Gemeinde investiert Millionen

von Redaktion

Bürgerversammlung stößt auf reges Interesse – Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Christian Weyrich

Aschau – Bei der Bürgerversammlung in der Gemeindehalle informierte Bürgermeister Christian Weyrich die zahlreichen Bürger über das abgelaufene Geschäftsjahr sowie die abgeschlossenen und anstehenden Projekte in der Gemeinde.

Das Rechnungsergebnis stellte einen Gesamthaushalt von 14,8 Millionen Euro im Jahr 2025 auf, der sich in einen Verwaltungshaushalt von 10,8 Millionen Euro und einen Vermögenshaushalt von 4,0 Millionen Euro aufteilt.

Der Stand der Rücklagen betrug zum Jahresende 5,9 Millionen Euro, Schulden wurden in Höhe von knapp 2,6 Millionen Euro ausgewiesen. Die Schuldentilgung läuft dabei wie geplant. Den größten Einnahmeposten stellen nach wie vor die Gewerbesteuereinnahmen mit knapp 3,3 Millionen Euro dar, die im Vergleich zum Vorjahr jedoch gesunken sind. Die größte Ausgabe auf der anderen Seite ist die Kreisumlage mit knapp 4,4 Millionen Euro, die im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen ist.

Soziale Angebote
und Versorgung im Ort

Die Gemeinde möchte die „Jugendpflege vor Ort“ anbieten und sucht dazu geeignete Räumlichkeiten. Auch ein Ferienprogramm mit 34 Veranstaltungen wurde angeboten, an dem 139 Kinder teilnahmen. In der Gemeindebücherei stieg die Zahl der Ausleihen auf knapp 18.000, daneben fanden auch einige Veranstaltungen in der Bücherei statt. Im Januar 2025 wurde eine neue Arztpraxis eröffnet, sodass es nun zwei Hausarztpraxen im Ort gibt. Weyrich kündigte an, noch einen Zahnarzt und eine Apotheke wieder in die Gemeinde holen zu wollen. Im Oktober 2025 wurde das Forstrevier Aschau eröffnet, dessen Verwaltung sich im Papst-Haus befindet.

Bei den abgeschlossenen Projekten zählte Bürgermeister Weyrich den Bebauungsplan für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage in Urfahrn sowie die Bauleitplanung für die Freiflächen-Photovoltaikanlage Klugham III auf. Weiter gab es eine Änderung des Bebauungsplans „Industriegebiet Otto-Hahn-Straße“ zur Nachverdichtung des Grundstückes. Die Entwicklungssatzung „Moyer-Hof“ wurde bisher nicht umgesetzt.

Bei der Trinkwasserversorgung stieg der Gesamtverbrauch auf 273.592 Kubikmeter. Die Brunnen I und II wurden Ende 2024 regeneriert und mit neuen, effizienteren Pumpen ausgestattet. Beim Abwasser wurde der Ortsteil Reit mit Gesamtkosten von rund 800.000 Euro an die Kanalisation angeschlossen und die Trinkwasserversorgung in Aschau-Werk durch den Bau eines Revisions- und Verteilerschachtes verbessert.

Zum Hochwasserschutzkonzept wurde im Jahr 2025 das Regenrückhaltebecken „Thaler Bach Teil 1“ gebaut, und an der Howaschen wurde die Sohlräumung durchgeführt. Im Jahr 2026 wird das Regenrückhaltebecken „Thaler Bach Teil 2“ gebaut; die Gesamtkosten der Maßnahme am Thaler Bach belaufen sich auf 200.000 Euro, wobei 90 Prozent gefördert werden.

Bei den Straßensanierungen schlug der Kreuzweg mit 15.000 Euro zu Buche. Die Kreuzung an der Litzl-kirchner Straße/MÜ25 wurde durch die Aufschichtung von Strohballen verkehrssicherer gemacht. Die Freiflächen-Photovoltaikanlage „Klugham III“ auf einer Fläche von 1,7 Hektar ist seit Mai 2025 rechtskräftig, jedoch noch nicht umgesetzt.

