Warnung vor Tierwohl-Verstößen

von Redaktion

Ministerium bekommt Beschwerden – Betrieb behandelt nicht

Oberneukirchen – Das Bayerische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus fördert laufende Kosten für mehr Tierwohl in der Schweinehaltung seit 2022 und in der Rinderhaltung seit 2023 mit dem Programm „BayProTier“. Deshalb kommt es im Ministerium gar nicht gut an, dass derzeit unter anderem über den Abgleich mit Veterinärämtern immer wieder Verstöße gegen den Tierschutz in solchermaßen geförderten Betrieben gemeldet werden. Diese Mahnung überbrachte Norbert Schneider vom Referat L5 „Landwirtschaftliche Tierhaltung“ bei der Versammlung, die der Fleischerzeugerring Mühldorf-Traunstein e.V. am 4. Januar beim Holzmannwirt veranstaltete. Er ging nicht näher auf die Verstöße ein und sagte auf Anfrage, er habe die Landwirte dafür sensibilisieren wollen, dass Verstöße gegen das Tierwohl geahndet würden und man in einem solchen Fall aus dem Programm herausfalle.

Bei der Veranstaltung referierte auch die Tierärztin Dr. Lisa Louis vom Tiergesundheitsdienst Bayern (TGD). Als sie im Zusammenhang mit der Wundbehandlung bei Schweinen erwähnte, in einem Betrieb habe man ihr erklärt, man behandle dort keine kranken Tiere und nehme nur den Bolzenschussapparat, ging ein Raunen durch die rund 90 Teilnehmer im Saal. Die Fachtierärztin für Schweine ist im Schweinegesundheitsdienst in der Geschäftsstelle Oberbayern Ost des TGD in Traunstein stationiert.

Kurz zuvor hatte Sebastian Brandmeier, für Rinder zuständige Vorstand der VVG Bayern eG, bei einer Versammlung der Viehvermarktungsgenossenschaft in Mettenheim berichtet, von Schlachthöfen kämen immer wieder Beschwerden über eigentlich transportunfähige Tiere. Das käme in der Öffentlichkeit sicher nicht gut an. fud

Artikel 1 von 11