Schwindegg – Der politische Aschermittwoch der CSU in Walkersaich war geprägt von einem langen Dialog zwischen Landrat und Bürgermeister. Christian Klotz moderierte die Veranstaltung, bei der sich Schwindeggs Bürgermeister Roland Kamhuber und Landrat Max Heimerl intensiv austauschten. Organisiert wurde der politische Aschermittwoch von Martin Thalmeier, dem Vorsitzenden der CSU Schwindegg.
Der Saal im Schloßgasthof Walkersaich war voll besetzt. Viel Politprominenz aus der Region, Mitglieder und Freunde der CSU, der Frauenunion und der Jungen Union waren gekommen. Sie verfolgten gespannt den Dialog mit Landrat und Bürgermeister.
Dialog mit vielfältiger
Themenpalette
Moderator Christian Klotz stellte Fragen an Landrat und Bürgermeister, die diese abwechselnd beantworteten. Dafür hatten sie je eine Minute Zeit. Die beiden nahmen Stellung zu Themen wie dem Chancenlandkreis, persönlichen Anfeindungen, Bürokratieabbau, Gesundheit, Fahrradwegen, zweigleisigem Bahnausbau und Bildung. Befragt zu ihren großen Stärken im Amt nannte Heimerl die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen und zu motivieren. Kamhuber sah seine Stärke darin, unterschiedliche Menschen über Parteigrenzen hinweg zusammenzuführen.
Im Rückblick auf die vergangenen sechs Jahre erinnerte der Landrat an das Corona-Management und die Schaffung des Landkreiswerks. Als Motivation, wieder anzutreten, nannte er die Chance, jungen Menschen zu helfen, sich zu entwickeln. Dabei sah er es als besondere Herausforderung an, die Bereiche Gesundheit, Bildung und Wohnen aktiv zu gestalten. Durch die Anbindung mit der A94 und den zweigleisigen Bahnausbau würden Möglichkeiten geschaffen, Betriebe zu entwickeln und neu anzusiedeln, wobei Wachsen auch heißt, dass die Infrastrukturkosten wachsen.
Kamhuber erinnerte an die Schaffung des Baugebietes Allersheim als Maßnahme gegen die Wohnungsnot, und an den Bau des Feuerwehrhauses in Wal-kersaich. Mit der A94 und dem Bahnausbau sieht er große Entwicklungen auf den Ort zukommen. Die Schaffung von Wohnraum sieht er daher weiter als große Herausforderung an. Mit dem Wachstum der Gemeinde heiße es auch, die Entwicklung zu steuern, so Kamhuber. Zu der Frage nach dem Umgang mit persönlichen Anfeindungen sagte der Landrat, man müsse differenzieren. Morddrohungen fänden ihren Weg zu Polizei und Staatsanwalt, aber bei Anfeindungen gelte auch die Überlegung, ob man etwas verbessern könne. Roland Kamhuber erklärte, sachliche Kritik gehöre dazu.
Zum Thema Bürokratieabbau sahen beide Redner, dass das Landratsamt die Gemeinden mit pragmatischem Ansatz unterstütze, damit Leute etwa zügig bauen können. Hierfür gab es spontanen Applaus. Die hohe Pro-Kopf-Verschuldung sei bereits gesenkt worden, so der Landrat. Auch mit dem Krankenhaus sei man in dieser Hinsicht auf dem richtigen Weg.
Zur Pro-Kopf-Verschuldung, die in Schwindegg relativ hoch ist, nahm der Bürgermeister Stellung. Den Ausgaben für das Baugebiet in Allersheim stehe Grundeigentum der Gemeinde gegenüber, mit dem Einnahmen generiert werden, erklärte er.
Das Thema Gesundheit sahen beide sehr positiv. Das Krankenhaus bleibe in öffentlicher Hand, so der Landrat: „Wir wollen Träger bleiben.“ Frühzeitig war die Fusion mit Altötting eingeleitet worden. Neue medizinische Angebote würden gerade aufgebaut werden. „Wir holen die orthopädische Rehabilitation aus Vogtareuth nach Mühldorf.“
Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Schwindegg stehe auf sicheren Beinen, so Bürgermeister Kamhuber. Auch sonst sei die Versorgung gut, führte er aus, und nannte das Beispiel der Caritas, die nun einen festen Standort im Pfarrheim habe.
Zum Thema Infrastruktur wurden neue Radlwege angesprochen, die beide Redner als wünschenswert sahen, doch die Grundstücksverfügbarkeit und die Finanzierung seien schwierig. Vom zweigleisigen Bahnausbau hingegen war der Landrat überzeugt, dass er in greifbare Nähe gerückt sei. Das Verfahren stehe kurz vor dem Planfeststellungsbeschluss. Der Bahnhof Schwindegg werde über die Städtebauförderung saniert. Der Bürgermeister war zuversichtlich, er „sähe Licht am Ende des Tunnels“.
Ein Thema waren
Frauen in der Politik
Zur Bildung merkte der Landrat an, alle Talente seien wichtig, und zeigte sich stolz über die 50-Millionen- Investition in den Neubau der Förderschule. Für Schwindegg seien der Schulverband mit Buchbach und die Kinderbetreuung gesichert.
Abschließend waren Frauen in der Politik ein Thema. Max Heimerl war stolz darauf, dass im ersten Block der Bewerber für den Kreistag paritätisch aufgestellt werden konnte. Auch Roland Kamhuber zeigte sich stolz über „die Frauenpower“ in der Aufstellung.