Wie sieht Waldkraiburgs Zukunft aus?

von Redaktion

Die drei Bürgermeisterkandidaten Christoph Arz (Grüne), Emil Kirchmeier (CSU) und Robert Pötzsch (UWG) diskutierten über die Zukunft Waldkraiburgs. Bei einer Podiumsdiskussion ging es um zentrale Themen wie das Waldbad und den Sartrouville-Platz, bei denen die Meinungen teils auseinandergingen.

Christoph Arz

Waldkraiburg – Wie soll sich Waldkraiburg in den kommenden Jahren entwickeln? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit den drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt im Haus der Kultur. Eingeladen hatten die Volkshochschule, der Kreisjugendring und der Bund der Selbständigen. Der Saal war nahezu voll besetzt – für die Veranstalter ein „ermutigendes Zeichen gegen die oft beklagte Politikverdrossenheit“, so Claudia Hausberger, Vertreterin des Kreisjugendrings.

Waldkraiburgs
Bürgermeisterkandidaten

Auf dem Podium stellten sich Amtsinhaber Robert Pötzsch (UWG), Christoph Arz (Grüne) und Emil Kirchmeier (CSU) den Fragen. Die Diskussion wurde sachlich und strukturiert durch Kristin Hüwel moderiert. Trotz einzelner Spitzen blieb es ein fairer Austausch, der dem Publikum unterschiedliche Sichtweisen auf zentrale Zukunftsfragen der Stadt bot.

Zu Beginn sollten die Kandidaten benennen, was sie persönlich für das Amt qualifiziere. Arz verwies auf seine politische Erfahrung und betonte: „Es ist ja offensichtlich, dass ich der jüngste Kandidat bin“, er wolle aber zeigen, „dass auch junge Menschen Politik machen können“. Pötzsch hob seine zwölfjährige Erfahrung hervor sowie den Anspruch, den Menschen, Institutionen und Vereinen „auf Augenhöhe“ zu begegnen. Kirchmeier unterstrich seinen neuen Zugang zur Kommunalpolitik: „Ich habe einen anderen Blick auf die Dinge.“ Gerade darin sehe er eine Chance. Ein weiteres Thema war die Forderung nach mehr Transparenz. Pötzsch erklärte, Kritik ernst zu nehmen und stärker über soziale Medien zu informieren. Arz sah hier Verbesserungsbedarf, während Kirchmeier mehr direkte Bürgergespräche und Ortsteilformate anregen möchte.

Für die ersten 100 Tage nach einer Wahl nannten die Kandidaten unterschiedliche Schwerpunkte. Kirchmeier setzte auf mehr „Sauberkeit und Sicherheit“ sowie eine attraktivere Innenstadt. Pötzsch verwies auf die begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Kommune und mahnte: „Es ist nicht mehr so, dass man sich als Stadt alles leisten kann.“ Arz forderte klare Prioritäten und schlug einen „runden Tisch“ vor, um freiwillige Leistungen zu überprüfen und dauerhaft tragfähige Entscheidungen zu treffen.

Auch das Verhältnis zur Wirtschaft wurde angesprochen. Die Stadt müsse sich an geltende Satzungen halten, betonte Pötzsch. Kirchmeier plädierte für praktikable Lösungen im Dialog und sagte: „Wir brauchen einen tragbaren Konsens, damit solche Konflikte gelöst werden können.“ Arz sprach sich für konsequentere Kontrolle bestehender Regeln aus.

Bei der Entwicklung des Sartrouville-Platzes gingen die Vorstellungen auseinander. Arz sieht dort langfristigen Planungsbedarf, um einen echten Begegnungsort zu schaffen, und erinnerte daran: „Ich kenne diesen Platz nur als toten Platz.“ Kirchmeier möchte mit kleineren Maßnahmen die Aufenthaltsqualität verbessern. Pötzsch warnte vor unrealistischen Erwartungen und verwies auf Kosten sowie bereits vorhandene Angebote, die erhalten werden müssten.

Wie sich das Gemeinwesen auch mit knappen Mitteln stärken lasse? Arz setzt auf kreative, nicht unbedingt teure Lösungen und mehr Aufenthaltsqualität. Pötzsch forderte auf: „Jeder Einzelne von uns muss sich fragen, wie das eigene Einkaufsverhalten ausschaut.“ Kirchmeier plädierte für ein positiveres Standortmarketing und mehr Aufbruchsstimmung.

Breiten Raum nahm die Zukunft des Waldbads ein. Pötzsch machte deutlich, dass der Stadt derzeit die Mittel für einen Neubau fehlen, man aber gemeinsam mit dem Förderverein den Betrieb sichern wolle. Kirchmeier sprach sich dafür aus, alle Optionen zumindest zu prüfen, Arz forderte eine langfristige Planung, um bei neuen Fördermöglichkeiten vorbereitet zu sein. Die Haushaltslage insgesamt blieb ein zentrales Thema. Einsparungen, strukturelle Veränderungen und mögliche neue Einnahmequellen wurden diskutiert – etwa durch effizientere Nutzung städtischer Gebäude oder Fotovoltaik auf öffentlichen Dächern. Steuererhöhungen sahen alle Beteiligten nur begrenzt als Lösung.

Kandidaten werben
um Vertrauen

In ihren Schlussworten warben die Kandidaten noch einmal um Vertrauen: Kirchmeier mit dem Versprechen eines zuhörenden Bürgermeisters, Pötzsch mit dem Verweis auf Erfahrung und gemeinsam bewältigte Krisen, Arz mit dem Anspruch auf mehr Offenheit und eine neue politische Kultur.

Am Ende stand Applaus für die Kandidaten – und für eine Diskussion, die zeigte, dass kommunalpolitische Themen viele Menschen weiterhin bewegen.

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