Nicht nur die Kunsteisbahn und das Freibad erfreuen sich in Mühldorf großer Beliebtheit. Stadtwerke-Chef Alfred Lehmann konnte für 2024 einen Millionengewinn verkünden. Foto Mayer; Honervogt
Mühldorf – Dieser Applaus muss für den Stadtwerke-Chef Alfred Lehmann Balsam gewesen sein. Kaum hatte er in der letzten Stadtratssitzung die Zahlen für 2021 bis 2024 präsentiert, da brandete Applaus auf: von den Stadträten und von den vielen Zuschauern. Die Zahlen unterstrichen das, was Bürgermeister Michael Hetzl zuletzt bei der Podiumsdiskussion im Haberkasten gesagt hatte: „Die Stadtwerke sind ein hervorragendes Unternehmen und stehen hervorragend da.“
3,2 Millionen Euro Gewinn
trotz Einbruch beim Strom
2024 setzten die Stadtwerke 23,5 Millionen Euro um. Das waren 8,6 Prozent weniger als 2023 (25,7 Millionen Euro), unterm Strich blieb aber ein Gewinn von 3,2 Millionen Euro, 10,3 Prozent mehr als 2023 (2,9 Millionen Euro). Die Bilanzsumme lag 2024 bei 23 Millionen Euro, das Anlagenvermögen bei 17,2 Millionen Euro und das Eigenkapital bei 11,1 Millionen Euro.
Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen erklärt Lehmann die Millionen-Gewinne. Die Strompreise für die Kunden stünden zwar vor dem Jahr fest, die Einkaufsgesellschaft sei im Hintergrund aber weiterhin am Strommarkt aktiv: „Aufgrund der starken Preisschwankungen konnten hier zusätzliche Ergebnisse erreicht werden.“
2024 investierten die Stadtwerke insgesamt 1,9 Millionen Euro, nach 1,3 Millionen Euro im Jahr davor. Der größte Teil (1,7 Millionen Euro) floss in die Wasserversorgung; an zweiter Stelle folgte das Hallenbad mit knapp 73.000 Euro. Dabei handelt es sich um „Vorkosten für die Konzepterarbeitung des neuen Hallenbads“, erklärt Lehmann den OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24.de.
Einen Dämpfer gibt es beim Stromgeschäft. Das ist seit 2021 rückläufig. 2021 wurden 107.171 Megawattstunden (MWh) Strom an 14.766 Kunden verkauft, 2024 waren es nur noch 67.717 MWh bei 15.126 Kunden. Gegenüber 2021 wurde damit 2024 über ein Drittel weniger Strom verkauft.
„Aufgrund der Energiekrise 2022 haben wir bei Stromausschreibungen, die einen Spotpreis haben wollten, aufgrund der großen Risiken keine Angebote abgegeben“, erläutert Lehmann den OVB-Heimatzeitungen diese Entwicklung. Spotpreise sind die aktuellen Marktpreise für sofort lieferbaren Strom, die sich ständig ändern. Lehmann: „Bei den Haushalts- und Gewerbekunden ist eine gewisse Fluktuation normal.“
Der Sprung bei den Kundenzahlen von 2021 auf 2022 sei auf die Energiekrise zurückzuführen, erläutert Lehmann. In dieser Zeit hätten Stromhändler die Preise zum Teil massiv erhöht oder ihren Betrieb eingestellt. Die Folge: Als zuständiger Grundversorger für Mühldorf mussten die Stadtwerke die betroffenen Kunden aufnehmen.
Positiv waren 2024 die Zahlen beim Freibad (112.087 Besucher), Hallenbad mit Sauna (48.198 Besucher) und der Kunsteisbahn mit 37.451 Besuchern. Das Freibad habe ein „sehr, sehr gutes Jahr“ gehabt, sagte Lehmann im Stadtrat.
Auch das Hallenbad habe eine Steigerung verzeichnet; hier bringe die Sauna das Geld und werde künftig eigens ausgewiesen. Bei der Kunsteisbahn sei der Zuspruch ungebrochen. „Es ist toll, wie die Kinder und Jugendlichen die Bahn annehmen.“
Allein bei der Innfähre war die Zahl der Fahrgäste rückläufig: 2830 gegenüber 4118 im Jahr 2023. Es sei ein schwieriges Jahr gewesen, sagte Lehmann den Stadträten: „Wir hatten entweder zu viel oder zu wenig Wasser im Inn.“ Alles in allem sei das Jahr 2024 für die Stadtwerke „ein sehr gutes Jahr“ gewesen, bilanziert Stadtwerke-Chef Lehmann gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Niedrige Verluste in den Freizeitbetrieben und Optimierungen der Stromportfolios „führten zu diesem Ausnahmeergebnis“.
Für 2025 sehe der Wirtschaftsplan einen Jahresüberschuss von 741.000 Euro vor, „den wir mit Sicherheit erreichen werden“, so Lehmann weiter. „Für 2026 gehen wir aufgrund diverser neuer Stromlieferungsverträge ebenfalls von einem auskömmlichen Jahresüberschuss aus.“ Die Zahlen für 2025 konnte Lehmann dem Stadtrat und der Öffentlichkeit allerdings noch nicht vorstellen, die werden noch geprüft. „Ich gehe davon aus, dass wir spätestens im April die testierten Abschlüsse haben und präsentieren können“, schloss Lehmann seine Ausführungen im Stadtrat und wurde mit dem eingangs erwähnten spontanen Applaus belohnt.