Neumarkt-St. Veit – Nachdem es am Donnerstagmittag (29. Januar) auf einem Bauernhof in Neumarkt-St. Veit zu einem Unfall mit einer Kuh gekommen war, sind einige Tage später noch Fragen offen. Wie berichtet wollten eine 39-jährige Bäuerin und ein 48-jähriger Landwirt das Tier zurück in den Stall treiben, als die Kuh plötzlich losstürmte und ein bewegliches Eisentor aufdrückte. Die Bäuerin stand direkt dahinter, wurde vom Tor nach hinten geschoben und durch eine kleine Öffnung in der Stallwand gedrückt.
Wie die Polizeiinspektion Mühldorf zunächst mitgeteilt hatte, wurde die Frau dabei durch die Wucht des Eisentors regelrecht geschleudert. Durch den Aufprall war die Bäuerin zunächst bewusstlos, erlangte dann aber im Laufe der Ersthilfemaßnahmen des Rettungsdienstes ihr Bewusstsein wieder und wurde schließlich mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Altötting gebracht. Die Kuh selbst sowie der 48-jährige Landwirt wurden nicht verletzt. Doch was ist darüber hinaus zu dem bemerkenswerten Vorfall bekannt?
Am Sonntag (1. Februar) erklärte nun ein Sprecher der Polizeiinspektion Mühldorf, dass derzeit keine neuen Informationen zum aktuellen Zustand der Frau vorliegen. Da sich die Bäuerin jedoch eine Platzwunde, eine Gehirnerschütterung sowie leichte Blessuren zuzog, sei davon auszugehen, dass es „nicht allzu tragisch“ gewesen sein dürfte.
Zum Auslöser des Vorfalls sei bisher ebenso wenig bekannt. „Außer eben, dass die Kuh auf einmal losgelaufen ist“, sagte der Polizeisprecher. Gründe kämen hierfür viele infrage. „Möglicherweise hat sich das Tier vertreten und dabei erschreckt.“ Dass die Frau nach dem Unfall mit einem Rettungshubschrauber abgeholt wurde, liege laut Polizeiangaben in der Regel im Ermessen der Rettungskräfte beziehungsweise des Notarztes. „Vermutlich wurde auf einen Hubschrauber zurückgegriffen, da sich die Frau Kopfverletzungen zugezogen hat oder diese zumindest nicht ausgeschlossen werden konnten“, so der Polizeisprecher. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Frau noch am Unfallort das Bewusstsein wiedererlangt hatte. „Denn das bedeutet nicht, dass keine schweren Kopfverletzungen vorliegen.“ In diesem Fall würde der Transport per Hubschrauber dann auch nicht nur schneller, sondern auch mit weniger Erschütterungen als mit einem Rettungswagen vonstattengehen.
Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Kreisverband Mühldorf, lagen am Sonntag ebenfalls noch keine näheren Informationen zu dem Vorfall in Neumarkt-St. Veit vor. Gegenüber dem Mühldorfer Anzeiger erklärte er aber, dass vergleichbare Unfälle nicht häufig, aber immer mal wieder vorkämen. „Das ist in diesem Fall wohl recht unglücklich gelaufen“, sagte er und betonte zugleich, dass es generell im Zusammenhang mit Tieren immer wieder zu entsprechenden Situationen kommen kann. „Es gibt nicht diese und jene Maßnahme, die man ergreift, und dadurch passiert so etwas dann gar nicht.“ Auch in Betrieben mit Anbindehaltung müssten die Tiere mal an einen anderen Platz gebracht werden. „Und ab und zu weiß man dann einfach auch nicht, warum die Kuh dieses Mal anders reagiert.“
Laut Niederschweiberer kommen Unfälle zwischen Tier und Mensch häufiger in Laufställen vor, da die Tiere dort frei herumlaufen und das Risiko für Landwirte damit automatisch etwas höher sei. „Auch wenn ein Laufstall für die Tiere also schöner ist, hat diese Art der Haltung auch seine Schattenseiten“, erklärt der Kreisobmann der Mühldorfer Bauern.