Im Industriegebiet möchte sich die Nitrochemie auf einer Fläche von neun Hektar nach Süden erweitern, und im Gewerbepark Thann wurde im Sommer 2025 mit der Erschließung begonnen. Die Fertigstellung ist im Mai 2026 geplant; für die 42.000 Quadratmeter fielen Grunderwerbskosten von 3,2 Millionen Euro und Baukosten von 4,3 Millionen Euro an.

Der Glasfaserausbau in Aschau durch die Firma Leonet geht nach anfänglichen Schwierigkeiten voran, die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.

Der Bau des Multifunktionsplatzes soll beginnen, sobald es die Witterung zulässt; die Fertigstellung ist im Oktober 2026 geplant. Errichtet werden ein Fußballfeld, zwei Beach-Volleyballplätze, eine Flutlichtanlage und ein Geräteschuppen. Besonders freute sich Bürgermeister Weyrich, dass die Gemeinde dem Landkreiswerk beigetreten ist und so eine starke Kooperation zwischen Landkreis und Kommune bezüglich Energieprojekten, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung entsteht. Auf Kindergarten und Schule wurden PV-Anlagen errichtet, die Gesamtkosten betrugen 205.500 Euro mit einer Gesamtleistung von 253 kWp und einem Speicher von insgesamt 97 kWh.

Zur Förderschule in Waldwinkel teilte Weyrich mit, dass die Abbruch- und Erdarbeiten abgeschlossen sind und im Frühjahr der Neubau der Förderschule beginnt. Im Jahr 2028 sollen die neuen Räumlichkeiten bezogen werden können.

Zum Wärmenetz hat die Gemeinde eine Absichtserklärung zum Wärmebezug mit den Stadtwerken Waldkraiburg unterschrieben. Der Planungsstand sieht eine Wärmemenge von 45 GWh bei 18 MW Leistung vor.

Zum Thema „Wohnen in Gemeinschaft“ soll im Februar mit der Stiftung Ecksberg der Erbbaurechtsvertrag unterzeichnet werden und der Spatenstich soll so bald wie möglich erfolgen. In Planung ist eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit elf Plätzen sowie elf Einzimmer- und zwei Zweizimmer-Appartements sowie eine Tiefgarage mit 26 Stellplätzen.

Weyrich sprach auch über die zukünftigen Projekte: Die Ampelquerung an der Hauptstraße mit Haltebucht für Lkws, ein Pumptrack in Verbindung mit dem Multifunktionsplatz oder eine verbesserte Geh- und Radwegverbindung Thann-Waldkraiburg. Die Kreuzung in Thann zur alten MÜ25 soll neu gebaut und sicherer werden. Das Musikerheim muss saniert werden, da ein Wasserschaden durch eine alte Sickergrube auf dem Parkplatz des Sportzentrums verursacht wurde. Des Weiteren stehen Straßen- und Brückensanierungen an. Die Maßnahmen belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro.

Grußwort des Landrats: Lob für die Gemeinde

Landrat Max Heimerl sprach der Gemeinde Aschau ein großes Lob aus. Mit den zahlreichen Projekten und Maßnahmen sehe man, dass es vorwärts gehe und die Gemeinde weiter wachse. Wichtig sei die Steuerung dieses Wachstums, das sehe man auch auf Landkreisebene. In den vergangenen zehn Jahren sei dieser um zwölf Prozent bei den Einwohnerzahlen gewachsen und bis zum Jahr 2043 würden weitere zehn Prozent allein durch Zuzug prognostiziert.

Man müsse Attraktivität für Unternehmen schaffen, das erreiche man besonders durch eine gute Infrastruktur, schnelle Genehmigungsverfahren und sichere und bezahlbare erneuerbare Energien. Das Landkreiswerk spiele dabei eine wesentliche Rolle. Besonders wichtig bei so einer Phase des Wachstums sei aber auch der soziale Zusammenhalt und besonders die Stärkung des Ehrenamts und der Vereine. Heimerl sei zuversichtlich, dass man auch in Zukunft auf diesem Weg erfolgreich sein werde.

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