Neumarkt-St. Veit – Klingel und Telefon standen nicht still, als Theresia Aigner ihren 85. Geburtstag feierte; auch Bürgermeister Erwin Baumgartner überbrachte eine Urkunde und einen Geschenkkorb voll Neumark- ter Schmankerl.
Die Jubilarin kam am 12. Februar 1941 als fünftes von sechs Kindern der Müllerfamilie Katharina und Josef Dollinger in Wiesbach zur Welt. Ihr, ihren drei Brüdern und einer Schwester folgte zuletzt noch der Bub Simon. Nach dem Besuch der Volksschule in Wiesbach ging sie zur landwirtschaftlichen Berufsschule, die letzten zwei Jahre davon in Neumarkt St. Veit. Auch arbeitete sie daheim mit: Die Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft und im Haushalt. Als sie 18 Jahre alt war, fand sie eine Anstellung in der Neumarkter Strickwarenfabrik GDG, wo damals im Schichtdienst produziert wurde.
In der Silvesternacht von 1959 auf 1960, beim Tanzball im Schobersaal in Egglkofen, erzählt sie strahlend, lernte sie Josef Aigner kennen. Der arbeitete zwar in der Nähe von München, aber an Wochenenden gab es Gelegenheit, sich näher kennenzulernen. Und als Resi 21 war, besorgte Josef ihr eine Haushaltsstelle in einer Bäckerei in Holzkirchen. Am 28. September 1962, sie wohnten gerade in Perching, heiratete Theresia ihren Josef – in Egglkofens Kirche und beim Schober.
Ein Jahr darauf kam Sohn Hermann zur Welt. Als dieser sechs Jahre alt wurde, wollte die Familie endlich sesshaft werden, zumal mittlerweile noch die Söhne Wolfgang (1965) und Günter (1966) dazugehörten. Sie zogen deswegen am 1. Mai 1970 nach Mühldorf, ihr Josef arbeitete weiter bei München. Die junge Familie kaufte 1972 in Neumarkt-St. Veit ein Baugrundstück und 1976 entstand darauf ein wunderschönes Haus, das ein Jahr später bezogen wurde. Schnell hatten sich die Aigners eingelebt. Theresia schloss sich dem Turnverein an, wurde auch Mitglied bei den Schützen, beim Arbeiterverein und beim Gartenbauverein. Sie gewann mit ihrem freundlichen und ruhigen Wesen viele Freunde.
Stets hatte sie sich bemüht, ein wenig Geld dazuzuverdienen, und 1979 fand sie einen Arbeitsplatz als Näherin bei der Firma Bachmann Schlafsysteme. Mit Ehemann Josef unternahm sie viele „Weberreisen“, half ihm beim Grillen bei zahlreichen Sommerfesten und bei der Fischzucht.
Mittlerweile gehören die Familien der Söhne mit Schwiegertöchtern und fünf Enkelsöhnen und einer Enkelin dazu. Der Geburtstag der Oma wird bald gemeinsam gefeiert.nz