Mühldorf – Die Frage, wann es mal wieder einen richtigen Winter mit Schnee gibt, hat das Wetter in den letzten Wochen deutlich sicht- und spürbar beantwortet. Wer bei Eisglätte und Schneefall auf die Straße muss, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto, hat es mit diesem Winterwetter aber nicht so leicht.
Das betrifft natürlich auch Schüler, die jeden Tag frühmorgens zum Unterricht antreten müssen. In der Woche vom 26. Januar kam es in Franken nach ergiebigen Schneefällen zum Ausfall des Präsenzunterrichts an Schulen in zahlreichen Landkreisen. Kommt der Schnee auch noch einmal in den Landkreis Mühldorf, könnten Schüler auch hier zu Hause bleiben müssen. Doch wer entscheidet das?
Schulamt, Schulen und
Landratsamt entscheiden
Die Entscheidung darüber, ob es bei regional begrenzten ungünstigen Witterungsverhältnissen zu Einschränkungen des Präsenzunterrichts öffentlicher Schulen kommt, liegt bei der ,Entscheidergruppe Schulausfall‘, so die Antwort von Selina Kunesch, Pressesprecherin am Landratsamt.
Diese Entscheidergruppe des Landkreises Mühldorf setzt sich zusammen aus: dem fachlichen Leiter des Staatlichen Schulamts im Landkreis Mühldorf (stellvertretend für die Grund-, Mittel- und Förderschulen), Schulleiter der Realschule Waldkraiburg und Schulleiter des Gymnasiums in Gars am Inn (als Vertretung für die übrigen Schularten).
Unterstützt wird die Entscheidergruppe laut Landratsamt unter anderem durch die Straßenmeisterei sowie Mitarbeiter des Landratsamtes aus den Bereichen Katastrophenschutz und Schülerbeförderung. Gemeinsamen bilden sie die „Lokale Koordinierungsgruppe Schulausfall“. Kunesch: „Diese Koordinierungsgruppe tritt bei prognostizierten Schlechtwetterlagen zusammen oder, wenn die Straßenmeisterei auf eine eventuell nicht mehr beherrschbare Straßensituation hinweist.“
Damit nicht genug, kann bei ungünstigen Witterungsverhältnissen in mehreren Landkreisen die „regionale Koordinierungsgruppe Witterung“ – eingerichtet an den Regierungen der einzelnen Regierungsbezirke – darüber entscheiden, ob es zum Ausfall von Präsenzunterricht kommt. Wichtig für Schüler und Eltern ist eine Feststellung des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus: „Die Entscheidung der Koordinierungsgruppen ist verbindlich und gilt einheitlich für alle öffentlichen Schulen des Landkreises beziehungsweise des Regierungsbezirks oder der von der Regierung bestimmten Landkreise.
Straßenmeistereien
schätzen Lage ein
Damit ist sichergestellt, dass nicht an Schulen verschiedener Schularten desselben Einzugsbereichs unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden.“ Entscheidendes Kriterium der lokalen Entscheidergruppe für einen Ausfall des Präsenzunterrichts im Landkreis Mühldorf ist, präzisiert Kunesch: „Die Einschätzung der staatlichen Straßenmeisterei Ampfing in Absprache mit der Kreisstraßenmeisterei, ob die Verkehrswege im Landkreis voraussichtlich den Unterrichtsbetrieb zulassen.“
Die Entscheidung über einen Schulausfall sollte so früh wie möglich getroffen werden, damit möglichst alle Betroffenen davon erfahren und entsprechend planen können. „Am besten am Vortag“, heißt es aus dem Landratsamt. „Bei Wetterereignissen, die nur schwer vorhersagbar sind, wird bis 5.30 Uhr eine Entscheidung getroffen, um das Absagen der Busse und die Information der Eltern, Schüler und Lehrkräfte zu gewährleisten.“
Informationen erhalten Eltern zum einen über die Schule, zum anderen werden die Schulausfälle auf den Seiten des Kultusministeriums veröffentlicht. In Absprache mit der Pressestelle des Landratsamts erfolgen entsprechende Hinweise auf den Sozial-Media-Kanälen des Landratsamts. Ebenso wird die Information über die Warn-Apps NINA und KatWarn sowie in den Medien veröffentlicht.
Notbetreuung
und Elternverstand
Fällt der Präsenzunterricht aus, so stellen die Schulen auf Distanzunterricht um. In den Schulen gibt es aber in der Regel Notbetreuungen für Schüler, die trotz Ausfall in der Schule eintreffen.
Was, wenn trotz widriger Wetterverhältnisse in der Früh noch keine Information über einen Schulausfall vorliegt, Deutscher Wetterdienst und Landkreis aber empfehlen, überflüssige Fahrten zu vermeiden. „Nichtsdestotrotz kann es zu lokalen schwierigen Situationen kommen, in denen Eltern selbst entscheiden müssen, ob die Gefahren des Schulwegs zu bewältigen sind“, betont Selina Kunesch. „Dabei gilt, dass sich Eltern an die Schule wenden und mit der Schulleitung besprechen.“