Gelungener Service für Bürger

von Redaktion

Alle Parteien werben bei der ersten Wahlmesse gemeinsam um die Wähler

Ampfing – Wie man Demokratie lebt, zeigten die fünf Ampfinger Parteien und Wählervereinigungen bei der ersten Wahlmesse. An einem Tag bauten alle in der Schweppermannhalle ihre Infostände auf. CSU, UWG, Grüne, SPD und FDP präsentierten sich an einem Platz. Ein gelungener Service für Bürger und Wähler.

Nicht im Streit, sondern im Wettbewerb wurde bei der Wahlmesse gezeigt, dass man sich in Ampfing auf Augenhöhe gemeinsam präsentieren kann. Für den ehemaligen Staatsminister Dr. Marcel Huber war dies ein positives Signal, dass Demokratie funktioniert.

Gelöste Stimmung und
viele gute Gespräche

Das Angebot „Kommt vorbei und lernt die Gemeinderatskandidaten aller Ampfinger Parteien kennen“ wurde rege genutzt. Bei gelöster Stimmung gab es einen Frühschoppen mit der „Deggl“-Musi, Kaffee, Kuchen und viele gute Gespräche. Der Höhepunkt der Veranstaltung war die Talkrunde mit Kandidaten der fünf Parteien: Josef Grundner (CSU), Sandra Bubendorfer-Licht, Evi Frohnwieser (beide FDP), Christian Ott (Grüne), Rainer Himmelsbach (SPD) und Silke Wimmer (UWG). Die Podiumsdiskussion leitete Jörg Eschenfelder, Redakteur der OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24.de.

Die Fragen reichten vom Freizeitgelände Grüne Lagune, der abhandengekommenen Wirtshauskultur in Ampfing bis zu den Schwerpunkten, die man für die Wiederbelebung des Ampfinger Ortskerns sieht.

Bezüglich der Lagune wurde die Ausweitung der Öffnungszeiten diskutiert. Die Kandidaten fanden die Idee gut, da der Bedarf vorhanden sei, jedoch sei dies aus rechtlichen und kostentechnischen Gründen nicht umsetzbar. Es wurden bereits viele Überlegungen angestellt, wie man dies gestalten kann, zum Beispiel mit Aufsicht oder durch Abtrennung – ein Problem, das in Zukunft den neuen Gemeinderat beschäftigen wird, hieß es. Da in Ampfing auch weiterhin ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten herrscht, sehen hier alle Parteien und Gruppierungen derzeit keinen Bedarf, diese Angebote zu erweitern.

Ampfinger Ortskern
soll belebt werden

Gibt es Möglichkeiten, die Wirtshauskultur in Ampfing wiederzubeleben? Hier waren sich die Teilnehmer einig, dass dies nicht so einfach sei. In Sachen „Belebung des Ampfinger Ortskerns“ ziehen die Parteien ebenfalls an einem Strang: Sie fordern die Schaffung attraktiver Treffpunkte für alle Altersklassen, die auch gut zu Fuß erreichbar sind. Begrünung, Ruhegelegenheiten und Schattenspender sollen den Ortskern attraktiver präsentieren, um die Ansiedlung von Fachgeschäften mit Beratung – statt Billigläden – zu fördern. Auch die älteren Bürger sollen berücksichtigt werden, damit ein gutes Miteinander gewährleistet ist.

Moderator Jörg Eschenfelder bezog auch die Ortsteile Stefanskirchen und Salmanskirchen in die Fragerunde mit ein. Für Stefanskirchen wurde die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum, Treffpunkten und günstigem Wohnraum gefordert, damit junge Menschen im Ort bleiben. Für Salmanskirchen wurden ein Dorfladen – eventuell als zwischenzeitliche Lösung eine Dorfladenbox, Lösungen für das Molkereigelände, Mehrgenerationenhäuser und bezahlbarer Wohnraum thematisiert.

Vor allem wünschen sich die Kandidaten, dass sich die beiden Ortsteile zu Ampfing zugehörig fühlen und auch gemeinsame Aktionen gestartet werden.

