Mühldorf – Es war echt „schee“ – trotz Schnee und koide Grod Celsius: Der traditionelle Faschingszug am gestrigen Sonntag über den Stadtplatz war wieder einmal das Top-Ereignis im Mühldorfer Fasching 2026.
Das heiß begehrte Ereignis der Stadt Mühldorf in Kooperation mit der Inntalia Mühldorf ist längst ein Besuchermagnet geworden – und dies konnte auch das kalte, winterliche Wetter nicht verhindern. 41 Wagen und Fußgruppen schlängelten sich gestern wieder imposant, lautstark, eindrucksvoll und teils höher als ein Haus über den Stadtplatz. Charmant moderiert und begrüßt hatte dazu in bewährter Manier Peter Mück.
Für jedes Alter war
etwas geboten
Dabei gab es für alle Altersgruppen schöne, große und bunte Wagen, lachende Fußgruppen und viele sehenswerte Kostüme sowie kreative Ideen. Neben der teils ohrenbetäubenden Musik von den Wagen gab es für alle Besucher auch wieder einen enormen Hagel an Süßigkeiten, Bällen und anderen Geschenken. Vor allem für die kleinsten Besucher war dies das Schönste vom ganzen Zug, deshalb gab es entlang des Stadtplatzes nur leuchtende Kinderaugen.
Bereits ab 12 Uhr gab es auf dem Stadtplatz schon ein gewisses „Vorglühen“ an den zahlreichen Zelten und Bars, das von der bekannten Band „BlowUp“ untermalen wurde. Später ging es organisatorisch auf den Straßen außerhalb straff zur Sache, zumal in vielen Wagen mehrere hundert Stunden an intensiver Bastelarbeit investiert wurden – und am Tag des Faschingszugs sollte deshalb alles perfekt funktionieren, alle Teilnehmer „an Board“ sein und auch die Ladungen der Konfetti und „Wurf-Süßigkeiten“ passen, ebenso wie so mancher „gute Tropfen“ von hochprozentigen Getränken, um den kleinen und großen Durst während der Fahrt zu löschen. Natürlich lag auch viel Augenmerk auf der Technik: Neben der Lautstärke, gab es oftmals Rauch, Lichteffekte und bewegliche Elemente auf den Wägen.
Klar natürlich: Abgerundet wurde der Zug vor allem mit einem freundlichen Lächeln und lustigen Aktionen der Zugteilnehmer. Fußgruppen gab es wenig, allerdings auch Markante: Die Narrhalla Vilsbiburg zeigte kleine Gardeeinlagen, Jongleure und turnende Akrobaten, die im Flik Flak über die Straße turnten.
Im großen Jahr der Kommunalwahl waren auch alle Bewerber, Herausforderer und Amtsinhaber auf den Wägen ihrer Parteien zu sehen. Bürgermeister Michael Hetzl fuhr mit dem Inntalia-Prinzenpaar traditionell mit dem Schiff als letzter über den Stadtplatz. Vorangegangen war bereits das knallig-orange Wikinger-Schiff der unabhängigen Mühldorfer (UM) und allen für den Stadtrat kandidierenden Wikingern oben drauf. Der Slogan war klar: „Innau im neia Hallenbad – mim Hetzl werd´s bestimmt ned fad!“. Die CSU strahlte mit Bürgermeister-Kandidat Stefan Lasner im traditionell blauen Handwerker- und Arbeiter-Look zusammen mit Landrat Max Heimerl.
Die SPD um Bürgermeister-Kandidatin Claudia Hungerhuber erschien als Boxerin mit einer großen roten Mannschaft und energischen Hu-Hu-Hungerhuber-Schlachtrufen. Die Verkleidung bei den Grünen um Bürgermeister-Herausforderer Christoph Schützenhofer hatte sich als Robin Hood maskiert.
Dabei war auch das „Landrätin´s Gipshaxn Taxi“ mit Landrats-Bewerberin Bianca Hegmann, die sich in einem E-Auto kutschieren lassen musste, zumal sie sich jüngst ein Bein gebrochen hatte. Nach dem großen Faschingszug wurde es am gesamten Stadtplatz nochmals laut, denn die Wagen „parkten“ dort traditionell und ließen die Musik-Boxen zum Beben bringen. Das berühmte i-Tüpfelchen kam von den Zug-Besuchern: Viele hatten sich sehr schön maskiert und machten damit die gute Optik auf dem Stadtplatz perfekt.
Ludwig Stuffer