Kraiburg – Kraiburgs Grundschule ist eine Baustelle – sichtbar und unsichtbar zugleich. Während ein Teil des Schulgebäudes bereits saniert ist, zeigen andere Bereiche noch immer deutlich ihr Alter. Alte Fenster sorgen für hohe Energieverluste und überhitzte Klassenzimmer im Sommer, auch Fassade und Turnhalle warten noch auf eine grundlegende Erneuerung. Nun hat Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) im Gemeinderat einen Zwischenstand zur Generalsanierung gegeben.
Förderanträge für weitere
Maßnahmen sind gestellt
Einige Baustellen hat die Gemeinde am Schulgebäude bereits beseitigt. Umgesetzt wurden unter anderem neue Dächer auf Schule und Turnhalle, eine energetische Sanierung einzelner Gebäudeteile sowie Maßnahmen zur Verbesserung von Akustik und Beleuchtung. Auch Photovoltaik auf dem Schuldach wurde installiert. Finanziert werden konnten diese Arbeiten über das Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur (KIP-S) des Freistaates Bayern. Offen bleibt jedoch die Südfassade mit alten Fenstern und ein Sonnenschutz – zentrale Elemente der nächsten Sanierungsphase. „Die Förderanträge sind gestellt“, erklärte dazu Geschäftsstellenleiter Andreas Mittermaier in der jüngsten Sitzung. Ausgeschrieben werden aktuell die Fachplanungsleistungen sowie die Baumaßnahmen zur Sanierung der Fassade, der Fenster und des Sonnenschutzes im ersten Bauabschnitt. „Der Beginn ist für 2026 geplant.“ Sofern es grünes Licht von der Förderstelle gibt und die Finanzierung vonseiten der Gemeinde passt. Weitere Maßnahmen sollen im Anschluss starten und voraussichtlich bis 2028/2029 abgeschlossen sein.
Trotz erwarteter Zuschüsse wird die Sanierung der Grundschule einschließlich Turnhalle für den Markt Kraiburg eine finanzielle Belastung. Neben der Rücksicht auf den laufenden Schulbetrieb ein weiterer Grund, weshalb die Generalsanierung in mehreren Abschnitten umgesetzt werden soll. Wie teuer es für die Gemeinde wird, dazu gibt es bislang nur eine Kostenschätzung als Orientierungsgröße. „Nach heutigem Planungsstand beläuft sich die Maßnahme auf rund 9,6 Millionen Euro“, erklärt Andreas Mittermaier auf Nachfrage. Wegen noch ausstehender Planungsdetails können sich diese Zahlen aber im weiteren Verlauf der Sanierung verändern. „Im Zuge der weiteren Planungsphasen werden die Kosten in der Kostenberechnung konkretisiert“, fährt Mittermaier fort.
Für die Generalsanierung kann die Gemeinde auf Zuschüsse aus unterschiedlichen Fördertöpfen hoffen. Förderfähig sind laut Mittermaier nur die Kosten für den schulischen Bedarf. „Weil der Gebäudekomplex aus Schule, Turnhalle und Verbindungsbau größer als der reine schulische Bedarf, kann noch nicht abschließend beziffert werden, welcher Anteil der Gesamtkosten förderfähig sein wird.“ Wie hoch der Eigenanteil der Gemeinde sind wird, lässt sich daher noch nicht genau sagen. Die Gemeinde rechne aber vorsichtig und geht von einem Eigenanteil von 50 bis 60 Prozent der geschätzten Gesamtkosten aus.
In Kombination mit der anstehenden Sanierung des Rathauses sind diese Kosten für Ernst Kirmeier (UWG) eine „Ansage für die Gemeinde“. „Das wird sportlich“, stimmte dem auch Bürgermeisterin Petra Jackl zu.
Gemeinde muss ihre
Liegenschaften prüfen
Angesichts der hohen Investitionen für die Gemeinde ist es für sie unumgänglich, sich im Gemeinderat auch über andere Liegenschaften Gedanken zu machen. Denn nicht nur bei Schule und Rathaus müsste die Gemeinde Geld investieren: Jackl sprach die „marode Heizung“ im Feuerwehr-Haus an, aber auch beim Bauhof und im Haus der Musik bestehe Sanierungsbedarf.
„Da kommt einiges auf die Gemeinde zu“, sagte sie. Für die Turnhalle der Grundschule hat die Sanierung eine klare Grenze: Markus Huber (UWG) bedauert, dass die Turnhalle zwar saniert werde, ihre Maße damit aber unverändert bleiben. Einen Neubau hatte die Gemeinde bereits vor längerer Zeit verworfen. „Ein Neubau wäre deutlich teurer und für uns nicht finanzierbar“, hatte Bürgermeisterin Petra Jackl dazu erklärt.