Mühldorf – Die Erweiterung des Ruperti-Gymnasiums Mühldorf ist abgeschlossen. Jetzt wurde der Neubau mit einer Feierstunde offiziell seiner Bestimmung übergeben; genutzt wird er termingerecht bereits seit September. Die Einweihungsfeier wurde musikalisch begleitet von der Big Band der Schule unter Leitung von Markus Jung.
Der kommissarische Schulleiter Wölfl betonte: „Es ist wichtig, dass wir weiter in die Bildung investieren. Sie ist die Grundlage unseres Schaffens – für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft. Sie vermittelt Werte und schafft soziale Kontakte. Die Schule, die für die Bildung zuständig ist, ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs.“ Der Erweiterungsbau sei „nicht nur ein Werk Einzelner und ein Werk von Maschinen, sondern vieler politischer Vertreter aus der Region“, sagte Wölfl weiter.
Ein zukunftsfähiges
Zeichen für die Region
In seiner Festrede führte Landrat Max Heimerl unter anderem aus: „Dieser Erweiterungsbau ist ein sichtbares Zeichen, dass Bildung im Landkreis Mühldorf einen hohen Stellenwert hat.“ Er sei durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium nötig geworden; steigende Schülerzahlen sorgten für zusätzlichen Raumbedarf. „Wir sind ja eine stark wachsende Region mit vielen jungen Menschen“, sagte Heimerl. „Trotz der angespannten Haushaltslage und vieler finanzieller Herausforderungen musste eine Lösung her. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten wurde eine finanziell tragbare und gleichzeitig zukunftsfähige Lösung gefunden.“ Der Landkreis habe in die Erweiterung rund 3,8 Millionen Euro investiert und rechne mit einer Förderung von 1,9 Millionen Euro.
Der Landkreischef erinnerte an dieser Stelle auch an die verstorbene Schulleiterin Christine Neumaier, die von Anfang an in die Planungen eingebunden war, sodass der Neubau auch ihre Handschrift trägt. „Ein Schulgebäude ist jedoch weit mehr als Beton, Holz und Stahl. Es ist ein Ort des Lernens, an dem junge Menschen ihre Talente und Fähigkeiten weiterentwickeln und ihre Persönlichkeit entfalten können. Mit diesem Erweiterungsbau schaffen wir nicht nur mehr Platz, sondern bieten Raum für modernes Lernen. Die neuen Räume sind flexibel nutzbar, durch mobile Zwischenwände stehen bei Bedarf auch zwei größere Klassenzimmer zur Verfügung.“ Birgit Korda von der Regierung von Oberbayern meinte: „Im Jahr 2020 startete unter Christine Neumaier die Planung für diesen Bau, es ging flott und effizient voran – trotz Corona. Beim Richtfest standen alle tragenden Teile – alle Beteiligten hatten gut zusammengearbeitet. Christine Neumaier hätte sich über den heutigen Termin gefreut und eine begeisternde Rede gehalten. Die vorausschauende Planung bewirkte zweierlei: Zum einen begegnet sie den wachsenden Schülerzahlen, zum anderen bedeutet sie einen Gewinn an Attraktivität für das Ruperti-Gymnasium, es wird ein Zeichen gesetzt, dass hier moderne Bildung hochgehalten wird.“
Bürgermeister Michael Hetzl sagte: „Jetzt stehen wir nach eineinhalb Jahren wieder da. Aus einer rudimentären Bodenplatte wurde ein wunderschönes Gebäude. Das Ruperti-Gymnasium ist ein Aushängeschild für Mühldorf, nach der Grundschule geht es gleich am Ort weiter. Für die Schulkinder wurde hier etwas Besonderes geschaffen – alle sollen hier gut lernen können.“
Schülersprecher Lukas Wegscheider verdeutlichte, warum der Erweiterungsbau notwendig war: „Ein Stundenplan vor zwei Jahren in der Oberstufe bedeutete eine wahre Odyssee: Erste Stunde – Geschichte in H24, zweite Stunde Deutsch in H36, dritte Stunde Physik im Physiksaal 1, vierte Stunde Mathematik in H33, fünfte und sechste Stunde Sport in der Turnhalle. Ich habe die Zeit gestoppt, ich habe zwölf Minuten für die Bewältigung dieser Wege gebraucht. Jetzt haben wir jedoch moderne Räume und kurze Wege. Das zeigt, welch großer Wert der Bildung in Mühldorf beigemessen wird.“
Daniel Seeharsch, Vorsitzender des Personalrats, kam vor 18 Jahren an die Schule und erhielt eine Hausführung von Herrn Unterreiner: „Ich war geschockt, was ich sah: herabhängende Vorhänge, Wasserflecken, dürftiges Lehrer-WC. 18 Jahre später bin ich immer noch hier. Im Gegensatz zu mir ist das Ruperti-Gymnasium jünger geworden. Es ist eine großartige und lebendige Schule.“
Segen und symbolische
Schlüsselübergabe
Die Geistlichen Anita Leonhardt und Klaus Vogl segneten das Kreuz, das im Erweiterungsbau aufgehängt wird. Das Schlusswort gebührte Michael Mayer, Architekt und Projektleiter: „Ein Projekt ist jetzt fertig, über das wir viele Jahre diskutiert haben, das wir viele Jahre begleitet haben. Es geht nun an die Nutzer über. Das Ziel ist erreicht – ein moderner Bau in Hybridbauweise mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. In jedem Geschoss gibt es Trennwände, es können damit zwei Klassenzimmer zu einem geschlossenen Raum von 126 Quadratmetern zusammengefügt werden.“
Zusammen mit seinem Bauleiter Tassilo Gerl übergab er den Schlüssel an die Schulleitung. Danach konnten die neuen Räume besichtigt werden, die Geistlichen segneten alle Zimmer.