Geduldsprobe auf der A94

von Redaktion

Kaputter Flüsterasphalt und ein Unfall im November bremsen den Verkehr aus

Mühldorf/Schwindegg – Wer derzeit die A94 zwischen München und Mühldorf nutzt, braucht seit einiger Zeit Geduld. Im sechsten Winter nach dem Bau weist der Asphalt zwischen Schwindegg und Lengdorf größere Schäden auf. An Hunderten Stellen ist er abgeplatzt – witterungsbedingt, teilt Dominik Back, Geschäftsführer der Isentalautobahn Services mit. Die Löcher im Asphalt und Warnschilder animieren die Autofahrer, ihr Tempo zu drosseln.  

Eisregen, sehr starker Frost mit einer im unmittelbaren Anschluss raschen Erwärmung habe „das Auftreten dieser Schäden sehr begünstigt“, schreibt Back. „Das Wasser dringt dabei selbst in kleinste Risse auf der Asphaltdecke ein, was bei dem verbauten lärmmindernden Dünnschichtbelag in Verbindung mit Frost und großen Temperaturschwankungen zu Abplatzungen dieser Art führen kann.“

Dünne Flüsterschicht
ist aufgebrochen

Diese Flüsterschicht sei nur rund 1,5 Zentimeter dick; so dick wie eine gute Scheibe Leberkäse. In die kleinen Haarrisse, die jeder Belag habe, sei Wasser eingedrungen, sodass die Asphaltschicht aufbrach. Andere Asphaltaufbauten würden aufgrund ihrer größeren Stärke beziehungsweise aufgrund des Unterbaus eindringendes Wasser leichter verzeihen und weisen dann kein solches Schadensbild auf. Back: „Generell ist festzuhalten, dass genau bei solchen Witterungsbedingungen Straßenschäden auftreten.“ Der Großteil des betroffenen Abschnitts sei 2019 fertiggestellt worden, schreibt Back. Die Nutzungsdauer dieser Bauweise solle normalerweise zehn bis zwölf Jahre betragen. Da es jetzt schon zu Schäden kam, „sind Abweichungen bei der Herstellung, welche diese diffizile Bauweise nicht verzeihen würde, nicht auszuschließen und zu untersuchen.“

Unfälle oder Schäden habe es aber deswegen bislang keine gegeben, teilt Back mit. Schilder würden auf die Schäden hinweisen und die Autofahrer müssten auch ihre Fahrweise entsprechend anpassen.

Abhängig von der Witterung und der Verfügbarkeit von Asphaltmischgut würden die schadhaften Stellen „innerhalb der nächsten Wochen vorläufig verschlossen“, teilt Back mit. „Inwieweit eine größere Sanierung notwendig ist, kann abschließend erst nach den Wintermonaten entschieden und dann gegebenenfalls umgesetzt werden.“

Derzeit würden schon sogenannte Kleinflächensanierungen „im Handeinbau“ laufen, schreibt Back; die in Richtung München seien bereits „trotz widriger Witterungsbedingungen mit Dauerfrost abgeschlossen“.

Die weiteren Arbeiten seien stark wetterabhängig, „da zum Handeinbau trockenes Wetter und zum maschinellen Einbau für größere Stellen trockenes Wetter und zumindest leichte Plusgrade benötigt werden“. Back rechnet mit mehreren Wochen mit punktuellen Arbeiten. Er versichert: „Die Arbeiten werden unverzüglich beginnen, sobald die entsprechenden Witterungsbedingungen es zulassen.“

Bei Ampfing gibt es
nur noch Tempo 60

Auch bei Ampfing müssen sich die Autofahrer zur Zeit in Geduld üben – genauer gesagt seit Ende November und zwar bei der Einhausung Wimpasing. Hier ist aktuell nur Tempo 60 erlaubt; normalerweise ist es Tempo 80.

Hier hatte sich am 24. November ein Gullydeckel aus der Verankerung gelöst und sich in den rechten Reifen eines Autos verfangen. Der rechte Vorderreifen löste sich und die Felge splitterte. Der Fahrer blieb zum Glück unverletzt. 

„Nach einem Schaden, der sich Ende November im Tunnel ereignet hat, wurde der Defekt zunächst unverzüglich behoben und die Strecke wieder freigegeben“, schreibt Back. Tempo 60 sei von der Verkehrsbehörde für die Zeit der Untersuchungen und Wartungsarbeiten angeordnet worden. „Ob es dauerhaft bleibt, entscheidet die zuständige Verkehrsbehörde nach entsprechendem Abschluss der Maßnahmen.“ Hier fehle noch eine Stellungnahme des Unternehmers, „der ein beschädigtes Bauteil geliefert hat“. Erst wenn diese vorliege, könne über weitere Maßnahmen entschieden werden.

Back rechnet damit, dass die Stellungnahme kurzfristig vorliegen wird. Dann könnten erforderliche Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden. Welche das sind, das entscheide die Autobahn GmbH Südbayern.

Artikel 6 von 11