Nachruf

von Redaktion

Egglkofen – Es war eine überaus große Trauergemeinde, die in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Abschied von Resi Vogl nahm. Sie war eine engagierte und beliebte Mitbürgerin, die als Voigt Resi und Bierfahrerin weitum bekannt und geschätzt wurde, so Pfarrer Markus Hochheimer der zusammen mit Pfarrer Hermann Stanglmayr aus Aich den Trauergottesdienst zelebrierte. Umrahmt vom Kirchenchor und den Lesungen und Fürbitten der Nichten und dem Neffen wurde der Abschied für diese besondere Frau würdig gestaltet.

Arbeit war der ständige Begleiter während ihrer fast 83 Lebensjahre und so trug die Nichte Christine den Lebenslauf, ein aussagekräftiges Vermächtnis, der von der Tante selbst verfasst wurde, vor. Ein Auszug des Lebenslaufs: Resi Vogl, geborene Voigt, wurde am 8. April 1943 in Landshut als erstes Kind der Eheleute Karl und Therese Voigt geboren. Die ersten Jahre verbrachte sie am Hofberg in Landshut und später bei den Großeltern in Wachsenberg. 1946 kam Bruder Karl zur Welt, 1956 ihr Bruder Martin. 1948 erwarben die Eltern das damalige Utzinger-Anwesen am Lichtberg und gründeten 1955 einen Getränke-Heimdienst. Nach dem Besuch der Volksschule in Egglkofen absolvierte sie die Hauswirtschaftsschule. Neben der Tätigkeit in der häuslichen Landwirtschaft kümmerte sie sich um den kleinen Bruder Martin und war als Aushilfe bei Lebensmittel Lohmeier beschäftigt. Vier Winter arbeitete sie im

Kleinwalstertal und in den Sommermonaten in der Schlossbrauerei Egglkofen in der Flaschenfüllerei. Nachdem sie mit 18 Jahren den Führerschein erworben hatte, war sie fortan mit Vater oder Mutter beim Getränkeausliefern unterwegs. Ihren späteren Ehemann Hermann Vogl lernte ich in der Schlossbrauerei kennen, wo er als Braumeister angestellt war. 1965 heirateten sie in der Pfarrkirche in Egglkofen und wohnten in der Betriebswohnung der Brauerei. 1968 erbauten sie ein Eigenheim am Lichtberg. Die täglichen Bierfahrten in Ober- und Niederbayern, später mit dem Bruder Martin und verschiedenen

Aushilfen, waren über sechs Jahrzehnte ihr zentraler Lebensinhalt.

Im Laufe der Jahre erlebte sie auch einige Schicksalsschläge. 1986 verstarb die Schwägerin Resi, 1997 der Ehemann Hermann, 2005 der Vater und 2009 die Mutter. Besonders schwer traf sie der viel zu frühe, plötzliche Tod des Bruders Martin im Jahr 2011. 2022 starb ihr

Lebensgefährte Hermann Lichtmannecker, mit dem sie noch viele, schöne Jahre verbrachte. Nachdem die Getränkelieferungen nicht mehr weitergeführt werden konnten, wurde es in ihrem Leben ruhiger. Ihren Lebensabend verbrachte sie am liebsten daheim mit den Kindern der Nichten. Somit hatte sie trotzdem eine sinnvolle Aufgabe und war froh, dass sie noch gebraucht wurde. Nach kurzer, schwerer Krankheit schlief Resi Vogl in der Nacht von Sonntag auf Montag zuhause friedlich ein. Begleitet von der Fahnenabordnung des Frauenbundes und mit Blasmusik zog der Trauerzug zum Friedhof, wo sie im Familiengrab ihre letzte Ruhestätte fand. nz

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