Waldkraiburg – Dass sich der Kappenabend der Kolpingsfamilie auch im 41. Jahr noch großer Beliebtheit erfreut, zeigte sich daran, dass heuer gleich zwei Veranstaltungen ausgebucht waren. So war schon beim ersten Abend der Saal des Bischof-Neumann-Hauses mit einem begeisterten Publikum voll besetzt. Spektakuläre Begebenheiten aus der Pfarrei, der Stadt und dem Umland kamen dabei ins Visier, wobei das Moderatorenteam die Programmpunkte mit lustigen Anekdoten ankündigte.
Kolping-Vorsitzender Dr. Herbert Schwarz begrüßte die zahlreichen Gäste und gab bekannt, dass der Erlös der Kappenabende diesmal der „HospizInsel“ in Waldkraiburg zugutekommt. Er dankte schon im Voraus für die Spenden sowie allen Akteuren und Helfern für ihren Einsatz. „Wir haben Freude daran und wollen Freude bereiten“, wünschte er allen viel Spaß.
Nachwuchs- und
Entsorgungsprobleme
Weniger Spaß hatte jedoch „Der Entsorger“ alias Günter Ebenbeck, der einiges zu entrümpeln hatte und dazu eine Doktorarbeit für Abfallentsorgung absolviert hatte. Nach der Problematik mit viel „Sondermüll“ und Gebühren stellte er fest: „Gehört doch vieles in die Restmülltonne – und dazu brauche ich kein Studium.“
Der Kinderchor Christkönig und Pürten bewies erneut, dass der „Nachwuchs“ ein Jahr „cooler“ geworden ist und das Defizit vom Waldbad und der Bücherei festgestellt hatte. Lustige „Faschingshits“ brachte das junge Sangesvolk unter der Leitung von Martin Nyqvist auf die Bühne, etwa mit dem Lied „Alles singt in Waldkraiburg, Pürten, Hausing – Alleluja“. Bei „Das rote Pferd“ bezog es auch das Publikum mit ein. Mit ihrem „Prinzenwalzer“ erfreuten die Hoheiten Kerstin I. und Fabian I. und überreichten den Waldburgia-Faschingsorden an Stephanie Holzner, die seit 2007 aktiv beim Kappenabend dabei ist.
Dass sich nicht nur „irdisch“ alles um die Kommunalwahlen dreht, bewiesen die Minis Christkönig – deren Bürgermeister sich ins „himmlische Schlummerland“ begab – und das Pfarrbüroteam bei ihrem Part „Himmlischer Wahlkampf“. So tauchte Petrus (Pater Walter Kirchmann) als „Kandidat für die christliche Einheitspartei“ auf. „Maria Magdalena“, „Johannes der Täufer“ oder auch „Noah“ sowie einige Engel bildeten in ihren Rollen die „erste himmlische Gewerkschaft“ oder setzten sich für „Vielfalt und Freiheit“ ein. Dies wurde durch passende Lieder oder die Verteilung von „Wölkchen“ bestätigt, ehe auch „Donald Trump“ noch auftauchte.
Mit Zeilen aus „Schillers Glocke“ – dargeboten als fauler Schüler, Novizin, sächsischer Rekrut oder „auf dem Donnerbalken“ – leitete Hans Zeitvogel über zur gereimten Büttenrede von Volker Rohra. Dieser brachte erneut in gekonnter Manier diesmal sein Problem mit „Ein menschliches Bedürfnis“ zum Ausdruck. „Jüngst ging ich zu einer Stätte, die ich gern gemieden hätte. Zu einem Örtchen, wo man sich – sozusagen öffentlich – hinbegeben und sodann körperlich erleichtern kann“, leitete er seine Erlebnisse ein.
Humorvoll inszeniert präsentierte das Stadttheater Waldkraiburg den „Wochenendeinkauf“. Dieser stellte für den lieber Zeitung lesenden Mann eine Notwendigkeit dar, während er für die Frau ein Erlebnis war. Sie sah jedoch ein Parkplatzproblem und wollte die Nachbarn nicht treffen, bis sie dann doch lieber alleine zum neuen Discounter fuhr. Um ein „Läuse-Problem“ von Finn-Ignaz in der Kita ging es beim Sketch „Whatsapp Chat“ des Stadttheaters.
Dort wurde auch das Lichterfest diskutiert, und nicht alle wussten, wer „Martin mit der halben Hose – oder doch Mantel“ ist.
Ein „Nachtwächter“ kündigte „Die ratschenden Kirchtürme“ der Mukifit Pürten/St. Erasmus an, die einen Radler in der 30er-Zone geblitzt wussten. Dass in Ebing eine steile Chortreppe zu bewältigen ist, in Maria Schutz der Turm daneben steht, St. Erasmus den eigenen Namen trägt oder in Christkönig die Firmung stattfindet, wurde ebenso diskutiert wie das „neue Kugellager“ des Pürtener Mesners. Tosenden Applaus erhielten die Damen der Frauengemeinschaft Pürten/St. Erasmus für ihren grandiosen Auftritt als „Golden Girls“. Vom „Rollator-Schieben“ bis „Dirty Dancing“ reichte die einfallsreiche Choreografie und bestätigte: „Graue Haare – heiße Tänze.“
Frühstücks-Ratsch
und rasante Radler
Bei den gelungenen Beiträgen „aus dem Inntal“ ist der Part vom Trasner Quintett nicht mehr wegzudenken, das diesmal zum „Mädelsfrühstück“ eingeladen hatte. „Mia treffan uns zum Ratschn, Lacha und Rezepte ausmacha – do bleibt koane fern, mia Mädels meng des so gern“, waren sie sich einig. Doch kaum kehrte eine den Rücken, ging es los mit der „Ausrichterei“, die mit dem Lied „Es muass oam a amoi ois wurscht sei kinna“ endete.
Die „Inntal-Ballerinos“ rockten mit ihrem bravourösen Radler-Auftritt „Wer bremst, verliert“ wiederum den Saal und erhielten tosenden Applaus für ihre Tänze und „Flugnummern“. Auf einem Plakat kündigten sie zudem das bevorstehende Radlerfest an.
Den Schlussakzent setzte das Kappenabend-Team mit der „Kolping-Ausschusssitzung“, der ein anonymer Brief voller schlechter Nachrichten vorausging und mit einigen Witzen die Politik ihr Fett wegbekam.
Dass jeder vor seiner eigenen Haustür kehren soll, wurde mit dem Lied „Atemlos durch die Stadt, mit dem Besen in der Hand“ bekräftigt.
Mit „fliegenden Glückskeksen“ und dem Mitmachlied „Wir haben alle gute Laune“ endete ein sehr unterhaltsamer und abwechslungsreicher Abend, der am kommenden Freitag noch einmal über die Bühne geht.