„Stecknadelstille“ beim Hochstapeln

von Redaktion

Sechste Bierfuizl-Hausbaumeisterschaft mit neuer Rekordbeteiligung – Bis zu 16 Stockwerke hoch gebaut

Ampfing – Bei der Bierfuizl-Hausbaumeisterschaft wurde wieder der beste Hochstapler gesucht. Otti Gantenhammer, Jugendreferentin der Gemeinde und Jugendleiterin des Trachtenvereins „Isentaler“, hatte diese Meisterschaft vor ein paar Jahren ins Leben gerufen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. So viele Teilnehmer wie noch nie – es mussten sogar noch Tische aufgestellt werden – traten dieses Mal in den drei Kategorien (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) an.

Wer hat es nicht schon einmal versucht, wenn ihm langweilig war und man in der Gaststätte auf das Essen warten musste; das Stapeln von Bierfuizln. Mit sechs oder zehn Stück ist das noch einigermaßen einfach, aber wenn es mehr werden, ist die Erfolgsrate schon etwas geringer.

Kurz vor dem Start gab Otti Gantenhammer den Teilnehmern noch einige Tipps. Der wichtigste: „Lasst euch Zeit, es pressiert gar nichts. Wenn der Stapel zusammenfällt, lasst euch nicht entmutigen, einfach wieder von vorne anfangen“. Auf Nachfrage verrieten einige Teilnehmer, dass sie schon zu Hause geübt und versucht hatten, verschiedene Techniken auszuprobieren. Leider gebe es aber keinen Trick. Das Beste sei, einfach die Bierfuizl als Dreiecke nebeneinanderzustellen und oben mit einem weiteren abzuschließen. So könne man Stockwerk um Stockwerk bauen.

Die Wettbewerbsaufgabe war ganz einfach: Mit Bierfuizln in 30 Minuten ein Haus so hoch wie möglich zu bauen. Gingen die Fuizl aus, kam Nachschub durch die Schiedsrichter an den Tisch. Sollten Teilnehmer am Ende der Zeit die gleiche Höhe haben, entschied ein Rittern unter den Teilnehmern.

Danach ging es schon los: Es herrschte volle Konzentration und Ruhe, man konnte eine Stecknadel fallen hören. Auch die Zuschauer waren während des Bauens ganz leise; sogar Schuhe wurden ausgezogen, damit die Teilnehmer durch das „Klackern“ nicht gestört werden. Zügig ging es mit dem Bauen voran. Während die einen in die Länge bauten, stockten die anderen nach oben auf.

Die Konzentration ließ die Luft in der Halle knistern. Die einen bauten sitzend, andere knieten am Boden oder stellten sich auf einen Stuhl, um besser an ihre Gebäude zu kommen.

Auch wie sie ihren Nachschub an Fuizl holten, um nicht vom Stuhl steigen zu müssen, da waren die Bauherren erfinderisch. Sie wurden in die Hosentasche gesteckt oder ins Shirt. Wie konzentriert die Teilnehmer waren, zeigte sich am angestrengten Blick oder den zusammengepressten Lippen. Manche rauften sich die Haare oder setzten sich resigniert auf den Stuhl, wenn es nicht klappte.

Dabei lagen Glück und Pech ganz eng beieinander: Nur ein kleiner Wackler oder der Versuch, ein Fuizl zurechtzurücken, und schon stürzte das Haus im Dominoeffekt zusammen.

Aber auch die Eltern saßen an den Tischen und man sah ihnen an, wie sie mit den Kindern mitleiden mussten. Keins der Kinder ließ sich unterkriegen und begann immer wieder von vorn, bis die Zeit zu Ende war.

Unter den Erwachsenen versuchte sich auch wieder Zweiter Bürgermeister Günter Hargasser. Er baute eher in die Tiefe als nach oben. Beherzt gingen ihm zwei Jugendliche zur Hand, und so konnte er zumindest drei Stockwerke nach oben bauen. Auch Bürgermeister Josef Grundner musste eine schlechte Erfahrung machen. Auch bei ihm stürzte das Bauwerk kurz vor Schluss zusammen. In aller Eile konnte er dann doch noch ein paar nach oben bringen.

Das ruhigste Händchen bei der Kindergruppe bis neun Jahren hatte Maxi Höpfinger vor Anna Schwenk und Luis Eck. In der Gruppe von zehn bis 15 Jahren wurde der neue „Bierfuizlkönig“ gesucht. Sehr spannend verlief der Durchgang. Jonas Wochinger holte sich hier mit zwölf Stockwerken den Titel. Platz zwei belegte nach einem Stechen Basti Grundner mit sieben Stockwerken. Auf Platz drei landete Magdalena Reiter. In der Jugendgruppe II von 15 bis 19 Jahren holte sich Anja Obermaier den ersten Platz mit 16 Stockwerken. Der zweite Platz ging an Thomas Asang und Platz drei belegte Felix Striehn. Bei den Erwachsenen stand nach Ablauf der Zeit als Siegerin Laura Kirmeier fest. Gefolgt vom Vorjahressieger Andreas Hansmeier und auf Platz drei Monika Obermaier.

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