Flossing/Polling – Beim Trauergottesdienst für Johann Landenhammer, der am 7. Januar im Alter von 88 Jahren starb, ließen Pastoralreferentin Lena Schreiner und Franz Auer von der Kirchenverwaltung das Leben des Verstorbenen noch einmal Revue passieren.
Familie, Kirche und die Dorfgemeinschaft waren die Säulen seines Lebens, er war mit ganzem Herzen Ehemann, Vater und Großvater, wurde als „Flossinger Institution“ bezeichnet und widmete sich den Vereinen und dem Dorfleben, vor allem aber der Kirche, die ihm so viel bedeutete. Nahezu ein halbes Jahrhundert widmete er seine Zeit der Pfarrei, war als Hausmeister für Kirche, Pfarrstadel, Pfarrhaus und Friedhof tätig. Er war seit Einführung der Pfarrgemeinderäte nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil Vorsitzender des Flossinger Pfarrgemeinderats und hat damit das kirchliche Leben in Flossing maßgeblich mitgeprägt. In seiner Amtszeit fand 1988 auch die Gründung des Pfarrverbands Flossing/Polling/Oberneukirchen statt. Als Pfarrgemeinderatsvorsitzender begleitete er auch die Renovierung der Flossinger Kirche und des Pfarrstadels, wobei er als vielseitiger Handwerker bei den Renovierungsarbeiten tatkräftig mitgearbeitet hat. Er war ein Mann, der stets mit gutem Beispiel vorangegangen ist – für die Kirche und für sein Dorf.
Johann Landenhammer wurde am 10. Dezember 1937 in Ramering geboren, wuchs dort mit seinen sieben Geschwistern auf und besuchte die Volksschule in Rattenkirchen. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Schreinerlehre in der Schreinerei Mooshuber in Flossing, wo er bis zu seinem 30. Lebensjahr tätig war. Seither wurde er im Dorf auch der „Schreiner Hansl“ genannt, ein Name, der ihm sein Leben lang erhalten blieb. Er war ein begnadeter Handwerker, der sein Geschick nicht nur für sich, sondern auch für andere einbrachte. Er half beim Hausbau, reparierte, was kaputt war und schuf so manches Stück, das heute noch Bestand hat.
Mit 27 Jahren heiratete er seine Resi, mit der er in das von ihm errichtete Haus in der Gwenger Straße einzog. Aus dem Ehepaar wurde mit der Geburt der Töchter Reserl und Monika eine Familie, die für ihn zum wichtigsten Bestandteil seines Lebens wurde. Beruflich hatte es ihn für einige Jahre zur Firma Sager und Wörner verschlagen, ehe er 1974 als Schreiner im Landkreisbauhof tätig wurde, wo er bis zu seinem Ruhestand arbeitete. Wobei dieser Ruhestand nicht gleichbedeutend mit „die Hände in den Schoß legen“ war. Vielmehr hatte er jetzt noch mehr Zeit, sich all dem zu widmen, das ihm so am Herzen lag. Für seine Enkelkinder Christian, Silvia und Lukas war er ein liebevoller Opa, auf den sie sich verlassen konnten, der ihnen vieles beibrachte und mit ihnen vieles unternahm.
Es war eine unbeschwerte Zeit, in der er sich seinen Hobbys und den Vereinen widmen konnte, bis vor etwa zwei Jahren sein Leben mit einem Sturz und der nachfolgenden Pflegebedürftigkeit eine Wendung nahm. Längere Krankenhausaufenthalte wechselten sich mit der Zeit, in der er zuhause sein konnte, ab. Vor Weihnachten verschlechterte sich sein Gesundheitszustand nach einem Oberschenkelhalsbruch zusehends. Er ahnte wohl das Ende seines Lebens und konnte sich noch von seiner Familie verabschieden, ehe er am 7. Januar – getragen von seinem Glauben – seinen letzten Weg zum Herrn antrat. wag