Dieses Mal soll Ärger vermieden werden

von Redaktion

Neuer Entsorger für den Landkreis Mühldorf wird gesucht – Vertrag läuft zum Jahresende aus

Mühldorf – Kaum hat das neue Jahr begonnen, muss der Landkreis schon wieder an das Jahresende denken. Denn zum 31. Dezember 2026 läuft der Vertrag zur Abholung von Gelbem Sack und Gelber Tonne aus. Die Sammlung der sogenannten Leichtverpackungen (LVP), alles mit dem Grünen Punkt, wird neu ausgeschrieben und der Bestbieter bekommt für die Zeit nach dem 1. Januar 2027 den Zuschlag.

Letzter Entsorgerwechsel
brachte nur Ärger

Das hat bei der letzten Neuvergabe 2024 nur mit mäßigem Erfolg geklappt. Der neue Abholer kam mit den Routen in Verzug, Säcke blieben liegen, Tonnen ungeleert stehen, schließlich ging der Abholer auch noch insolvent. Der Ärger der Bürger, die nicht mehr wussten, wohin mit ihrem nicht abgeholten Verpackungsmüll, war groß.

Das Landratsamt konnte nach „hochkomplizierten“ Diskussionen – so Landrat Max Heimerl – mit dem Dualen System Deutschland (DSD) nachbessern und wieder den altbewährten Abholer, die Firma Wurzer, beauftragen. Nach dem Wechsel zurück lief dann wieder alles wie am Schnürchen.

Die neue Ausschreibung war Thema in der jüngsten Kreistagssitzung und zuvor schon im Umweltausschuss des Landkreises. Eines machte der Landrat deutlich: „Wir als Landkreis sind nicht für diese Leichtverpackungen zuständig!“ Der Einfluss auf die Vergabe sei äußerst gering. Die Verantwortung liege allein beim DSD, das für das Vertragsgebiet des Landkreises Mühldorf eine Gesellschaft aus Pegnitz mit der Neuvergabe beauftragt hat.

Landkreis drängt auf
professionelle Entsorgung

„Aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit hat die Kommunale Abfallwirtschaft betont, die Ausschreibungsbedingungen gründlich zu prüfen und so transparent sowie wirtschaftlich tragfähig wie möglich zu gestalten, um ähnliche Risiken in Zukunft zu vermeiden“, erklärte Heimerl den Gremien. Der Landkreis versuche, den Ausschreiber zu sensibilisieren, um von Anfang an wieder eine professionelle Entsorgung zu bekommen.

Tonnen und Säcke
gleichzeitig abholen

So, wie es die Firma Wurzer derzeit im Landkreis Mühldorf macht, biete es den Bürgern die größte Flexibilität. Zugleich sei es für den Entsorger die kostengünstigste Lösung. „Die eingesetzten Sammelfahrzeuge können gleichzeitig sowohl Säcke abholen als auch Tonnen leeren“, so Heimerl. „Das können andere Entsorger nicht.“ Alle Behältnisse könnten auf nur einer Tour geleert werden, das reduziere im Sinne des Umweltschutzes auch die Anzahl der nötigen Fahrten.

Die Bürger würden dieses Mischsystem aus Sack und Tonne auch aus Platzgründen bevorzugen. „Wer ländlich wohnt, kann die Tonne gut unterbringen“, weiß Heimerl. „In der Stadt ist für die meisten der Sack einfacher.“

Die Wahl des Systems hat auch Auswirkungen auf den Abholrhythmus. Der Gelbe Sack würde im Turnus von zwei Wochen abgeholt. Die Gelbe Tonne würde aber nur alle vier Wochen entleert. Das derzeitige System aus Sack und Tonne könne weiterhin alle 14 Tage geholt beziehungsweise geleert werden.

Bürger schätzen
größte Flexibilität

In ersten Gesprächen mit der Ausschreibungsgesellschaft wurde vom Landkreis bereits klargestellt, „dass das bestehende System bewährt ist, hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung genießt und die größte Flexibilität bietet“. Diesem Standpunkt sei auch zugestimmt worden. Das sahen auch die Mitglieder des Umweltausschusses und des Kreistags so. Beide Gremien beschlossen einstimmig, dass die Abteilung Kommunale Abfallwirtschaft diese Variante für die Vertragslaufzeit von Anfang 2027 bis Ende 2029 verbindlich mit dem Ausschreiber vereinbaren solle.

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