Hetzl widerspricht Heimerl

von Redaktion

Es geht um das Campus-Gutachten und die Frage nach dem Standort

Mühldorf – Die Frage, wo sich in der Zukunft in Mühldorf der Campus der TH Rosenheim ansiedeln könnte, ist Teil des Bürgermeister-wahlkampfs. Ein möglicher Standort, das ehemalige Sümö-Gelände in der Altstadt, kam bei der Podiumsdiskussion der vier Bewerber um den Stadtchef-Posten zur Sprache.

Wie Bürgermeister Michael Hetzl bei der Diskussion Mitte Januar im Haberkasten sagte, gehe es in dem zwar schon fertiggestellten, aber noch nicht veröffentlichten Gutachten nicht nur um den Raumbedarf, sondern auch um die Suche nach dem geeignetsten Standort. Erst wenn es vorliege, würden er, die Stadtverwaltung und die Öffentlichkeit erfahren, „welcher der vier Standorte vorangetrieben werden soll“.

„Keine Standortanalyse,
keine Vorentscheidung“

Die OVB-Heimatzeitungen griffen das Thema und die Aussagen der Kandidaten auf und befragten zum ausstehenden TH-Gutachten auch Max Heimerl, Landrat und Vorsitzender des Zweckverbands Hochschulcampus Mühldorf am Inn- Waldkraiburg. „Die TH Rosenheim erstellt derzeit noch keine Standortanalyse, sondern ein sogenanntes ,Raum- und Funktionsprogramm‘“, stellte er auf Nachfrage des OVB klar. Dieses Programm definiere nur den Platzbedarf für den zukünftigen Campusbetrieb und diene als Grundlage für die im Nachgang von der Stadt Mühldorf zu beauftragende Standortanalyse.

„Ich weiß definitiv, dass auch eine Bewertung der Standort-Varianten – mittels einer Ampel-Matrix – Teil des von der Hochschule beauftragten Gutachtens ist“, widerspricht Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl im Gespräch mit dem OVB dem Landrat. „Das Ergebnis kenne ich nicht aus eigener Anschauung. Aber mir ist zugetragen worden, dass zum Beispiel für den Bonimeierring die Ampel auf Grün steht, für das Sümö-Gelände eindeutig nicht.“ Ob diese Information stimme oder nicht, müssten die Auftraggeber des Gutachtens sagen können. Dieses Wissen habe er auch schon auf der Podiumsdiskussion kundgetan.

„Der Sachstand hat sich aus unserer Sicht nicht geändert“, erwidert darauf Heimerl. „Wie bereits kommuniziert, werden die Ergebnisse des Gutachtens zum ,Raum- und Funktionsprogramm‘ derzeit hochschulintern geprüft und liegen mir daher auch noch nicht vor. Nach Aussage der Hochschulleitung stellt das ,Raum- und Funktionsprogramm‘ noch keine Vorentscheidung für oder gegen einen Standort dar. Das bleibe einer detaillierten Standortprüfung vorbehalten, die in einem weiteren Schritt erfolgt.“

Erstbetrachtung
möglicher Standorte

„Das Gutachten zum ‚Raum- und Funktionsprogramm‘ für den Campus Mühldorf am Inn beinhaltet unter anderem eine Erstbetrachtung zu möglichen Standorten“, stellt Anton Maier, Pressesprecher der TH Rosenheim, fest. „Diese bedeutet aber keine Vorentscheidung hinsichtlich der verschiedenen Varianten.“ Die finale Bewertung der Ergebnisse der Standortprüfung werde die TH mit dem Zweckverband Hochschulcampus und der Stadt Mühldorf vornehmen.

Für die Kreisstadt Mühldorf sei zunächst ein anderer Teil des Gutachtens relevant, betont Hetzl: das Raumprogramm der Hochschule. „Sobald es uns vorliegt, soll es ja als Grundlage für die vom Stadtrat in Auftrag gegebene Untersuchung dienen. Der Stadtrat muss allerdings überlegen, ob es angesichts einer von der Hochschule beauftragten Standortanalyse noch einer zweiten Studie auf städtische Kosten bedarf.“

Die TH will das Gutachten Ende April vorlegen. Egal, welche Ergebnisse präsentiert werden, der Bau eines größeren Campus bleibt vorerst Zukunftsmusik. Denn der Mietvertrag für den Campus in Mühldorfs Norden läuft noch bis ins Jahr 2045.

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