Waldkraiburg – Zu Beginn des Jahres hatte der SPD-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Rakowitz aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug erklärt, für eine Nachnominierung war es zu diesem Zeitpunkt allerdings zu spät. Nun hat die SPD Waldkraiburg eine Richtungsentscheidung getroffen: Der Ortsverein unterstützt im weiteren Wahlkampf den CSU-Kandidaten Emil Kirchmeier.
„Die größten inhaltlichen Schnittmengen sehen wir mit der CSU“, sagt SPD-Ortsvorsitzender Patrick Hüller. Nach dem Rückzug des eigenen Kandidaten habe der Ortsverein intensiv beraten, ob und wen man unterstützen solle. Zwar mache auch Mitbewerber Christoph Arz (Grüne) einen guten Wahlkampf, ausschlaggebend für die SPD seien aber die größten Überschneidungen bei Themen wie Stadtentwicklung, soziale Fragen und wirtschaftliche Perspektiven gewesen.
Potenzial der Stadt
zuletzt nicht genutzt
Hüller spricht von „zwölf Jahren Stillstand in Waldkraiburg“ und sieht in Kirchmeier den „richtigen Mann“ für einen politischen Neuanfang. „Unsere Stadt hat enormes Potenzial, das in den vergangenen Jahren nicht ausreichend genutzt wurde.“ Dem CSU-Kandidaten traue der SPD-Ortsverein einen Richtungswechsel zu und dass die Stadtratsfraktionen wieder besser zusammenarbeiten. „In den vergangenen zwölf Jahren wurden keine Brücken zwischen den Fraktionen geschaffen. Es ist wichtig, dass sich alle an einen Tisch setzen und gemeinsam einen Konsens schaffen“, sagt Hüller. Strategische Überlegungen spielten ebenfalls eine Rolle, so kurz vor der Kommunalwahl am 8. März noch einen Kandidaten zu unterstützen. „Drei Kandidaten stehen zur Wahl, da zählt jedes Prozent. Wir wollen Emil Kirchmeier auf jeden Fall in die Stichwahl bekommen.“
Mit Blick auf Mühldorf fügt Hüller hinzu: Vor sechs Jahren habe die CSU keine Wahlempfehlung für die SPD-Bürgermeisterin Marianne Zollner ausgesprochen.
Chance auf eine
neue Perspektive
Auch aus der SPD-Fraktion im Stadtrat bekommt Kirchmeier Unterstützung. Fraktionsvorsitzender Richard Fischer betont: „Emil Kirchmeier bringt die notwendigen Ideen, die Erfahrung und den Willen mit, Waldkraiburg aktiv zu gestalten. Wir sehen große Chancen für unsere Stadt, wenn dieser Wechsel gelingt.“
Fischer kritisiert, dass in den vergangenen Jahren wichtige Themen nicht angegangen und viele Probleme nicht gelöst wurden. In einem personellen Wechsel sieht er die Chance auf neue Perspektiven für die Stadt. „Diese Chance sollte man nicht vorbeigehen lassen.“
Mit der Wahlempfehlung setzt die SPD auf einen politischen Neuanfang und eine engere Zusammenarbeit im Stadtrat.