Aufwendige Renovierung von St. Peter und Paul

von Redaktion

Startschuss war im April 2025 – Ortstermin klärt neue räumliche, liturgische und gestalterische Situation

Mühldorf – In der Pfarrkirche St. Peter und Paul stand eine Renovierung an. Es ist wohl jedem klar, dass ein solches Projekt zeitlich sehr umfangreich ist. Im April 2025 ging es los, der erste Ortstermin war anberaumt. Pfarrer Klaus Vogl, Kirchenpflegerin Irene Umschlag, Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats trafen sich in dem Gotteshaus mit zwei Zuständigen vom Erzbischöflichen Ordinariat, Dr. Anja Schmidt, Hauptabteilungsleiterin Kunst, sowie dem Fachreferenten für Zeitgenössische Kunst und Kirche, Dr. Alexander Heisig.

Dieser Ortstermin verfolgte den Zweck, die räumliche, liturgische und gestalterische Situation der Pfarrkirche im Hinblick auf die von der Pfarrei angedachte Renovierung in Augenschein zu nehmen.

Vergrößerung 1969 bis
1970 glich einem Neubau

Die Kirche St. Peter und Paul war in den Jahren 1936 und 1937 nach den Plänen des Münchner Architekten Georg Berlinger (1910 bis 1992) gebaut worden. Nach dem Krieg zeichnete Berlinger für zahlreiche Neubauten in München und Nürnberg verantwortlich und arbeitete an vielen Wiederaufbaumaßnahmen mit, unter anderem am Wiederaufbau der Münchner Frauenkirche.

In den Jahren 1969 und 1970 wurde das Gotteshaus so vergrößert, dass diese Maßnahme fast einem Neubau glich: Nur die Südwand und die Apsis im rechten Kirchenraum wurden übernommen, dort fand der beeindruckende, mit Blattgold überzogene Tabernakel seine neue Heimat. Die schwarzen Metallstäbe symbolisieren einen Dornbusch.

Durch eine Drehung der Ausrichtung um 90 Grad entstand ein weiter, querrechteckiger Raum, der eine dreiseitig um eine zentrale Altarinsel angelegte Orientierung ermöglichte. Die Spezialisten aus München stellten fest, dass die Heiligenfiguren in St. Peter und Paul wahllos über das Gotteshaus verteilt sind. So wurde folgende Neuanordnung dieser Figuren empfohlen und auch realisiert: Die Statue der Gottesmutter Maria wurde von der linken auf die rechte Kirchenseite verlegt, dort dominiert sie jetzt die Wand rechts neben der Apsis. Folgende Begebenheit weiß Kirchenpflegerin Irene Umschlag dazu allerdings zu erzählen: „Die Marienstatue soll angeblich aus dem 15. Jahrhundert stammen. Barbara Wapler wurde mit der Restaurierung der Marienstatue beauftragt. Sie wohnt in Polling und hat auch schon in St. Laurentius in Altmühldorf gearbeitet, dort den Totenaltar (um 1680) und die Kreuzigungstafel von 1410 restauriert. Sie fand heraus, dass die Marienstatue allerdings nur auf ‚alt gemacht‘ war, so waren zum Beispiel die diese These untermauernden Löcher nur hineingebohrt worden. Die Statue, von der man nun nicht mehr weiß, wie alt sie exakt ist und ob sie überhaupt Maria oder eventuell eine andere Heilige darstellt, befindet sich derzeit in Händen von Wapler. Dies wird noch zu klären sein. Da wir unbedingt eine Marienfigur in unserer Kirche benötigten, half der Altmühldorfer Kirchenpfleger Thomas Bumberger mit einer Leihgabe aus.“

Vor der Marienskulptur befindet sich jetzt ein kleiner Tisch, auf dem man Opferkerzen entzünden kann. Der bisher dort aufgestellte Josef rückte nun auf der rechten Kirchenseite nach vorne. Er ist mit dem Jesuskind dargestellt und trägt über der rechten Schulter eine Axt, das Symbol für seinen Beruf Zimmermann.

Letztlich spielte bei dieser Neuordnung auch die Figur des gegeißelten Heilands eine Rolle, die sich meist in der Sakristei befindet und nur zu besonderen liturgischen Anlässen präsentiert wird. Für Johannes den Täufer erschien den Münchner Experten eine Platzierung in der Nähe des Taufsteins geeignet, beides auf der linken Kirchenseite unter der Orgelempore.

Neu gemacht wurde der Kreuzweg: Waren die Bilder mit den 14 Stationen bisher räumlich eng beisammen, wurden diese linear links und rechts des Haupteingangs gehängt. Nach diesen gründlichen Vorüberlegungen konnte mit der Umsetzung der Planung begonnen werden. Im November 2025 erfolgte für zwei Wochen eine komplette Schließung der Kirche, die Handwerker übernahmen die Regie und arbeiteten täglich von 7 bis 20 Uhr.

Malerarbeiten wurden von der Firma Stalleder aus Ampfing erledigt, Bernadette Stalleder und ihr Team malten die Wände weiß an. Ein Statiker wurde ebenso beauftragt.

Steinmetz Schleibinger baute bestehende Podeste ab und neue auf, er erklärte den freiwilligen Helfern aus Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, wie kleine Löcher und Kratzer im Boden zu beseitigen wären.

Für die Elektrik war die Firma Herbert Pfandl aus Tüssling verantwortlich. Die neuen Lampen, bei der Spezialfirma Markgraf in München gekauft, wurden um eineinhalb Meter höher angebracht.

Renovierung kostet viel
Geld, Arbeit und Planung

Die Gebetsmauer ist ein Alleinstellungsmerkmal der Kirche St. Peter und Paul. Sie ist links vor dem Hauptaltar positioniert. Das im Hintergrund stehende Bild ist eine Leihgabe von Willi Küblbeck. Symbolisch für die derzeit doch sehr unsichere Weltlage weist die Mauer Lücken auf, als ob sie am Einstürzen wäre.

Alle Besucher der Kirche sind dazu eingeladen, einen Wunsch auf einen Zettel zu schreiben und diesen in eine Öffnung der Mauer zu stecken. In der Osternacht werden diese Wünsche im Osterfeuer verbrannt, damit sich dieser Wunsch erfülle.

Die Beleuchtung des Gotteshauses mit 20 Programmen ist per Knopfdruck von der Sakristei aus zu steuern.

Als Fazit bleibt zu ziehen: Die Renovierung der Pfarrkirche hat viel Planung, Arbeit und Geld gekostet. Dennoch ist sie jeden Euro wert gewesen, die Kirche erstrahlt in neuem Glanz und ist ein echtes Schmuckstück geworden. Davon sollte sich jeder bei einem Besuch des Gotteshauses überzeugen.

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