Aus dem Publikum kam die Frage nach günstigen Grundstücken. Josef Grundner antwortete: „Leider hat dies die Gemeinde nicht in der Hand – wir müssen uns nach den Bodenrichtwerten richten, die uns vorgegeben werden. Die Gemeinde versucht dazu, weiterhin attraktive Einheimischenmodelle anzubieten.“ Eine weitere Frage betraf die Fahrt von Salmanskirchen zum Beispiel zu Arztterminen oder zum Einkaufen, die ein großes Problem darstellt.

Die Kandidaten äußerten dazu: „Ein Thema, das wir aufgreifen werden.“ Im Anschluss gab es eine Schnellrunde für die Kandidaten, wo sie Ampfing in sechs Jahren sehen. Auch hier waren sich die Befragten einig: Ampfing soll attraktiv bleiben und alle sollen zusammen freundschaftlich das Beste für Ampfing herausholen. Den farbenfrohen Schluss übernahm die Waldburgia, die mit ihrem Tanz ein Farbenfeuerwerk entfachte.

Josef Grundner (CSU): „Ich bin sehr zufrieden sowohl mit der Zusammenarbeit mit den Fraktionen im Vorfeld und während der Messe. Meines Erachtens war die Messe wirklich gut besucht. Es fanden durchweg gute Gespräche statt. Es war sehr informativ für unsere Gäste und auch für uns Kandidaten, was uns die Bürger mit auf den Weg gaben. Die Fragen bei der Podiumsdiskussion wurden ziemlich einhellig beantwortet.“

Rainer Stöger (Grüne): „Unsere gemeinsame Kommunalmesse war ein starkes Zeichen für gelebte Demokratie. Es ist schön, dass wir in Ampfing parteiübergreifend an einem Strang für den Erfolg unserer schönen Gemeinde ziehen. Die vielen guten Gespräche haben auch gezeigt, dass die Wähler sich mehr für Themen und Personen als für Parteiprogramme interessieren. Häufig hörten wir: Ampfing muss grüner werden. Das hörten wir natürlich gern, da es auch einer unserer Vorschläge ist, wenngleich eher mehr Bäume und Grünflächen gemeint waren als unsere Gruppierung. So muss Kommunalpolitik sein – engagiert, themenorientiert und mit Spaß an der Sache für unsere Gemeinde.“

Rainer Himmelsbach (SPD): „Die Wahlmesse empfand ich als eine gelungene Veranstaltung. Leider war die Besucherzahl noch überschaubar und manche Bürger kannten die Personen, die im Gemeinderat sind, beziehungsweise die Aufgaben des Gemeinderats nicht genau, doch die Gespräche waren durchweg positiv. Auch die einstündige Podiumsdiskussion verlief sachlich und fair. Eine Wiederholung lohnt sich, am besten auch außerhalb der regulären Wahlperiode, um noch mehr Bürger zu erreichen und zu informieren. Diese sollte dann aber noch besser, vor allem für die älteren Mitbürger, beworben werden.“

Sandra Bubendorfer-Licht (FDP): „Die Kommunalmesse hat gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Bürgern und den Parteien für unsere Demokratie vor Ort ist. Unterschiedliche Ideen und Perspektiven konnten sichtbar werden – und genau diese Vielfalt politischer Positionen ist eine Stärke unserer Demokratie. Gleichzeitig verbindet alle Beteiligten das gemeinsame Ziel, Ampfing verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Kommunalpolitik lebt davon, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Solche Begegnungsformate sollten deshalb auch künftig stattfinden – auf kommunaler Ebene ebenso wie im Vorfeld von Landtags-, Bundestags- und Europawahlen.“

Silke Wimmer (UWG): „Ich freue mich sehr, dass sich alle Fraktionen auf dieses Format eingelassen haben. Es war eine gelungene Veranstaltung, bei der den Bürgern einiges geboten wurde. Schade ist, dass die Messe von der Bevölkerung nicht so gut angenommen wurde, vor allem weil die Bürger hierbei den Vorteil hatten, dass alle Listenkandidaten anwesend gewesen waren und so die Möglichkeit gegeben war, viele zu erreichen und sich zu informieren. Wir hatten ein attraktives Rahmenprogramm, und auch der Wahltalk war eine gute Sache.“

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