Tränen in Hofthambach gelacht

von Redaktion

Kappenabend nimmt auch Stadtrats- und Bürgermeisterkandidaten aufs Korn

Hofthambach/Neumarkt-St. Veit – Dieses Jahr einen Platz für den Kappenabend im Wirtshaus Zens in Hofthambach zu ergattern, war beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Jung und Alt, Groß und Klein, Ober- und Niederbayern ließen sich fröhlich von einer bunten Mischung aus Klassikern, Schlagern und aktuellen Hits vom Duo RiWa begeistern, während Köstlichkeiten wie Schnitzel, Currywurst und Käsespätzle genossen wurden.

Klogeheimnisse
wurden ausgeplaudert

Georg Westenthanner, Vorsitzender der Feuerwehr Thambach, sagte über den Abend: „Ich bin stolz auf alle, die mitgemacht haben. Auch die jungen Leute haben das super gemacht.“ Er kündigte den ersten Sketch an, der das Publikum sofort zum Johlen brachte. Dabei wurde klar, dass das stille Örtchen der Männer im Gasthaus Zens alles mitzubekommen scheint und dann aus dem Nähkästchen über die „romantischen Bewohner aus Thambach“ plaudert. So erfuhr das Publikum nicht nur, warum die Thambacher Feuerwehr das Eisstock-Derby gegen die Wiesbacher Konkurrenz verloren hatte, sondern auch, dass die Damen seit Neuestem Lachyoga ausprobierten und sogar Tantramassagen gegen die Alterswehwehchen helfen sollten.

Als der stellvertretende Kommandant Martin Bauer in schwingendem Rock und rothaariger Perücke einen Discohit vor sich hin tanzte und zudem noch eine Yogaübung vorführte, war er kaum wiederzuerkennen. Plötzlich zückten die Damen, welche die Sanitärkeramik spielten, orangefarbene Wasserspritzpistolen und schossen das überraschte Publikum unter viel Gekreische ab.

Nach dieser nassen Einlage zeigte sich, dass der aktuelle Wahlkampf auch seine Spuren in der Kappenabendgestaltung hinterlassen hatte. So wurden verschiedene Kandidatinnen und Kandidaten für den Neumarkter Stadtrat durch den Kakao gezogen. Als Erstes warf sich Kommandant Stefan Ritthaler in hochhackige Schuhe und ein hautenges Dirndl, um sich den potenziellen Wählern als Johanna Obermeier vorzustellen, mit der Mission: „Frauenpower in Doppel-D“. Dann marschierte Georg Grubwinkler, porträtiert durch den Vorsitzenden Georg Westenthanner, lässig und von zwei Bodyguards flankiert durch den Saal. In Superstarmanier stellte er seinen internationalen Einfluss als Milchwagenfahrer heraus und sah sich auch als idealen Kandidaten für den Posten des Zweiten Bürgermeisters. Die Kandidatin Monika Eisenreich wurde so überzeugend von Jonas Dechansreiter gespielt, dass alle Anwesenden, inklusive besagter Stadträtin, sich vor Lachen den Bauch halten mussten.

Blick in die Zukunft: Was
wird in 20 Jahren sein?

Auch die Jugendfeuerwehr hatte ein eigenes Stück vorbereitet und schlüpfte dafür in Frauenkleider. Korbinian und Simon Ritthaler, Johannes Nützl sowie Niklas Kallmaier warfen einen gewagten Blick in die Zukunft in 20 Jahren. Sie präsentierten Armin Zens, den Sohn der Wirtin, als Oktoberfestwirt, für den extra eine direkte Zugstrecke von Neumarkt nach München gebaut worden war.

Als anschließend Andreas Zwicknagl ein altes Fahrrad durchs Publikum schob und laut ausrief: „Ja, wo bin ich denn?“, dämmerte den meisten Zuschauern, dass es sich bei diesem Sketch um eine Anekdote vom letzten Leitlfest gehandelt haben musste. Hier hatte sich ein Feuerwehrmitglied abends im dunklen Wald verfahren und sich dann lauthals bei seinen Kameraden beschwert, dass man ihn wohl loswerden wolle.

Den Abschluss bildeten weitere Schlagzeilen zu den Dörfern um Neumarkt, vorgetragen von Martina Westenthanner sowie Johanna Birnkammer, umrahmt von der Kulisse des bayerischen Meeres. Auch wenn die aktuelle politische Situation ein wiederkehrendes Thema des Abends war, ging es doch vornehmlich darum, „oben gute Laune, unten gute Laune“ zu haben, was auch zum Ohrwurmhit des Abends wurde. Und so freute sich Georg Westenthanner, Vorsitzender der Thambacher Feuerwehr, aufrichtig: „Wir alle haben einen super Zusammenhalt.“

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