Neumarkt-St. Veit – Die beliebte Textilverkäuferin und Schneiderin Brigitte Haberger stammt eigentlich aus München. Dort wurde sie am 16. Februar 1936 als einziges Kind der Bäckerfamilie Heinrich Rank geboren. 1943 wurde wegen der Bombardierungen Münchens mit den Evakuierungsmaßnahmen begonnen, und weil Brigittes Mutter eine geborene Mayrhofer aus Irlau war, zogen Mutter und Kind eben dorthin „aufs Land“. Der Vater Heinrich war damals im Krieg, aus dem er nicht mehr heimkehrte.
So beendete sie ihre Schulpflicht in Ortsteil Teising und begann bei der Neumarkter Schneiderin Eckert die Lehre als Näherin. Mittlerweile hatte die Mutter eine kleine Wohnung in Neumarkt-St. Veit gefunden, wo sie mit Tochter Brigitte einzog. Danach fand sie eine Arbeit in der Mühldorfer Firma Mülo. Um der leidigen Fahrerei nach Mühldorf zu entgehen, begann Brigitte lieber eine zweite Lehre als Textilverkäuferin im Neumarkter Modegeschäft Schötz. Nach deren Abschluss wurde sie von der Geschäftsleitung als Verkäuferin übernommen, wo sie bis zur Auflösung des Ladengeschäftes gerne weiterarbeitete. Für viele blieb sie noch lange Jahre eine sehr gefragte Änderungsschneiderin.
Die Jubilarin kannte praktisch von Kindesbeinen an den Nachbarjungen Anton Haberger. Irgendwann funkte es zwischen den beiden, und am 27. August 1960 wurde geheiratet. Bald vollendete das Söhnchen Wolfgang das Familienglück. Der Haushalt und der eigene Garten waren das Reich von Brigitte. Freunde fand sie beim VdK und im Gartenbauverein. Ehemann Anton war Mitglied bei vielen Vereinen und bei der Feuerwehr. Im Jahr 2022 starb der Gatte Anton, und ein Jahr später bezog Brigitte Heberger ein Zimmer im Stift St. Vitus. Hier fühlt sie sich gut behütet und umsorgt. Ihren Geburtstag feierte sie mit ihrem Sohn, den beiden Familien seiner Kinder und mit Bekannten. Auch Bürgermeister Erwin Baumgartner überbrachte die Glückwünsche der Stadt. nz