Wacker Chemie meldet 800 Millionen Euro Verlust

von Redaktion

Burghausener Chemiekonzern kündigt Sparprogramm an

Burghausen – Nach vorläufigen Zahlen verzeichnete das Unternehmen einen Jahresverlust von 800 Millionen Euro – nach einem Gewinn von 261 Millionen Euro im Jahr 2024.

Wie der Konzern am 28. Januar 2026 mitteilte, sank der Gesamtumsatz um vier Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) brach um 42 Prozent auf 430 Millionen Euro ein. Gründe seien eine geringere Auslastung in allen Geschäftsbereichen, niedrigere Absatzmengen und Preise sowie negative Währungseffekte. Zudem belasteten die hohen Energiepreise in Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im internationalen Vergleich.

Ein wesentlicher Teil des Verlusts resultiert aus Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro. Davon entfielen:Als Reaktion auf die schwierige Lage startete Wacker das weltweite Kostenprogramm PACE, mit dem jährlich über 300 Millionen Euro eingespart werden sollen – vor allem in Produktion und Verwaltung. Bereits im vierten Quartal 2025 wurden dafür Rückstellungen in Höhe von 100 Millionen Euro gebildet.

Hartel kündigte zudem eine Fokussierung der Geschäftsbereiche an: Spezialitätenchemie, Halbleitermarkt im Polysilicium-Geschäft und innovative Biotech-Anwendungen in der Life-Science-Sparte sollen künftig den Schwerpunkt bilden. Gleichzeitig appellierte er an die Politik: „Wir brauchen international wettbewerbsfähige Energiepreise und Bürokratieabbau, um den Standort Deutschland zu stärken.“ Die Investitionen sanken um 30 Prozent auf 465 Millionen Euro, während der Netto-Cashflow annähernd ausgeglichen war (-5 Millionen Euro nach -326 Millionen Euro im Vorjahr). Die Nettofinanzschulden stiegen auf rund 885 Millionen Euro. Den vollständigen Geschäftsbericht 2025 und den Ausblick für 2026 will die Wacker Chemie AG am 11. März 2026 veröffentlichen. Felix Graf

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