Waldkraiburg – Champions sind nicht nur im Sport zu Hause, auch am Gymnasium Waldkraiburg glänzen immer wieder junge Menschen mit außergewöhnlichen Leistungen. Constantin Hampel (Q13) und Selina Schwarzer (Klasse 7c) gehören im naturwissenschaftlichen Bereich jedenfalls zu den Überfliegern, was Fachlehrerin Claudia Hille natürlich gerne sieht. Sie und ihre Kollegin Marcella Sommaro stehen den Schülern nicht nur in der Theorie, sondern auch im Schullabor mit Rat und Tat zur Seite.
Ein Überflieger
mit vielen Talenten
Constantin Hampel widmet sich derzeit gleich zwei Olympiaden. Der 19-Jährige nahm erstmals an der internationalen Biologie-Olympiade teil sowie zum dritten Mal an der internationalen Chemie-Olympiade. Um den Olymp zu erklimmen, ist weit mehr als nur Schulwissen erforderlich. „Da muss man den Kopf schon ziemlich tief in Fachbücher stecken, viel recherchieren und rechnen“, weiß Constantin ganz genau. Fachlehrerin Claudia Hille, die die internationalen Olympiaden Biologie, Chemie und Junior Science am Gymnasium anbietet, ist für ihn kompetente Wegbegleiterin und Ansprechpartnerin.
Dieses Jahr nahmen drei Schüler an der ersten und zweiten Runde der Chemie-Olympiade teil. „Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen in beiden Olympiaden wurde Constantin zu den Landesseminaren in Bio und Chemie eingeladen“, freut sich die Lehrerin.
Nur wer es bayernweit unter die Top 20 schafft, qualifiziert sich für diese Seminare. Aufgrund einer terminlichen Überschneidung der Seminare entschied sich der junge Mann für die Teilnahme am Landesseminar der Chemie-Olympiade in Burghausen. „Mein Wissen in Chemie ist ohnehin intensiver und genauer“, betont der Crack, der aber zugibt, bezüglich seiner Teilnahme an der Biologie-Olympiade sehr viel Neues entdeckt und gelernt zu haben. Die Olympiaden legt der 19-Jährige nun symbolisch beiseite, denn in diesem Jahr steht für ihn das Abitur an. „Das ist aber bislang nicht alles“, meint Constantin selbstbewusst und zählt auf: „Ich kandidiere in Waldkraiburg für den Stadtrat und über die Junge Liste zusätzlich für den Kreistag“.
Zudem betreibt er gemeinsam mit einem Freund einen Online-Shop. Die jungen Männer präsentierten kürzlich ihr Kleinunternehmen sogar auf der Spielwarenmesse in Nürnberg.
Bei derlei Betriebsamkeit staunt selbst Claudia Hille und sie meint augenzwinkernd zu ihrem Schüler: „Nicht dass ich eines Tages zu dir noch ‚Sie‘ sagen muss.“ Ob es so weit kommt, steht genauso in den Sternen wie die Auswahl der Studienfächer, die der Gymnasiast ins Visier nimmt. „Pharmazie, Medizin, Biochemie und Physik kommen für mich infrage, aber immer gepaart mit Philosophie“, verrät er und seine Lehrerin nickt anerkennend.
Um Studienplätze braucht sich Selina Schwarzer noch keine Gedanken zu machen, obwohl sie sich gut vorstellen kann, später naturwissenschaftlich tätig zu sein. Die Voraussetzungen bringt die 13-Jährige wohl mit, denn sie konnte bereits zum zweiten Mal den Superpreis im Landeswettbewerb „Experimente antworten“ in Empfang nehmen. An diesem bayernweiten Wettbewerb für die Jahrgangsstufen fünf bis zehn nahmen rund 3.000 Schüler teil.
Aber nur die hartnäckigsten und talentiertesten Schüler schafften es zur Superpreisverleihung ins Deutsche Museum nach München.
Die Kraiburgerin zählte zu den 55 Auserwählten. Weil es den Superpreis in Form einer tollen Laborausstattung selbstredend nicht locker vom Hocker gibt, musste die junge Forscherin im Vorfeld drei anspruchsvolle Aufgabenrunden durchlaufen. Ganz nach Charles Darwins Aussage „Nur ein Narr macht keine Experimente“ legte Selina fleißig Versuchsreihen an und fertigte dazu die passenden Protokolle.
Wie sich Ananas, Apfel und Kiwi auf die Konsistenz von Joghurts auswirken, war eine Aufgabe, die die 13-Jährige in Angriff nehmen musste. „Selbstverständlich probierten wir die Joghurts während der Versuche“, erzählt Fachlehrerin Hille und ihre Schülerin bekennt: „Der veränderte Joghurt schmeckte uns überhaupt nicht.“ Wie viel Vitamin C in frisch gepressten Fruchtsäften steckt und warum Wasser auf Lotusblättern abperlt? Auch diesen spannenden Fragen ist Selina Schwarzer nachgegangen und erzielte dabei erfolgreiche Ergebnisse.
„Ich möchte
alles genau wissen“
Aber warum interessiert sich die Gymnasiastin für die Wissenschaft? Darauf hat sie eine einleuchtende Antwort: „Ich bin einfach neugierig und möchte alles genau wissen.“ Weil die Versuchsreihen für Selina gar so fesselnd gewesen sind, opferte sie öfter ihre Pause, was im Klartext heißt: „Ich verzichte gerne auf mein Pausenbrot und schau dafür lieber im Labor vorbei, wie sich die Versuche entwickeln.“ Mit Erreichung des Superpreises verschaffte sich die talentierte Nachwuchsforscherin Zugang zur Internationalen Junior Science Olympiade oder auch zu „Jugend forscht“.