Oberbergkirchen/Irl – Eine gut besuchte Veranstaltung ist jedes Jahr die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Irl im Gasthaus Wirt z‘ Irl. Bei der Versammlung legten Vorstandschaft und Jäger Rechenschaft über das vergangene Jagdjahr ab. Dazu konnte Vorstand Georg Blieninger neben den Mitgliedern und Ehrengästen auch Revierförster Benjamin Scharnagl begrüßen. Nach einer kurzen Schweigeminute für die verstorbenen Mitglieder konnte Kassenführer Martin Wagenbauer in seinem Finanzbericht von einer stabilen Rücklage berichten.
Mit dem Tausch des Mulchgerätes wurden die größten Ausgaben getätigt. Die Kassenprüfer bestätigten fehlerfreie Führung, die Vorstandschaft wurde entlastet. Vorsitzender Georg Blieninger blickte auf die Tätigkeit der Vorstandschaft zurück. Er berichtete von einem aus jagdlicher Sicht ruhigen Jahr, was Blieninger auf die hervorragende Arbeit der Jägerschaft zurückführte. Aus genossenschaftlicher Sicht berichtete er von einigen Mängeln beim vereinseigenen Maschinenpark. Der neue Holzspalter wurde von einem Mitglied beschädigt, der Verursacher konnte nicht festgestellt werden, die Kosten für die Reparatur betrugen über 400 Euro. Beim Holzspalter standen größere Reparaturen an, er wurde einem Jagdgenossen verkauft. Auch das Mulchgerät wurde vertauscht, die Walze lief 260 Tagwerk. Blieninger wies darauf hin, das Maschinenbuch immer zu unterschreiben. Er bedankte sich bei Gerätemart Fritz Jost für die Maschinenpflege.
Für die zwei Jagdbögen legten Alfred Lautenhammer und Willi Bach Rechenschaft ab. Der Abschussplan wurde überall erfüllt, durch das Unfallwild sogar leicht überschritten. Zudem wurden Wildschweine im Revier gesichtet und gespurt. Im Bogen I wurde ein Wildschwein erlegt. Was sich immer schwieriger gestaltet, ist die Krähenjagd. Es konnten 14 Krähen erlegt werden, das Vorkommen der Krähen ist zurückgegangen. Darüber hinaus wurden im Revier noch 49 Füchse und elf Dachse erlegt. Der Fuchs ist der größte Feind für das Niederwild. Erfreulich sei, so die Jägerschaft, ein Wiedehopf wurde gesichtet.
Die Jagdpächter freuten sich, dass durch die angeschafften Kitzretter deutlich weniger Kitze dem Mähtod zum Opfer gefallen sind. Im letzten Jahr wurden im Revier 32 Kitze aus Wiesen und Kleefeldern geborgen. Lautenhammer erläuterte das Buch. „Die neue Häschenschule“ von Aude Engelkes, die Feindschaft zwischen Hase und Fuchs wird beendet. Das Buch thematisiert Diversität und Freundschaft und sorgt wegen der Darstellung bei den Landwirten für Kritik. Ein Problem gibt es auch bei der Vermarktung von Wild. Ein großer Wildverarbeitungsbetrieb hat Insolvenz angemeldet. Bürgermeister Michael Hausberger überbrachte die Grüße der Gemeinde und bedankte sich bei Vorstandschaft und Jägern für die geleistete Arbeit und das angenehme Miteinander in der Genossenschaft.
Revierförster Benjamin Scharnagl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging informierte über waldbauliche Förderung, Maßnahmen, die den Wald fit für die Zukunft machen. Insbesondere Pflanzung klimatoleranter Baumarten, Naturverjüngung, Bestandshege und Borkenkäferbekämpfung ohne Insektizide. Eine Förderung kann jeder private Waldbesitzer erhalten. In fachlich sinnvollen Maßnahmen berät der Förster, er unterstützt auch bei der Förderabwicklung. Eine breite Themenpalette zur Fortbildung, wie Pflanzung, Waldschutz, Durchforstung, Waldpflege und Baumarten im Klimawandel, werden angeboten. Zum Schluss der Versammlung bedankte sich Vorsitzender Georg Blieninger bei der Vorstandschaft und Jagdgenossen. Mit dem Dank an die Jagdpächter Lautenhammer und Bach für die Getränke, Kuchenbuffet und das Rehragout, zubereitet vom „Vier-Sternekoch“ Weichselgartner, beschloss Vorstand Blieninger die angenehm verlaufende Versammlung. fma