Lohkirchen – Bei guter Gesundheit konnte Alfons Niederschweiberer aus Riedering bei Lohkirchen noch im vergangenen Jahr seinen 95. Geburtstag feiern. Jetzt trafen sich Familie, Freunde und viele Weggefährten auf dem Lohkirchner Friedhof, um Abschied von ihm zu nehmen.
Gemeinsam gestalteten Pfarrer Franz Eisenmann und Diakon Manfred Scharnagl den Trauergottesdienst und hielten Rückblick auf die Lebensstationen von Alfons Niederschweiberer. Geboren wurde Alfons Niederschweiberer am 25. Mai 1930 in Mößling. Dort ist er mit seinen sechs Geschwistern auf dem Minihofer Hof aufgewachsen. In Mößling absolvierte er auch die Schule und später ging er in die Winterschule nach Mühldorf. Wie es früher so üblich war, arbeitete er nach der Schule immer auf dem elterlichen Hof mit.
Mit seiner Rosa aus Riedering bei Lohkirchen trat er 1961 in Maria Eck vor den Traualtar. Das Besondere an seiner Hochzeit war, dass an diesem Tag eine Doppelhochzeit gefeiert werden konnte, denn sein Bruder Konrad heiratete ebenfalls, und zwar eine Schwester seiner Frau.
Nach der Hochzeit bewirtschaftete er zusammen mit seiner Frau den stattlichen Obermaier Hof in Riedering. Dieser wurde 2003 an seinen Sohn Christian übergeben. Doch Alfons ließ es sich nicht nehmen, trotz seines hohen Alters noch täglich tatkräftig mitzuarbeiten. Er war einfach ein Bauer mit Leib und Seele.
Zwei schwere Schicksalsschläge mussten Alfons und seine Rosa hinnehmen, denn zwei ihrer Kinder verunglückten tödlich. Inzwischen trauerte er auch um seine Frau Rosa, die er viele Jahre liebevoll gepflegt und umsorgt hatte.
Trotz der schweren Zeit und der Schicksalsschläge hat Alfons Niederschweiberer niemals seine Lebensfreude verloren. Er war ein beliebtes Mitglied in allen Ortsvereinen in Lohkirchen. Bei den Schützen, der Feuerwehr und der KSK, dort hatte er den Titel des Ehrenmitglieds. Politisch engagiert war er seit 1963 in der CSU, davon von 1991 bis 1999 als Ortsvorsitzender. Auch das Treiben in der Gemeinde lag ihm am Herzen und so betätigte er sich kommunalpolitisch von 1978 bis 1996 als Gemeinderat.
Ein Ausgleich zur Arbeit waren das Eisstockschießen und das Hufeisenwerfen. Leidenschaftlich übte er diese beiden Sportarten aus. Viele Jahre leitete er dazu auch das Turnier der Lohkirchner Ortsvereine. Seit vielen Jahren spendete er den Wanderpokal für die Sieger des Turnieres. Seine größte Freude hatte Alfons an seinen Kindern und der stattlichen Anzahl von 16 Enkelkindern. Auch sechsfacher Uropa durfte er sich schon nennen. Gepflegt und gehegt wurde voller Hingabe der Garten vor seinem Haus, und auch das Obermaierkreuz unterlag seiner Obhut. Als es noch ging, ist er viel mit seiner Frau gereist. Zum Schluss ließ er es etwas ruhiger angehen und besuchte regelmäßig die Seniorennachmittage in der Gemeinde.
Jetzt hatte sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert und er musste ins Krankenhaus. Seinen letzten Wunsch – sich zu Hause auf die letzte Reise zu machen – erfüllten ihm seine Kinder.
Am offenen Grab gab es viele ehrende Worte. In Vertretung der Bürgermeister sprach Gemeinderat Reinhard Retzer ehrende und tröstende Worte. Ebenso gab es von den Vereinsvorständen Worte des Dankes für den jahrelangen Einsatz zum Wohle der Vereine. stn