Run auf Elektro-Autos

von Redaktion

Trotz hoher Preise und Wartezeiten boomt der Verkauf im Landkreis

Niederbergkirchen/Mühldorf – Die Bundesregierung will wieder Anreize zum Kauf von E-Autos schaffen und hat mit Beginn des Jahres 2026 die Eckpunkte für eine neue Förderung bekannt gegeben. Rund drei Milliarden Euro stehen zur Verfügung, um in den kommenden vier Jahren 800.000 Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. „Doch der Käufer muss sich selbst darum kümmern“, sagt Klaus Biedermann, Inhaber eines Peugeot-Autohauses in Niederbergkirchen.

Über stagnierende Verkaufszahlen kann er sich nicht beklagen. Nach der Flaute 2024 sei die Nachfrage nach E-Autos wieder deutlich gestiegen. Biedermann spricht von einem Plus von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt hätten E-Autos inzwischen den Absatz von Diesel- und Benzinfahrzeugen überholt.

Elektroauto kaufen:
40 Prozent mehr Verkäufe

Besonders gefragt sei der Peugeot 2008 als kleiner SUV, vor allem in höherwertigen Ausstattungen wie GT oder GTX. Die 54-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Beliebt seien auch größere Modelle wie der 3008 oder 5008 mit 94-kWh-Batterie. Die Preise liegen zwischen 45.000 und 60.000 Euro, weshalb viele Kunden auf Leasingangebote zurückgreifen.

Warum der Trend gerade über das gewohnte Maß in Richtung E-Auto geht, kann Klaus Biedermann erklären: „Man hat kapiert, dass man etwas tun muss“, verweist er auf die wachsende Bereitschaft, für eine ökologische Fortbewegung auch Geld auszugeben. Geduld brauche man dennoch: Die Lieferzeiten betragen drei bis fünf Monate bei kleineren Modellen, zehn bis zwölf Monate bei größeren.

Trotz steigender Verkaufszahlen sieht er strukturelle Probleme. Viele Familien lebten zur Miete und hätten keine Möglichkeit für eine Wallbox. Auch die öffentliche Ladeinfrastruktur sei ausbaufähig.

Kritisch sieht er zudem die Strompreise unterwegs: „An der Autobahn zahlt man schnell bis zu 85 Cent pro Kilowattstunde.“ Er fordert eine Deckelung auf 50 Cent. „Hier ist die Regierung gefordert!“

Bis dahin bleibt die neue Förderung. Sie soll im Frühjahr starten und rückwirkend für seit dem 1. Januar 2026 zugelassene Fahrzeuge gelten. Anträge können voraussichtlich ab Mai 2026 über ein Online-Portal des Bundesumweltministeriums gestellt werden. Gefördert werden private Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 80.000 Euro, mit Kindern entsprechend mehr. Bei Einkommen unter 60.000 Euro gibt es zusätzlich 1.000 Euro, unter 45.000 Euro weitere 1.000 Euro. Insgesamt sind bis zu 6.000 Euro Förderung für reine E-Autos und bis zu 4.500 Euro für Plug-in-Hybride oder Fahrzeuge mit Range Extender möglich. Auch Leasing wird unterstützt. Voraussetzung ist ein Neufahrzeug, Tageszulassungen sind ausgeschlossen.

Günther Oelmaier vom Skoda-Autohaus in Mühldorf ist überzeugt: „Elektro lässt sich nicht mehr aufhalten – mit oder ohne Förderung.“ Zwar habe es nach dem Ende der ersten Förderung eine Delle gegeben, doch die Hersteller hätten reagiert: mit günstigeren Preisen, Prämien, Leasingangeboten und neuen Modellen. Bei Skoda nennt er den Elroq mit 50-, 60- oder 80-kWh-Batterie sowie den Enyaq mit 80 kWh.

„Elektromobilität lässt sich
nicht mehr aufhalten“

„Das Gute ist: Wir müssen heute nicht mehr missionarisch tätig werden“, sagt Oelmaier. Will heißen: Die Kunden seien heute besser informiert, wüssten um Reichweitenverluste im Winter und hätten keine Angst mehr vor frühzeitigem Batterieverschleiß. Der Verkauf von Verbrennern und E-Autos halte sich aktuell die Waage. „Für rund 80 Prozent der Autofahrer sind Elektrofahrzeuge passend“, so Oelmaier. Die Lieferzeiten seien inzwischen auf vier bis sechs Monate gesunken. Die Preise bewegen sich zwischen 32.000 und 65.000 Euro.

Privatkunden kauften eher, Firmen bevorzugten Leasing. Entscheidend bleibe der Ausbau der Ladeinfrastruktur – vor allem zu Hause, aber auch unterwegs.

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