Fahrübungen statt Fairplay

von Redaktion

TSV Polling beklagt ebenfalls Driftschäden am Trainingsplatz – Schaden stellt sich erst im Frühjahr heraus

Polling – Es ist noch keine zehn Tage her, dass die Polizei in Mühldorf zu einem Einsatz nach Mößling gerufen wurde, weil dort zwei junge Burschen, 18 und 19 Jahre alt, Fahrübungen auf dem gefrorenen Trainingsplatz des FC Mühldorf durchgeführt haben. Die Furchen sind tief, die Reifenspuren ganz klar durch die dünne Schneedecke erkennbar. Tags darauf geben die Verantwortlichen Entwarnung: So schlimm scheint es nicht zu sein. Eine dicke Schicht aus Eis und Schnee hatte sich über den Rasen gelegt. Wie hoch der Schaden ist, wird sich tatsächlich erst im Frühjahr zeigen.

Wiederholungstäter
in Polling?

Was sich aber herausstellt: Offenbar sind solche Driftübungen auf Vereinsgeländen keine Seltenheit. Bereits um Weihnachten hatte der TSV 66 Polling ähnliche Erfahrungen gemacht. Vorsitzender Andreas Selmaier nennt den ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember 2025, als der Trainingsplatz neben der Sportgaststätte für Fahrübungen missbraucht wurde. Tiefe Furchen zeugen von dem offensichtlich nächtlich durchgeführten Abenteuer, das niemand in der Nachbarschaft so richtig mitbekommen haben will.

Wie auch? „Das Feld befindet sich einige Meter weit weg vom Hauptplatz, ist nur schlecht einsehbar“, ärgert sich der FC-Vorsitzende Andreas Selmaier über die Tat eines „Halbstarken“, wie ihn Selmaier nennt. Denn wer die Fahrübungen durchgeführt hat, ist bislang nicht bekannt. Übrigens nicht das erste Mal, dass sich Möchtegern-Rallye-Piloten auf dem Trainingsplatz tummeln. „Vor fünf, sechs Jahren hatten wir schon mal so einen Fall“, verrät Sedlmaier.

Hinweise zum jüngsten Vorfall hatte sich der FC-Vorstand über die Infochat-Gruppe der Pollinger erwartet. Darin hatte Selmaier noch versöhnliche Worte gewählt: „Liebes Kraftfahrzeug, leider hast du dich vor lauter Kurven auf mir verirrt. Normal spielen kleine Kinder auf mir Fußball und haben richtig Spaß dabei. Wäre super nett, wenn sich dein Lenker bei einem Verantwortlichen vom TSV Polling meldet oder mich im Frühjahr wieder so herrichtet, dass die Kinder weiterhin Spaß haben und ihrem Hobby nachgehen können. Frohe Weihnachten. Dein Fußballplatz.“ Doch bislang: Fehlanzeige!

Niemand hat für den Dummen-Jungen-Streich bislang die Verantwortung übernommen. Immerhin: „Es war gefroren. Vielleicht hatten wir Glück und der Schaden ist nicht allzu groß“, hofft Selmaier, der erst einmal abwarten will, wie der Platz aussieht, wenn das Tauwetter eingesetzt hat und der Rasen von Eis und Schnee befreit ist.

Es ist nicht bei diesem einzigen Vorfall geblieben. In den vergangenen Wochen wurden auch an anderen Stellen Driftübungen durchgeführt.

Fahrspuren finden sich nämlich auch auf einem Acker westlich des Friedhofs, außerdem auf Feldern direkt im Ort, praktisch gegenüber vom Rathaus. Der betroffene Landwirt, der namtlich nicht genannt werden will, vermutet, dass es sich um ein und denselben Rowdy handeln könnte. Von „Hirnlosigkeit“ spricht der Landwirt, der zum einen Fahrspuren in einer Futterwiese und auch auf einem Weizenfeld beklagt. „Was denken sich die Leute, die so etwas auf einem fremden Grundstück machen? Würden die es wollen, wenn man mit dem Bulldog durch deren Garten pflügt?“ Auch er hofft, dass der wochenlange Frost Schlimmeres verhindert hat. Klar ersichtlich werde das aber erst, wenn man im Frühjahr sieht, ob die Saat aufgeht – oder eben nicht.

Was den Landwirt ärgert, ist die Unverschämtheit, mit der der Fahrzeugrowdy vorgeht. Denn er sucht mit seinen Fahrübungen mittlerweile nicht einmal mehr den Schutz der Dunkelheit. Zuletzt habe man ein Auto am helllichten Tag gesehen.

Audi oder BMW?
Hinweise erbeten

„Sonntagnachmittag, um 14 Uhr. Wir waren gerade beim Eisstockschießen, als uns der dunkle Wagen, vermutlich ein BMW, mit seinen Driftübungen aufgefallen ist.“ Das Kennzeichen sei nicht zu erkennen gewesen. „Zu weit weg!“

Selmaier vermutet einen dunkelblauen Audi A4. Ein und dieselbe Person? Oder doch zwei völlig verschiedene Autofahrer? Das ist nicht klar. Klar ist nur, dass die Pollinger jetzt die Augen aufhalten. Zeugen werden gebeten, sich zu melden. Entweder bei der Polizei oder beim Sportverein.

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