerätewarte) und einen Rollbehälter Logistik. Zum Schluss sprach Martin Strasser die Renovierung des Gerätehauses an: „Wir machen Fortschritte, stehen kurz vor der Einreichung des Antrags für die Genehmigung.“
Jugendwart Richard Haberger berichtete, dass die Jugend aus 19 Mitgliedern besteht (18 Buben und ein Mädchen). Man habe 19 Jugendübungen und vier Löschwassersuchwanderungen durchgeführt. Fünf Jugendliche haben die anspruchsvolle Jugendleistungsprüfung erfolgreich absolviert, am alljährlichen Zeltlager und am Berufsfeuerwehrtag nahm man teil. Maschinistenausbilder Florian Loibl konnte stolz verkünden, dass die Zahl von 35 Maschinisten auf 39 gestiegen war. Dabei freute er sich, dass die Stadt die Kosten für den Führerschein übernommen hat. Bei Übungsfahrten wurden über 8700 Kilometer zurückgelegt, dies ohne größere Schäden. In seinem Grußwort führte Bürgermeister Michael Hetzl aus: „Man kann sich immer auf euch verlassen. Deshalb braucht ihr immer die richtige Ausrüstung – beim Stadtrat und bei mir rennt ihr offene Türen ein. Für euer neues Feuerwehrhaus sind sechs Millionen Euro veranschlagt – eines der größten Feuerwehrprojekte in der Region.“
Ilse Preisinger-Sontag in ihrem Grußwort: „Im Landkreis Mühldorf gibt es 71 freiwillige Feuerwehren. Ihr seid ständig einsatzbereit – 24/7 an 365 Tagen im Jahr. Das gibt der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit. Deshalb finde ich es völlig unverständlich, dass Feuerwehrler, Rettungskräfte oder Polizisten tätlich angegriffen werden. Das ist ein absolutes No Go.“
Die anschließenden Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Kommandant bleibt Martin Strasser, sein Stellvertreter wird Bernhard Niederschweiberer sein. Florian Loibl wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Tobias Wapler und Jürgen Skoluda behalten ihre Ämter als Kassenwart respektive Schriftführer. Die zwei neu gekürten Beisitzer heißen Anna Maria Tratzl und Max Hutterer.
Weitere Grußworte sprachen Kreisbrandrat Harald Lechertshuber und Andreas Hinterschwepfinger.
In den Feuerwehrdienst wurden per Handschlag aufgenommen: Veit Baumgartner, Hannes Fürfanger, Max Scharras, Predrag Strugarevic, Xaver Thalmeier, Lukas Tratzl, Korbinian Wolfmaier, Alshaita Zeid.
Herbert Kusche wurde zum Oberfeuerwehrmann, Felix Jähnel zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurde Herbert Kusche geehrt, für 20-jährige Mitgliedschaft Sandra Zellhuber und Felix Jähnel. Für 30-jährige Mitgliedschaft wurden Florian Loibl, Thomas Ludwig, Bernhard Obermeier und Stefan Steinberger geehrt.