München/Oberneukirchen – „Das Präsidium des BLSV hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, Herrn Wieser aus dem Verband auszuschließen“, das teilt Christian Wanner von der Stabsstelle Verbandskommunikation des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24.de mit. Das Gremium um BLSV-Präsident Jörg Ammon hatte am vergangenen Mittwoch über das Verhalten und die Zukunft des stellvertretenden Kreisvorsitzenden in Mühldorf beraten.
Anlass war ein Strafbefehl gegen Martin Wieser wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Diesen hatte Wieser nach einem anfänglichen Einspruch im November akzeptiert und ist damit wegen des Vorwurfs verurteilt. Der Mühldorfer BLSV-Kreisvorstand hatte daraufhin im Januar gegen Wieser ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. „Grundlage der Entscheidung sind grobe Verstöße gegen die Satzung des Verbandes“, schreibt BLSV-Sprecher Wanner. Wieser habe insbesondere gegen die in Paragraf drei Absatz eins und Absatz zwei der Satzung verankerten Werte von Toleranz sowie der klaren Ablehnung rassistischer Tendenzen verstoßen.
Wieser, der für die in Teilen rechtsextreme AfD im Kreistag und Bezirkstag sitzt, hat in der Vergangenheit auf Facebook mehrfach mit Chiffren der Rechtsextremen zumindest kokettiert: Geburtstagsglückwünsche für die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck, ein Like am Geburtstag von Adolf Hitler für eine historische Aufnahme von dessen Geburtshaus, Fanbekundungen für den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner und für Björn Höcke, der Faschist genannt werden darf.
Wieser gab sich auf Nachfrage immer unschuldig, unwissend und betonte: „Ich weise klar darauf hin, dass ich kein Rechtsextremist bin.“ Im April 2024 hat Wieser auf Facebook auch die verbotene NS-Parole „Alles für Deutschland“ verwendet, als Höcke wegen dieser Parole in Halle vor Gericht stand. Dafür bekam Wieser im August 2025 einen Strafbefehl und ist jetzt deswegen verurteilt.
Laut Wanner habe das BLSV-Präsidium noch weitere Maßnahmen beschlossen: „Den Ausschluss von Herrn Wieser von sämtlichen Veranstaltungen des Verbandes, den Ausschluss von der Nutzung aller Einrichtungen des Verbandes, die Aberkennung sowie den Ausschluss von zukünftigen Ehrungen.“
„Damit unterstreicht das Präsidium, dass der Verband uneingeschränkt zu den Grundprinzipien der freien demokratischen Grundordnung steht und jegliche Form von Diskriminierung, Extremismus oder rassistischem Verhalten entschieden ablehnt“, betont der BLSV-Sprecher. „Der Verband sieht sich in der Verantwortung, ein Umfeld zu gewährleisten, das von Respekt, Offenheit und Fairness geprägt ist.“
Mühldorfs Kreisvorsitzender Erwin Zeug wusste beim Anruf der OVB-Heimatzeitungen noch nichts von dem Beschluss. Er wollte daher zunächst keine Stellungnahme abgeben. Martin Wieser war bis zum Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Jörg Eschenfelder