Saftladen im Endspurt für Waldkraiburger Wahl-Kabarett

von Redaktion

Premiere ist am Freitag, 27. Februar – Heute beginnt der Kartenvorverkauf

Waldkraiburg – „Wir schieben es immer gerne so weit hinaus, bis es am Schluss nur noch brennt.“ Wenn es nach dem Satz von Charly Ebenbichler geht, dann müsste es schon langsam warm werden für den „Saftladen“. Schließlich bleibt bis zur Premiere des neuen Programms Ende Februar nicht mehr viel Zeit. Dass die Kabarettgruppe pünktlich zur Kommunalwahl wieder auf der Bühne steht, davon ist bislang kaum etwas nach außen gedrungen.

Ein ungewohnter Eindruck – gerade für eine Kabarettgruppe, die sich seit nunmehr 43 Jahren vorrangig mit dem politischen und gesellschaftlichen Geschehen in der Stadt auseinandersetzt. Geschrieben wird trotzdem: „Die Schreibgruppe ist hochaktiv und trifft sich zweimal pro Woche“, erlaubt Ebenbichler einen Blick hinter die Kulissen.

17 Frauen und Männer bringen sich im Saftladen ein, von denen nicht alle in den Schreibteams an Szenen und Texten arbeiten. Nicht jede gute Idee schafft es am Ende auf die Bühne. „Man muss auch mit der Kritik innerhalb der Gruppe umgehen können“, erklärt Hans Langbauer. Dann werden Stücke umgeschrieben, angepasst – oder wieder verworfen.

„Manche Themen liegen geradezu auf der Straße“, sagt Charly Ebenbichler. Etwa das Thema Ehrenamt, das in Waldkraiburg mit dem Waldbad und dem ehemaligen Wasserbecken im Stadtpark eindrucksvoll zeigt, was möglich ist. Wie die Gruppe das Thema umsetzt, lässt sie offen. Bewusst wolle man auch mal ältere Themen außen vorlassen.

Schwieriger wird es aber heuer dort, wo ein Wahl-Kabarett für gewöhnlich ansetzt: bei den Personen. „Im Stadtrat wird es einen Umbruch geben“, sagt Ebenbichler. Altgediente hören auf, die neuen Räte sind noch nicht bekannt, neue Leute seien bislang wenig in Erscheinung getreten. Auch von den Bürgermeisterkandidaten sei zunächst nur wenig zu hören gewesen. Das mache es schwierig für ein politisches Kabarett, „etwas Griffiges“ zu finden. Anspruch der Gruppe ist es nämlich, ein Bild von einer Person zu zeichnen, so wie andere sie sehen. Unter die Gürtellinie darf es dabei nicht gehen.

Welche Ideen der Saftladen für sein Programm in Betracht zieht, dazu holen sich die Mitglieder selbst Anregungen – aus der Berichterstattung der Waldkraiburger Nachrichten und innsalzach24.de. Gerüchte spielen keine Rolle. „Das Publikum weiß am Ende auch nicht mehr als das, was in der Zeitung steht“, lautet der Anspruch. Der Fokus liegt auf der Stadt und den nächsten umliegenden Gemeinden. In den letzten Wochen vor der Premiere wird es turbulenter innerhalb der Gruppe: die Szenen finalisieren, den Ablauf aufeinander abstimmen, damit die Gruppe in die Proben kommt. „Bis zur Premiere wird es nur zwei richtige Proben geben“, erklärt Ebenbichler. Dazu noch Einzelstückproben und nach dem ersten großen gemeinsamen Treffen geht es ins Detail. Für die Gruppe nichts Ungewöhnliches – und das schon seit 43 Jahren.

Kritik und Unmut hat die Gruppe vor vielen Jahren überhaupt erst auf die Bühne gebracht, als die Schließung des Jugendzentrums G12 im Raum stand. „Die Raubritter vom G12“ war das erste Programm, ihren Durchbruch schaffte die Gruppe erst später. 1993 gab es die letzte größere Veränderung innerhalb des Saftladens, für das neue Programm sind zwei Neue zur Gruppe gestoßen. Dass es über kurz oder lang einen Generationenwechsel braucht, dessen ist sich die Gruppe bewusst. „Es braucht eine neue Truppe. Einen Versuch dahin werden wir auf jeden Fall starten“, sagt Hans Langbauer.

Doch erst einmal konzentrieren sich alle auf die Premiere am Freitag, 27. Februar, im großen Saal im Haus der Kultur. Weitere Termine sind am 28. Februar, sowie 6. und 7. März. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.

Karten gibt es ab dem heutigen Montag, 9. Februar, über eventfrog, am Freitag, 13. und Samstag, 20. Februar, jeweils von 17 bis 18 Uhr im Foyer im Haus der Vereine oder an den Veranstaltungstagen im Haus der Kultur jeweils ab 19 Uhr.

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