Windkraft in Neumarkt

von Redaktion

Die Positionen der vier Bürgermeisterkandidaten

Neumarkt-St. Veit – Die Nutzung von Windkraft war eines der Themen der Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten. Bürger hatten die Frage zu Windrädern, die im Schindelholz – dem höchsten Punkt Neumarkts, nur rund zwei Kilometer Luftlinie vom Stadtplatz errichtet werden könnten – eingebracht.

Windräder höher
als der Eiffelturm

Diese Windräder neuester Generation könnten bis zu 340 Meter hoch sein und damit höher als der Pariser Eiffeltrum mit seinen 322 Metern. Die Fragesteller befürchten einen erheblichen Eingriff in die Natur, das Landschaftsbild und die Lebensqualität der Anwohner.

Diese Pläne weiterverfolgen oder als überdimensioniert zurückweisen? – so bezogen die vier Kandidaten für das Bürgermeisteramt Stellung zum Thema Windkraft in Neumarkt-St. Veit.

„Woanders gibt
es mehr Wind“

„Das ist ein sehr heißes Thema!“, stellte Peter Hobmaier (UWG) fest. Viele Neumarkter sagten, „das kommt nicht infrage“, andere fänden Windkraft eine „super Energie-Gewinnung“, die der Stadt Steuereinnahmen bringe. Die Pläne seien noch nicht so reif, dass die Windräder kommen, aber es könnte sein, so Hobmaier.

Für ihn stelle sich die Frage: „Muss es wirklich so hoch sein?“ Die Windräder seien Neumarkt und allen anderen Gemeinden in einer politischen Entscheidung „aufgedrückt“ worden. Ihm gefalle das gar nicht, es solle hier etwas hingestellt werden, was hier nicht richtig funktioniere. „Woanders gibt es mehr Wind“, so Hobmaier.

Er sei ohne eindeutige Lösung und hin- und hergerissen, zwischen Kritikern und Befürwortern. Auf alle Fälle müsse man die Bürger mitnehmen, gebaut werden solle nur „wenn alle einverstanden sind“.

„Bei uns ist
Windkraft uneffektiv“

Madlen Winterer (SPD) betonte, dass sie nicht gegen die Nutzung von Windkraft sei, aber: „Bei uns ist sie uneffektiv“. Sie störe nicht das Bild, das Windräder abgeben, sondern dass wertvoller, über Jahrzehnte gewachsener Waldboden verdichtet und vernichtet werde. Sie plädierte dafür, andere Energie-Möglichkeiten zu nutzen. Müsse sie sich positionieren, dann so: „In unseren Breitengraden“ sei sie erstmal dagegen, würde Windkraft aber gerne in anderen Regionen fördern. Aber, so ihr Fazit: „Es bleibt nicht effektiv.“

Gegen Bau von
Windrädern im Wald

„Ein schwieriges Thema“, sieht auch Thomas Döring (Grüne) im Bau der Windräder. Er erinnerte daran, dass im Freistaat Bayern grundsätzlich Windvorranggebiete ausgewiesen wurden und die Stadt keine Möglichkeit habe, Windräder an diesen Orten zu verbieten oder überhaupt Einfluss zu nehmen. „Wenn der Grundbesitzer bauen will, dann darf er das!“ Im Landkreis Mühldorf habe das Landkreiswerk die Windkraft übernommen, auch darauf habe Neumarkt-St. Veit keinen Einfluss.

Eines sei klar, Windkraft sei eine tolle Sache, denn der Strombedarf nehme weiterhin zu. Aber, es müsse für Mensch und Natur verträglich sein. „Große Bauchschmerzen“ bereite ihm eines: „Der Bau von Windrädern mitten im Wald!“ Das könne und wolle er nicht verstehen. Denn dafür müssten breite und tiefe Schneisen in den Wald geschlagen werden, der Wald werde unwiederbringlich geschädigt.

Wertschöpfung aus
Wind am Ort behalten

„Wir können die Effizienz der Windräder nicht einschätzen“, erklärte Stefan Streck (CSU). Dafür gebe es Experten. Für ihn stelle sich die Frage, wie das Thema angehen und gestalten. Er sei froh, dass Neumarkt dem Landkreiswerk beigetreten sei. Denn, wenn es um die Windvorranggebiete gehe, habe die Stadt nichts zu sagen, wenn Grundeigentümer und ein möglicherweise ausländischer Investor dort Windräder bauen wollen. Dann fließe die Wertschöpfung irgendwohin, aber „wir müssen es uns anschauen“.

Dagegen halte das Landkreiswerk die Wertschöpfung aus der Windkraft im Landkreis. „Wir sind alle keine Windkraft-Fetischisten“, so Strecke. Aber: „Wenn der Bund sagt, wir müssen bauen“, dann müsse das Bestmögliche für die Bürger herausgeholt werden und „die Wertschöpfung am Ort in Bayern“ bleiben.

Artikel 1 von 11